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Super League: So verliert Lichtsteiner die FCB-Kabine – eine Analyse

22.02.2026, SUI, Fussball, Herren, 26. Spieltag, Saison 2025/2026, FC Luzern vs. FC Basel Stefan Lichtsteiner Trainer, FC Basel Luzern Swissporarena Luzern Switzerland *** 22 02 2026, SUI, Soccer, Men ...
Sieht, wie seine Mannschaft in Luzern untergeht und lässt danach kein gutes Haar an ihr: FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner.Bild: www.imago-images.de
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So verliert Lichtsteiner die Kabine beim FC Basel

Die komplizierten ersten vier Wochen von Stephan Lichtsteiner erreichen beim 2:4 in Luzern einen weiteren Tiefpunkt. Die fundamentale Kritik an seinen Spielern ist eine riskante Gratwanderung des Trainer-Novizen.
24.02.2026, 10:1524.02.2026, 10:39
christoph kiesslich / ch media

Basler Kultur will der Luzerner Stephan Lichtsteiner der Mannschaft des FCB näherbringen an diesen «drey scheenschte Dääg» der Stadt. Am Montag stand deshalb der Besuch des Cortège auf dem Programm, denn die Spieler sollen sich, so der Trainer, «mit dem Verein, aber auch mit Basel und seiner Kultur identifizieren».

Das ist natürlich ein anerkennenswerter Vermittlungsansatz, beim zweitwichtigsten Kulturthema neben der Fasnacht jedoch, dem Fussball, gibt es ein Problem. Der Doublegewinner des vergangenen Sommers steht im Frühjahr 2026 komplett entzaubert da. In allen drei Wettbewerben entweder ausgeschieden oder, wie in der Meisterschaft chancenlos im Hintertreffen, gerät nach der 2:4-Niederlage in Luzern nun sogar das letzte Minimalziel, das Erreichen der europäischen Plätze in Gefahr. Selbst ein Absturz aus der Championship Group ist in dieser Verfassung plötzlich ein realistisches Szenario. Es käme einem sportlichen Offenbarungseid gleich.

Vor vier Wochen ersetzte Lichtsteiner als Cheftrainer Ludovic Magnin in der Basler Coaching Zone. Durfte man damals, einen Tag nach dem emotionalen Sieg im Klassiker, schon die Sinnhaftigkeit der Rochade infrage stellen, ist die Bilanz nach den ersten sieben Lichtsteiner-Spielen niederschmetternd: ein Sieg, ein Unentschieden, fünf Niederlagen. Alle Felle davongeschwommen und jetzt, nach dem Untergang in der Schlussviertelstunde in der Innerschweiz, ein Berg von Problemen und die Frage, ob Stephan Lichtsteiner nebst der Fasnachtskultur nicht ein ganz anderes Vermittlungsproblem hat.

Die Fundamentalkritik des Trainers trägt vernichtende Züge

Nach der Partie sprach er seinen Spielern alles ab. Keine Mentalität, keine Einstellung, kein Wille, kein Leadership. Es war in der Tat ein Auftritt voller zweifelhafter Elemente, ein glückliches 1:1 zur Pause dank eines Penaltys. Immerhin, könnte man sagen angesichts der Schreckensbilanz von Xherdan Shaqiri. Aber wieder kassierte der FCB ein Tor aus einem ruhendem Ball, eine Situation, die noch unter Magnin zu den Vorzügen dieses Teams gehört hatte.

Verflogen ist diese Qualität wie so vieles in dieser Mannschaft, die einen schwer verunsicherten Eindruck macht. Und die vom neuen, zunehmend verbissener wirkenden Cheftrainer offenbar nicht ausreichend geführt wird und schon gar nicht mit einer gewissen Empathie. Exemplarisch die Szene, als ein echauffierter Lichtsteiner mit der Taktiktafel in der Hand Marin Soticek an der Seitenlinie vorführt. Der Spieler war gerade erst eingewechselt worden. Muss man von einem Trainer nicht erwarten, dass er ihn mit einem klaren, verständlichen Auftrag ins Rennen geschickt hat? Und ihn nicht postwendend massregelt.

Trainer Stephan Lichtsteiner, links, und Xherdan Shaqiri, rechts, von Basel diskutieren beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel vom Sonntag, 22. Februar 2026 in L ...
«Kein Leadership» – mit dieser Kritik von Trainer Stephan Lichtsteiner (links) muss sich auch Xherdan Shaqiri angesproichen fühlen.Bild: keystone

Lichtsteiner, eine der Lichtfiguren des Schweizer Fussballs und einstiger Captain der Nationalmannschaft, hat in Basel seine erste Profitrainer-Station angetreten. Der FCB-Sportchef hat ihn zum Entrée gleich mal auf eine Stufe mit Pep Guardiola und Vincent Kompany gehoben. Nach der ersten Woche mit drei Niederlagen meinte Lichtsteiner zur schwierigen Sachlage: «Die einzigen Trainer, die das lösen könnten, kann sich der FCB aktuell nicht leisten.»

Das sind alles Sätze, die dem FC Basel gerade auf die Füsse fallen. Lichtsteiner spricht seit Anbeginn von «einem langen Weg», der bevorstünde. Was allem Anschein nach nicht nur für das aktuelle Ensemble, sondern auch den Trainer gilt. Den hat der Klub mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet, was ähnlich rätselhaft bleibt wie die überstürzte Trennung von Magnin.

Auf diesem langen Weg ist die vernichtende Fundamentalkritik Lichtsteiners an seinen Spielern eine riskante Gratwanderung. Der Trainer droht damit die Kabine zu verlieren, ehe er sie für sich und seine Ideen eingenommen hat. (bzbasel.ch)

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