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epa06707679 Liverpool players celebrate with fans after the UEFA Champions League semi final, second leg soccer match between AS Roma and Liverpool FC at the Olimpico stadium in Rome, Italy, 02 May 2018. Liverpool won 7-6 on aggregate.  EPA/ETTORE FERRARI

Ausgelassener Liverpool-Jubel in Rom – trotz einer 2:4-Niederlage ... Bild: EPA/ANSA

Was Liverpool im Final gegen Real besser machen muss

Erstmals seit elf Jahren steht der FC Liverpool wieder in einem Champions-League-Final. Das Halbfinal-Rückspiel gegen die AS Roma deckte aber schonungslos die Schwächen der «Reds» auf. Sie können nicht verteidigen – und sind extrem abhängig von ihrem famosen Sturm-Dreizack.



Vor zwei Jahren stand der FC Liverpool zum letzten Mal in einem europäischen Endspiel. In Basel verlor das Team von Jürgen Klopp den Europa-League-Final gegen Sevilla mit 1:3. Es war bereits die fünfte Final-Niederlage des charismatischen Erfolgstrainers (3x mit Dortmund, 2x mit Liverpool), weshalb er in den Katakomben des St.Jakob-Park ein Versprechen abgab: «Ich werde alles dafür tun, um wieder einen Final zu erreichen. Und danach werde ich als Sieger an der Pressekonferenz sitzen.»

epa06707672 Liverpool's manager Juergen Klopp celebrates after the UEFA Champions League semi final, second leg soccer match between AS Roma and Liverpool FC at the Olimpico stadium in Rome, Italy, 02 May 2018. Liverpool won 7-6 on aggregate.  EPA/ETTORE FERRARI

Jürgen Klopp will endlich wieder einmal einen Final gewinnen. Bild: EPA/ANSA

Im Final steht Klopp mit Liverpool nun also wieder. Am 26. Mai treffen er und seine «Reds» im Endspiel der Königsklasse in Kiew auf Real Madrid, das den Titel zuletzt zweimal in Folge gewann. Will Liverpool den Hattrick der Königlichen verhindern, muss es sich im Vergleich zum Halbfinal-Rückspiel aber gewaltig steigern, sonst wird gegen Real wenig zu holen sein.

Mit berauschendem Offensiv-Fussball hatte sich Liverpool im Hinspiel bis zur 80. Minute eine 5:0-Führung herausgespielt und dann noch zwei dumme Gegentore kassiert. Deshalb wollte im Rückspiel die Spannung nie so richtig verfliegen, obwohl die Engländer zweimal ein Tor vorlegen konnten. Am Ende brachten eine gehörige Portion Glück, das Wohlwollen des Schiedsrichters sowie individuelle Fehler und der fehlende Glaube der «Giallorossi» an ein zweites Wunder Liverpool in den achten europäischen Final der Klubgeschichte.

«Die zwei Tore in den letzten Minuten sind wie Zahnweh: Braucht kein Mensch», fasste Klopp bei Sky die Schlussphase der 2:4-Niederlage im Olimpico zusammen. Zahn- beziehungsweise Kopfschmerzen dürfte «Kloppo» vor allem seine Defensive bereiten.

Schwacher Liverpool-Auftritt

Trotz der frühen 1:0-Führung durch Sadio Mané und dem beruhigenden 2:1 durch Georginio Wijnaldum in der 25. Minute wirkte die Liverpool-Verteidigung oft wie ein wilder Hühnerhaufen. Die Gäste, die in ihrer gewohnt offensiven 4-3-3-Formation mit dem Dreizack Mané/Firmino/Salah antraten, machten sich mit vielen Fehlpässen (Passquote 69,2 Prozent) und noch mehr verlorenen Zweikämpfen (nur 44,1 Prozent gewonnen) das Leben aber auch selbst schwer. 

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Bei Milners Eigentor zum 1:1 reiht sich eine Unzulänglichkeit an die andere. Video: streamable

Liverpool überliess der Roma ausserdem komplett die Flügel, weshalb die Italiener über aussen stets gefährlich blieben. Mit 35 Flanken wurden die grossgewachsenen Stürmer Edin Dzeko und Patrik Schick gefüttert – vor allem in den ersten 25 Minuten brannte es vor Liverpool-Goalie Loris Karius, der wenig Souveränität ausstrahlte, deswegen immer wieder lichterloh. Insgesamt liessen die «Reds» 24 Torschüsse zu. 

Der torreichste Halbfinal aller Zeiten:

Wieder einmal zeigte sich, dass Liverpool keine Auswärtsmannschaft ist. An der Anfield Road in dieser Saison noch ohne Niederlage treten die «Reds» auf fremden Terrain nie gleich engagiert auf. Immer wieder versuchte man es mit langen Bällen in die Spitze, doch damit war gegen die Roma nur wenig auszurichten. Bezeichnend die Zweikampf-Quoten von Firmino (15,4 Prozent) und Salah (36,4 Prozent), die im Gegensatz zum starken Mané kaum in Aktion traten.

Der Plan B fehlt

Überhaupt gilt: Sobald die hervorragend bestückte Offensive nicht für die nötige Entlastung sorgt, bekommt Liverpool Schwierigkeiten und zeigt sich die defensive Anfälligkeit. Einen Plan B scheint die Mannschaft von Klopp nicht zu haben. Funktioniert das schnelle Umschaltspiel mit Pressing und Gegenpressing nicht, funktioniert Liverpool nicht. Und genau das könnte gegen Real zum Verhängnis werden.

Trainer Zinédine Zidane hat die Königlichen seit seinem Amtsantritt nämlich zu einem System-Chamäleon geformt. Konterfussball, Kurzpassspiel oder tiefes Verteidigen – Real beherrscht sämtliche Varianten und kann während des Spiels von der einen zur anderen wechseln.

Liverpool's Sadio Mane celebrates with Mohamed Salah, left, and Roberto Firmino, right, after scoring his side's third goal during the Champions League semifinal, first leg, soccer match between Liverpool and AS Roma at Anfield Stadium, Liverpool, England, Tuesday, April 24, 2018. (AP Photo/Dave Thompson)

Was, wenn der Liverpool-Dreizack im Final gegen Real nicht sticht? Bild: AP/AP

Liverpool muss im Hinblick auf den Final in Kiew also vor allem zwei Dinge tun:

  1. Die anfällige Defensive stabilisieren
  2. Auf ein weiteres Offensiv-Feuerwerk von Mané, Firmino und Salah hoffen

Mit 29 Toren (von 46) hat das MFS-Trio gerade die Champions-League-Bestmarke von BBC (Gareth Bale, Karim Benzema, Cristiano Ronaldo) geknackt, die in der Saison 2013/14 zusammen auf 28 Treffer kamen. Diesen Rekord hat Liverpool Real Madrid also bereits abgeluchst, am 26. Mai will es den Königlichen auch noch den Henkelpott aus den Händen reissen. Doch das wird mit Sicherheit ein hartes Stück Arbeit.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ott*ger 03.05.2018 14:53
    Highlight Highlight Karius muss sich einfach entscheiden (hihi Scheide) Champions League Sieger zu werden. Dann klappt das auch mit dem Pott.
    YNWA!
    4 5 Melden
  • Gretzky 03.05.2018 14:09
    Highlight Highlight Wenn die UEFA einen halbwegs fähigen und unparteiischen Schiri an den Final schickt, dann kann Liverpool dieses Real durchaus knacken. Hinten sind beide anfällig. Verspricht eine unterhaltsame Partie zu werden. Wäre einfach schön, wenn's das Spiel NICHT vom Schiedsrichter entschieden wird!!!
    11 3 Melden
  • Sir Konterbier 03.05.2018 14:03
    Highlight Highlight Erstmal muss man sagen, dass Liverpool abgesehen von den 3 Stürmern nicht gerade mit Spielern angetreten war, die man in einem Champions League Final erwarten würde. Und die Offensiv-Leute kamen ja auch erst unter Klopp zur Weltklasse.

    Liverpool hat gestern in Halbzeit 2 den Plan B versucht (Ball halten, Tempo rausnehmen) und ich muss zugeben, abgesehen von Minute 60-80 sah das nicht besonders stilsicher aus. Zurückzuführen ist das aber auch auf die Müdigkeit der Mannschaft, der viele Verletzte gefehlt haben. Klopp hat ja auch mehr aus Verlegenheit gewechselt so schien es mir^^
    8 1 Melden
    • Phoniks 03.05.2018 15:01
      Highlight Highlight Ach was. Liverpool ist in Bestbesetzung angetreten. Für den verletzten Ox ist Wijnaldum eingesprungen, ansonsten spieler dieselben 11 wie schon gegen City so wie auch im Hinspiel.
      1 0 Melden
  • uku 03.05.2018 12:25
    Highlight Highlight Liverpool hat gestern das erste Spiel in der laufenden Champions League Kampagne verloren. So lange du halt vorne mehr Tore schiesst als hinten erhältst, kann die Defensive noch so schlecht sein.
    5 2 Melden
  • Asmodeus 03.05.2018 12:18
    Highlight Highlight Liverpool muss nur die Schiris besser bestechen als Real. Dann wird das.
    4 6 Melden
  • Erarehumanumest 03.05.2018 11:24
    Highlight Highlight Hitz zu Liverpool, das wäre doch was! Er hat auf alle Fälle kein Karies...
    9 2 Melden
  • akado 03.05.2018 10:39
    Highlight Highlight Ich denke gestern war eines der schlechteren Spiel von Liverpool. Wer die Saison mitverfolgt hat weis dass das Team auch defensive gut spielen kann.
    39 9 Melden
  • My Senf 03.05.2018 10:39
    Highlight Highlight Ich hoffe mal, dass Klopp gestern aufgrund des Hinspiel Polsters geblufft hat und nicht zeigen liess was die Reds wirklich drauf haben.
    Real wird aus dem gestrigen Spiel nicht viel analysieren können
    Die Reds haben ja ab der 60‘ den Spielbetrieb eingestellt!
    Salah 0 Firmino 0
    Da war sogar lewandowski präsenter 😂😂
    Schliesslich hab ich eine Wette zu gewinnen
    Seit dem Hinspiel bei MC Tipp ich auf die Reds (war allerdings gedanklich immer noch bei den Adidas Trikots. NB hab ich irgendwie unterdrückt 😀)
    17 6 Melden
  • kupus@kombajn 03.05.2018 10:26
    Highlight Highlight Defensive stabilisieren? Quatsch! Es ist keine neue Erkenntnis, dass die nicht verteidigen können. Ich glaube, die trainieren das überhaupt nicht. Es gibt nur ein Rezept: auf neutralem Terrain so auftreten wie an der Anfield Road und einfach angreifen, angreifen und nochmals angreifen. Nicht Schwächen ausmerzen, auf Stärken setzen. Dann hat auch der Zuschauer was davon. Letztendlich ist es ja egal, wieviele Tore sie kassieren, so lange sie eines mehr machen. Und da Reals Abwehr auch ziemlich löchrig sein kann, gilt es erst recht, das umzusetzen.
    106 10 Melden
    • UncleHuwi 03.05.2018 10:37
      Highlight Highlight ich denke der Goalie und die Verteidiger sehen das ein bisschen anders! Jedes kassierte Tor ist eines zu viel...
      12 5 Melden
    • kupus@kombajn 03.05.2018 10:57
      Highlight Highlight Wenn sie den Pott gewinnen, wird das dem Goalie und den Verteidigern sch****egal sein!
      37 3 Melden
  • piedone lo sbirro 03.05.2018 10:24
    Highlight Highlight defensiv anfällig sind eigentlich beide teams.

    real hat in den letzten beiden CL partien zu hause 5 tore kassiert.
    liverpool hat mit van dijk an stabilität gewonnen, trotzdem scheint die mannschaft aber nicht über 90 min. konzentriert genug defensiv zu arbeiten.

    entscheidend ist immer auch das defensiv verhalten der mittelfeldspieler.

    die stärke der beiden teams liegt in der offensive, dies verspricht ein spannendes finale mit offenem ausgang.
    64 2 Melden
  • Jere 03.05.2018 10:18
    Highlight Highlight Ich wünschte mir so sehr das wiedermal eine andere Mannschaft als Real die Championsleague gewinnt, auch wenns für die Reds sehr schwierig wird.

    #YouNeverWalkAlone
    109 17 Melden
    • kärli 03.05.2018 11:18
      Highlight Highlight *
      'll
      6 1 Melden
  • avaya 03.05.2018 10:12
    Highlight Highlight Zur Aussage: "Liverpool ist keine Auswärtsmannschaft":

    Man City - Liverpool 1:2
    Porto - Liverpool 0:5
    Maribor - Liverpool 0:7
    Hoffenheim - Liverpool 1:2
    44 15 Melden
  • guido85 03.05.2018 10:05
    Highlight Highlight Simpel: Mehr Kohle für die Unparteiischen spenden als Real... dann klappt's!
    39 57 Melden
    • piedone lo sbirro 03.05.2018 11:21
      Highlight Highlight zappella sind sie es?
      7 3 Melden
  • RaleKralle 03.05.2018 10:00
    Highlight Highlight Wo bleibt der Artikel über die Fehlentscheidungen von Gestern? Liverpool würde nicht mal im Final stehen, wenn die Fehlentscheidungen nicht gewesen wäre. Aber über das Spricht ja niemand. War halt Liverpool und nicht Real Madrid #DajeRoma
    34 85 Melden
    • akado 03.05.2018 10:37
      Highlight Highlight Also bitte, wer beide spiele gesehen hat weis das Liverpool mehr als verdient im Finale steht. Wie auch Roma wurde Liverpool gestern ein Penalty geklaut. Zudem waren die beiden Penaltys welche gepfiffen wurden ein Witz. Dank den Schiris war es noch einmal spannend geworden sonst hätte Liverpool Roma so richtig fertig gemacht (was auch der Fall war).
      32 24 Melden
    • My Senf 03.05.2018 10:40
      Highlight Highlight Dafür wurde in Liverpool ein Penalty gegen sie gegeben der keiner war!
      28 5 Melden
    • Jere 03.05.2018 10:41
      Highlight Highlight Es gab genug Fehlentscheide auf beiden Seiten in den beiden Halbfinalspielen. Solange der Videobeweis nicht sinnvoll eingeführt wird braucht man sich nicht über einzelne Aktionen aufregen.
      31 3 Melden
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«Wir verspüren keinen negativen Druck» – YB muss in Valencia punkten

Mut und Solidarität verlangt Gerardo Seoane von seinen Spielern für den Match in Valencia. Sie sollen die Zweikämpfe suchen, sich unterstützen und, wenn sich die Möglichkeit bietet, ohne Umschweife nach vorne spielen.

Die Young Boys erwarten eine andere Partie als vor zwei Wochen daheim gegen Valencia. Die Verteidigung wird mehr gefordert sein, die Phasen mit Ballbesitz kürzer. Trotzdem soll einiges so laufen wie in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen Valencia. Loris Benito hofft, dass sie die Spanier erneut mit ihrem physischen Spiel bedrängen können.

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