Schweiz
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Nach Gewalt-Nacht in Zürich: Jetzt kommen die Bodycams



Eine Polizeipuppe mit Body-Cam an einer Medienkonferenz in Zuerich, am Dienstag, 13. Dezember 2016. Die Zuercher Stadtpolizei orientierte ueber das Projekt Polizeiarbeit in urbanen Spannungsfeldern (PiuS) und den Pilotversuch mit Body-Cams. Die Kameras sollen zum Einsatz kommen, wenn Polizeiangehoerige Privatpersonen im oeffentlichen Raum anhalten oder kontrollieren. Damit sollen praeventiv gewalttaetige oder verbale Uebergriffe verhindert und das Verhalten der Beteiligten dokumentiert werden. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Nach den gewalttätigen Angriffen auf Polizisten und Rettungssanitäter vom Wochenende will die Stadtzürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) so rasch wie möglich die Einsatzkräfte mit Bodycams ausrüsten. Die Ereignisse seien schockierend und inakzeptabel.

«Hätten die Polizisten am Samstagabend Bodycams getragen, hätten wir hervorragende Bilder machen können», sagte der Zürcher Polizeikommandant Daniel Blumer am Montag vor den Medien. Leute, die derart gewalttätig gegen andere Menschen vorgehen, seien kriminell. «Man muss sie überführen und verurteilen.»

Am späten Samstagabend war es an der Zürcher Seepromenade zu einer Messerstecherei gekommen. Zwei Männer wurden dabei leicht, ein 18-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Als die Rettungskräfte von Polizei und Sanität am Tatort ankamen, wurden sie von zum Teil vermummten Personen mit Flaschen und Steinen angegriffen.

300-köpfiger gewalttätiger Mob

Nur mit Hilfe von Gummischrot, Tränengas und eines Wasserwerfers gelang es den Einsatzkräften, die Randalierer zurückzudrängen. Die Polizei hatte Verstärkung aufgeboten. Doch sogar während des Rettungseinsatzes wurden die 50 bis 60 Polizisten und Sanitäter immer wieder vom rund 300-köpfigen Mob mit Flaschen und Steinen angegriffen.

«Die Rettungssanitäter konnten nur unter Polizeischutz zu den Verletzten vordringen», sagte Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart am Montag. Sie hätten sich dabei dem Risiko aussetzen müssen, selber verletzt zu werden. «Das ist absolut inakzeptabel und aufs Schärfste zu verurteilen.»

Rykart will deshalb dem Zürcher Stadtrat so rasch wie möglich den Antrag zur Einführung von Bodycams stellen. «Ich habe eingesehen, dass diese Massnahme nötig ist», sagte die grüne Sicherheitsvorsteherin, die sich bis vor Kurzem noch skeptisch gegenüber Bodycams gezeigt hatte.

Ihre Mitarbeitenden müssten in solchen Situationen besonders geschützt werden. «Es gibt immer mehr Menschen, denen offensichtlich das Einfühlungsvermögen fehlt.» Ohnehin beobachtet die Zürcher Polizei seit Längerem eine Häufung von Angriffen auf Polizisten.

Immer mehr Gewalt gegen Polizisten

Von Januar bis Juli 2017 zählte die Zürcher Stadtpolizei gemäss Polizeikommandant Blumer 60 Fälle im Zusammenhang mit Gewalt und Drohung gegen Beamte. Fünf Personen wurden dabei verletzt. In der gleichen Periode in diesem Jahr waren es bereits 88 Fälle - mit elf Verletzten. «Der Trend setzt sich fort», sagte Blumer.

Unter anderem auch aus diesem Grund hatte der ehemalige Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) das Projekt «Polizeiarbeit in urbanen Spannungsfeldern (PiuS)» in Gang gesetzt und Massnahmen verabschiedet. «Einige davon sind jetzt in der Umsetzung», sagte Rykart. Geplant sind auch Videokameras an öffentlichen Hotspots.

Die Bodycams sind auch ein Teil davon. In einem 36-wöchigen Pilotversuch wurde deren Einsatz letztes Jahr in Zürich getestet. Die Auswertungen zeigten, dass die Kameras eine deeskalierende Wirkung haben. Die Polizisten wurden weniger geschubst und getreten. Die Kameras wurden immer dann eingestellt, wenn etwa eine Personenkontrolle zu eskalieren drohte.

Bis die Zürcher Polizisten das kleine Gerät an ihrer Uniform aber künftig in heiklen Situationen einsetzen können, dauert es noch eine Weile. Zuerst muss nun der Stadtrat darüber befinden.

Heisst dieser den Antrag gut, kommt das Geschäft in den Gemeinderat, der für die nötige Rechtsgrundlage zuständig ist. Die politischen Prozesse brauchen ihre Zeit. Sie könne nicht sagen, wie lange es dauert, bis die Polizisten ausgerüstet sind, sagte deshalb Rykart. (sda)

Verfolgungsjagd in den USA

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 22.08.2018 17:44
    Highlight Highlight Ja Herr Blumer. Sehr gute Bilder. Aber was denken sie, zu was werden sie dann verurteilt? Die Vergangenheit zeigte doch (auch mit Bildern) dass viel zu wenig geht. Und mit Bussen die der Lächerlichkeit gleich kommen, wenn überhaupt, ist dem Gesindel nicht beizukommen.
  • Hans der Dampfer 20.08.2018 22:53
    Highlight Highlight Rykart wollte die Bodycams schon beerdigen. Jetzt sollen sie also doch kommen.. Was ist denn da los?
    • Mia_san_mia 21.08.2018 05:55
      Highlight Highlight Im Artikel steht, was los ist.
  • nödganz.klar #161 20.08.2018 21:12
    Highlight Highlight Bodycams sind okay, nur der Einsatz muss klar definiert werden. Schon heute wird häufig während grösseren Einsätzen (Demos, Fussball) von spez. Polizeikräften gefilmt.
    Lustig ist nur, sobald die Bilder vor Gericht ausgewertet werden sollten, da eine junge Frau wegen Gummischrot ihr Augenlicht verlor, sind die Bilder plötzlich nicht mehr auffindbar. Dummer Zufall, dass ausgerechnet die fragliche Stelle, welche das möglicherweise fahrlässige Handeln der Polizei aufzeigen sollte, einfach so weg ist. So geschehen, nach einer Demo in Winterthur.
    Ich bleibe kritisch.
  • mrmikech 20.08.2018 20:49
    Highlight Highlight Auch in der Schweiz sind extremisten immer mehr gewaltsbereit. Es soll eine eskalation seite polizei/armee geben, sonst werden bald unschuldige menschen sterben. Extremisten verstehen nur extreme massnahmen, wir sollen da nicht schüchtern sein.

    http://m.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-verfassungsschutz-warnt-vor-zehntausenden-gewaltbereiten-personen-a-1219911.html
  • Ueli der Knecht 20.08.2018 20:03
    Highlight Highlight «Hätten die Polizisten am Samstagabend Bodycams getragen, hätten wir hervorragende Bilder machen können»

    Allerdings könnte die Stadtpoilizei ihre "Einsatzkräfte", die in Kampfmontur mit "Gummischrot, Tränengas und eines Wasserwerfers" ins Geschehen eingriffen, auch nicht mehr ohne weiteres als «Rettungskräfte» schönreden.

    Das Jammern der Stadtpolizei ist ein Armutszeugnis. Handlungskompetente und resolute Sicherheitskräfte würden sich kaum derart jämmerlich als Opfer inszenieren.
    • dding (@ sahra) 22.08.2018 16:11
      Highlight Highlight Ueli Ihre Kommentare sind zu Einsetig. Von wo kommt bloss ihr ganzer Hass und Frust?
      Schauen Sie mal bei sich selbst genau hin.
  • derEchteElch 20.08.2018 19:15
    Highlight Highlight Sehr gut so!
    Wurde auch endlich Zeit! Und sollte der Gemeinderat nichts unternehmen, wird hoffentlich der Kantonsrat das nötige Gesetz gutheissen. Virl zu lange wurde in Zürich einfach zugeschaut und ich weiss wovon ich spreche!
  • Snowy 20.08.2018 19:09
    Highlight Highlight Hilft allerdings eher der „Gegenseite“.

    Polizisten sind jedenfalls gegen den Einsatz von Bodycams....
    • Tschüse Üse 20.08.2018 19:31
      Highlight Highlight Bitte Quelle
    • derEchteElch 20.08.2018 19:48
      Highlight Highlight Snowy: ich bin da anderer Meinung und weiss es bestimmt besser als du.
    • Schne 20.08.2018 20:39
      Highlight Highlight Sie schalten die Cam ja nur ein, wenn sie selbst bedroht werden. Es müsste sehr dumm laufen, wenn ein Polizist sich selbst damit belasten würde. Anders wärs, wenn die Cams ständig laufen würden. Da sind wirklich einige Polizisten dagegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • potatoklaus 20.08.2018 19:07
    Highlight Highlight Mich nimmt wunder ob ich Polizisten auch aufnehmen darf. Müsste ja konsequenterweise so sein.
    • Tschüse Üse 20.08.2018 19:33
      Highlight Highlight Ich versteh die Logik nicht ganz? Gehen Polizisten auf Dich los?
    • derEchteElch 20.08.2018 19:51
      Highlight Highlight @Potatoklaus:
      Tust du das nicht ohnehin schon?
      Gehörst du nicht zu denen, die bei jedem Polizeieinsatz gleich das Handy zücken, auch wenn du völlig unbeteiligt bist?
      Nur um im Nachhinein aus dem Kontext gerissene, zusammen geschnipselte Teilvideos hochzuladen, auf denen nur zu sehen ist, dass die Kacke schon am dampfen ist?
    • AntiCapitalism 20.08.2018 21:08
      Highlight Highlight Teils ja. Es gibt auf jedenfall bestimmte fälle bei denen es so war. Die bodycam dürfte jedoch defintiv nicht nur vorteile haben für die polizei. Man stelle sich vor ein polizist begeht ehrverletzung und das ist dann alles aufgezeichnet. Naja, villeicht ändert es dann wenigstens das allgemeinde bild der hochgelobten polizei. On verra
    Weitere Antworten anzeigen
  • samy4me 20.08.2018 18:59
    Highlight Highlight Schön, hoffentlich werden so auch Fälle von Polizeigewalt, Willkür und Falschaussagen der Polizisten endlich mehr aufgedeckt und angemessen bestraft.
    • schuldig 20.08.2018 19:23
      Highlight Highlight Bodycams sollen eben genau auch das:
      Sie dürfen von mit Cams ausgerüsteten
      Polizisten verlangen, diese einzuschalten.
      Halte ich für eine feine Sache, dürfte beide
      Seiten zu einem vernünftigen Umgang
      miteinender verhelfen.
    • Trompete 21.08.2018 07:27
      Highlight Highlight @schuldig: Genau wie du es eben beschreibst, darf es nicht sein! Die Kamera soll für beide Seiten (Polizist und Zivilist) eine Sicherheit sein! Der Zivilist darf nicht darauf angewiesen sein, dass der Polizist die Kamera auf seine Bitte hin einschaltet, sondern es müssen schon Sprach und Bildaufzeichnungen einige Minuten vor dem "einschalten" getätigt werden. Oder glaubst du ein Polizist, welcher sich dir gegenüber unrechtsmässig verhält, schaltet auf deine Bitte hin die Cam ein, um sein Verhalten zu dokumentieren? You're a dreamer, du...
  • Bettflasche mit Antithese 20.08.2018 18:25
    Highlight Highlight Man wird das Gefühl nicht los, als sei die "Nacht der Idioten" nur ein praktischer Vorwand.

    Zu schnell kommen die Massnahmen, zu umfassend sind sie (Videokameras auf öffentlichen Plätzen? Eignen sich bodycams zur Identifikation von vermummten Steinewerfern? -> Da ist doch was nicht sauber).
    • Tschüse Üse 20.08.2018 19:34
      Highlight Highlight Kameras die auf öffentlichen Grund gerichtet sind, sind verboten.
    • derEchteElch 20.08.2018 19:52
      Highlight Highlight 3, 2, 1, Verschwörungsthroretiker..
    • Ueli der Knecht 20.08.2018 20:13
      Highlight Highlight Raembe: Die Polizei darf den öffentlichen Grund mit Kameras überwachen, soviel und so oft sie das für notwendig betrachtet. Verboten sind solche Kameras nur für Privatpersonen, aber nicht für staatliche Sicherheitskräfte.

      Die Langstrasse wird ständig mit Kameras überwacht, ebenfalls neuralgische Punkte, Verkehrswege etc. Alles öffentlicher Grund.

      Beispiel, Hardbrücke:
      Play Icon


      Ich finde, sämtliche in der Öffentlichkeit "geschürften" Daten sollten der Öffentlichkeit (nicht nur den Behörden) auch bereitgestellt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • p4trick 20.08.2018 18:07
    Highlight Highlight Wieso warten die so lange mit den Bodycams? Unbedingt einsetzen und Angriffe auf Polizei hart bestrafen so dass es we tut! Ich denke 2 Monatslöhne wären angebracht!
    Wer Polizei tätlich angreift wird auch sonst vor Gewalt nicht zurückschrecken
    • Plöder 20.08.2018 18:34
      Highlight Highlight Die Gesetzgebung fehlt! Hierbei muss noch einiges geklärt werden und ob es durch die Legislative kommen wird ist ein anderes Ding
    • andrew1 20.08.2018 19:25
      Highlight Highlight Welche monatslöhne bei denen?
    • Wurstbrot 20.08.2018 22:18
      Highlight Highlight Einlochen für mind. ein halbes Jahr würde ich noch besser finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Armend Shala 20.08.2018 18:04
    Highlight Highlight Das einzig Richtige! Der amerikanische Youtubechannel Police Activity zeigt auf weshalb Bodycams benötigt werden.

    https://www.youtube.com/channel/UCXMYxKMh3prxnM_4kYZuB3g
    • Mizzi 20.08.2018 18:40
      Highlight Highlight Amerika ist dann schon noch ein bisschen ein anderes Kaliber, hä
    • w'ever 20.08.2018 19:01
      Highlight Highlight gute sache. aber komischerweise schalten die cams plötzlich aus oder sind unscharf wenn wieder mal ein polizist austickt.
    • Joe924 20.08.2018 22:10
      Highlight Highlight Teilweise vielleicht, aber es gibt hunderte von Videos aus Amerika wo sich Cops selbst belasten. Ich hab auch schon eins gesehen von einem Cop der einen Dieb nach der Festnahme unnötig schlägt, er wurde von seinen Kollegen gemeldet, anhand Videoaufnahmen verurteilt und entlassen.
  • Gümpeli 20.08.2018 17:57
    Highlight Highlight Endlich! Hoffen wir darauf, dass der Stadt- und Gemeinderat den Antrag so schnell wie möglich gutheisst und die Polizisten/Polizistinnen in Zukunft weniger verbal und körperlich attackiert werden.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 20.08.2018 17:54
    Highlight Highlight Sollten alle Polizisten Schweizweit bekommen finde ich

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In der Schweizer Hauptstadt wohnt es sich deutlich teurer als in den Kapitalen der Nachbarländer Deutschland und Österreich. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6'570 Franken kostet eine Wohnung in Bern 43 Prozent mehr als in Wien (4'590 Fr.) und 45 Prozent mehr als Berlin (4'530 Fr.).

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