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Wimbledon: Djokovic und der hohe Preis für seine konsequente Impfhaltung

Novak Djokovic durfte gestern zum siebten Mal den heiligen Rasen vom Wimbledon verköstigen.
Novak Djokovic durfte gestern zum siebten Mal den heiligen Rasen vom Wimbledon verköstigen.bild: imago-images.de
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Langer, frustrierender Sommer – Djokovic zahlt hohen Preis für konsequente Impf-Haltung

Ausser auf Sand ist Novak Djokovic noch immer der aktuell beste Tennisspieler der Welt. Das Ranking reflektiert dies aber immer weniger – und wann der Serbe die nächsten Top-Turniere bestreiten kann, entscheidet die Politik.
11.07.2022, 09:4911.07.2022, 13:12
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Goran Ivanisevic liess nach Novak Djokovics eindrücklichem siebten Triumph in Wimbledon tief blicken. Der ehemalige Champion und aktuelle Coach des Serben sprach von einem «Scheissjahr» und dass Djokovic lange gebraucht habe, um über die Ereignisse in Australien hinwegzukommen. «Viele hätten das nicht geschafft», glaubt der Kroate.

Wie Djokovic im Final Kyrgios entzauberte.Video: YouTube/Wimbledon

Sein Schützling war im Glauben nach Australien geflogen, dank einer Ausnahmebewilligung auch ohne Impfung einreisen zu dürfen. Diese Annahme erwies sich als falsch, und nach einer verlorenen Gerichtsanhörung musste er das Land wieder verlassen.

Erst in der Mitte der Sandsaison habe Djokovic seine normale Form langsam wieder gefunden. In Paris folgte die nächste Enttäuschung, als er im Viertelfinal gegen Rafael Nadal verlor und so seinen Titel nicht verteidigen konnte. Umso grösser ist nun die Genugtuung über den Triumph auf der grössten Bühne der Welt in Wimbledon.

Schwierige Ungewissheit

Zumindest durfte Djokovic in Europa überall spielen. Nun beginnt aber wieder eine Phase der Ungewissheit. «Wir trainierten, aber wir wussten nie, ob und wo er spielen darf. Noch drei oder vier Wochen vor dem French Open war nicht klar, ob er einreisen kann.» In die USA mit den beiden grossen Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami durfte er es nicht. Der Serbe spielte in diesem Jahr deshalb erst sieben Turniere.

Serbia's Novak Djokovic holds the trophy as he celebrates after beating Australia's Nick Kyrgios to win the final of the men's singles on day fourteen of the Wimbledon tennis championsh ...
Pokal, aber keine Punkte – Djokovic nach seinem siebten Wimbledon-Triumph.Bild: keystone

Nun wechselt die Tour bald wieder nach Nordamerika für die zweite Hartplatz-Tournee des Jahres – und das Problem mit der fehlenden Impfung wird wieder akut. «Für mich steht ein langer, heisser Sommer bevor», mutmasste Ivanisevic. «Meine Ferien beginnen heute.»

Djokovic hat hingegen die Hoffnung auf einen Kurswechsel in den USA noch nicht ganz aufgegeben. «Wir werden sehen, ob es noch News aus Amerika gibt», sagte er am Sonntagabend. «Ich denke nicht, dass eine Ausnahme realistisch ist. Ich kann eigentlich nur hoffen, dass sie die Impfpflicht für Einreisende aufheben.»

Sehr gross ist die Wahrscheinlichkeit indes nicht, und Djokovic schliesst aus, sich doch noch impfen zu lassen. Sein Fehlen beim US Open hätte auch gravierende Folgen in der Weltrangliste. Durch sein Fehlen bei Turnieren in Ländern mit einer Impfpflicht hat er bereits potenzielle 4000 ATP-Punkte verloren, dazu kommen die 2000, die der Wimbledon-Sieg eingebracht hätte, die aber wegen des Ausschlusses der russischen Spieler nicht gutgeschrieben werden. So ist er seit heute nur noch die Nummer 7 der Weltrangliste, im Jahresranking belegt er gar nur den 10. Platz.

Ein hoher Preis

Das bereitet ihm allerdings kaum Sorgen. Seit er den Rekord für die meisten Wochen als Nummer 1 an sich gerissen hat, interessiert ihn diese nicht mehr gross. «Wenn ich es richtig verstanden habe, bin ich als Grand-Slam-Sieger bei den ATP Finals dabei, solange ich in den Top 20 bin», erklärte Djokovic. «Dafür sollte ich genug Punkte haben.» Er sehe deshalb keine Notwendigkeit, Punkten nachzujagen. «Meine Priorität sind nun Siege bei Grand Slams und grossen Turnieren.»

Was Djokovic nach seinem siebten Wimbledon-Triumph sagte.Video: YouTube/Wimbledon

Deshalb würde ihm der Ausschluss vom US Open – und nach aktueller Gesetzeslage auch vom nächsten Australian Open – schmerzen. Djokovic steht wohl ein langer und geruhsamer, aber auch frustrierender Sommer bevor. Er zahlt einen hohen Preis für seine konsequente Haltung beim Thema Impfen. Sie könnte ihn gut und gern den Titel des erfolgreichsten Spielers der Geschichte kosten. (pre/sda)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ZSC Fan Forever
11.07.2022 14:52registriert April 2021
Wieso ist es nicht möglich, dieses Affentheater um Djokovic ruhen zu lassen und einfach nichts mehr zu schreiben ? Manno. Mir geht das sowas von auf den Sack. Er will sich nicht impfen lassen. Ok. Sein Entscheid. Dann soll er aber auch nicht jammern und einfach still und ruhig die Konsequenzen tragen. Punkt und fertig. Und so sollte s auch mit der Berichterstattung von ihm sein, denn dieses Thema ist sowas von ausgelutscht.
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ELMatador
11.07.2022 11:04registriert Februar 2020
Wenn es doch nur eine Lösung für sein Problem gäbe!
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