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epa06660487 Barcelona's Lionel Messi reacts during Champions League quarter-final second leg soccer match between AS Roma and FC Barcelona at the Olimpico Stadium, Rome, Italy, 10 April 2018.  EPA/RICCARDO ANTIMIANI

Wie konnte das nur passieren? Lionel Messi und sein FC Barcelona erlebten in Rom ihr rot-gelbes Wunder. Bild: EPA/ANSA

Die Gründe, warum Barcelona in Rom sensationell unterging



Was für eine Schmach! Etwas mehr als ein Jahr nach der glorreichen «Remontada» gegen Paris St-Germain, als der FC Barcelona in der Champions mit einem 6:1 im Achtelfinal-Rückspiel das 0:4 aus dem Hinspiel wettmachte, erlebt Barça selbst ein Debakel in der Königsklasse. 0:3 verlieren die Katalanen bei der AS Roma und müssen trotz des 4:1-Siegs zu Hause zum vierten Mal in fünf Jahren bereits im Viertelfinal die Segel streichen.

Kein Wunder ging die spanische Presse mit Barça hart ins Gericht:

«Marca»:

«Der Fall des Barcelona-Imperiums: Rom feiert ein Mega-Comeback und zieht in den Halbfinal ein. Das schlimmste ist, dass es gerecht war. Barça spielte schrecklich, ohne Verteidigung oder Angriff, unfähig, das Spiel zu kontrollieren. Mit drei Gegentoren sind die Katalanen dabei noch glimpflich davon gekommen. Es war Barcelonas lächerlichste Blamage in der Champions-League-Geschichte: Luis Suarez, Semedo, Umtiti und Alba – sie alle waren als Touristen unterwegs.»

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Die Frontseite der «Marca» von heute Mittwoch. bild: twitter

«Sport»:

«Historische Blamage! Barcelona wird von Rom erniedrigt. Nicht einmal Messi konnte es gerade biegen. Die Leistung Barças war einfach beschämend. Sie haben gespielt wie eine kleine Mannschaft. Barça kann sich bei Torhüter ter Stegen bedanken, dass es am Ende nur drei Gegentore waren.»

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«AS:»

«Was für eine historische Klatsche – ein kaiserliches Fiasko! Das schlechteste Barça der Saison wird von der Roma weggefegt. Ohne Persönlichkeit, ohne Spielwitz, ohne Messi und ohne Argumente, von einer Büffelherde überrannt.»

Wie es zum Barça-Fiasko kommen konnte? Dafür gab es vor allem zwei Gründe.

Romas Taktik

Anders als im Hinspiel war die AS Roma gestern Abend extrem offensiv ausgerichtet. Trainer Eusebio Di Francesco, der im letzten Sommer von Sassuolo in die Hauptstadt kam, stellte das System komplett um. Statt in der üblichen 4-3-2-1-Formation liess er sein Team in einem 3-5-2 auflaufen und sorgte so für ein dominantes Mittelfeld. Im Sturm wurde Edin Dzeko vom robusten Tschechen Patrick Schick und der hängenden Spitze Radja Nainggolan unterstützt.

Die Roma spielte ein beeindruckendes Pressing und kam durch lange Bälle auf die gross gewachsenen Sturmspitzen immer wieder gefährlich hinter die Barça-Abwehr. Bereits zur Pause verzeichneten die Italiener 10 Torschüsse. Nur dank Goalie Marc-Andé ter Stegen lag Barcelona nicht höher zurück.

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Das 1:0 von Dzeko: Ein hoher Ball hinter die Abwehr führt zum Erfolg. Video: streamable

Mit der aggressiven Spielweise kaufte die Roma den Spaniern auch danach den Schneid ab. 51,2 Prozent der Zweikämpfe, 53,3 Prozent der Tacklings und 68,2 Prozent der Kopfballduelle gingen an den Gastgeber. Kam Barça mal in Ballbesitz, funktionierte das Gegenpressing – und sonst griff Roma zu unfairen Mitteln. 12 ihrer 19 Fouls begingen die «Giallorossi» bereits in der gegnerischen Platzhälfte und verhinderten so allfällige Konter.

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Das 2:0 von De Rossi: Ein hoher Ball hinter die Abwehr, Dzeko holt den Penalty raus. Video: streamable

Dass mit Daniele de Rossi und Kostas Manolas die zwei Eigentorschützen aus dem Hinspiel trafen, war nur eine Randnotiz. «Das ganze Lob gebührt unserem Trainer», sagte Captain De Rossi nach dem Spiel. «Er hat eine neue Formation gefunden und sie uns innerhalb von zwei Tagen in die Köpfe geprügelt. Das hat ein Wunder bewirkt.»

Barças fehlende Solidarität

Es ist kein Geheimnis: Das Spiel des FC Barcelona steht und fällt mit Lionel Messi. Zieht der argentinische Ballkünstler mal einen weniger guten Tag ein, kommt Barça nicht richtig auf Touren. Schon gar nicht, wenn der Gegner so wild entschlossen ist wie die AS Roma gestern.

Messis Bilanz bei Barças CL-Outs:

2006/07: Achtelfinal gegen Liverpool – 180 Minuten, 0 Tore
2007/08: Halbfinal gegen ManUnited – 152 Minuten, 0Tore
2009/10: Halbfinal gegen Inter Mailand – 180 Minuten, 0 Tore
2011/12: Halbfinal gegen Chelsea – 180 Minuten, 0 Tore
2012/13: Halbfinal gegen Bayern – 90 Minuten, 0 Tore
2013/14: Viertelfinal gegen Atlético – 180 Minuten, 0 Tore
2015/16: Viertelfinal gegen Atlético – 180 Minuten, 0 Tore
2016/17: Viertelfinal gegen Juventus – 180 Minuen, 0Tore
2017/18: Viertelfinal gegen AS Roma – 180 Minuten, 0 Tore

zahlen: marca.com

In Barças Defensivspiel fehlt es vor allem an einem: an Solidarität. Am augenscheinlichsten beim 3:0 der Roma, als Torhüter ter Stegen Luis Suarez beim Eckball anwies, den vorderen Pfosten abzudecken. Doch der Uruguayer blieb im Niemandsland des Strafraums nur angewurzelt stehen und schaute tatenlos zu, wie Kostas Manolas zum Kopfball ging. Die Schuld suchte er danach bei Teamkollege Nelson Semedo. 

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Das 3:0 von Manolas: Suarez ist definitiv kein Verteidiger. Video: streamable

Weil Suarez und Messi vorne oft nur lustlos herumstapften und keine Defensiv-Arbeit leisteten, blieben nur acht Barça-Akteure übrig, die sich gegen zehn furiose Römer wehren mussten. Das konnte – trotz 56,6 Prozent Ballbesitz – nur schief gehen. Vor allem, weil nicht nur Messi und Suarez, sondern auch der Rest des Teams zuweilen schläfrig wirkte und sich nach dem 4:1 im Hinspiel wohl zu sehr in Sicherheit wiegte.

Die Heatmap von Lionel Messi:

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Messi hielt sich gestern nur selten in der eigenen Platzhälfte auf, kam auch nur auf 61 Ballberührungen und verlor 19 Mal den Ball. bild: twitter

Die Heatmap von Luis Suarez:

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Auch Suarez zog nicht seinen aktivsten Tag ein, er kam auf 33 Ballberührungen. bild: twitter

Jordi Alba, Samuel Umtiti und Semedo liessen sich von den Roma-Angrifern Mal für Mal übertölpeln, wirkten immer wieder überfordert und gingen nie mit letzter Konsequenz in die Zweikämpfe. Einzig Gerard Piqué hielt kämpferisch dagegen. Fast schon tragisch, dass ausgerechnet er den Elfmeter zum 0:2 verschuldete.

Natürlich spielte der Roma auch die frühe Führung in die Karten, doch Barça erwachte nicht – und Trainer Ernesto Valverde reagierte nicht. Warum er den physisch starken Paulinho gar nicht und den wirbligen Ousmane Dembélé erst spät einwechselte, bleibt sein Geheimnis.

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Kein Handschlag, keine Gratulation: Messi verschwindet nach dem Schlusspfiff sofort in der Garderobe. Video: streamable

Barça warf in der Schlussphase zwar nochmals alles nach vorne, doch es war zu spät. Den Hebel konnten Messi und Co. nicht mehr umlegen, zu sehr waren sie bereits in ihrer Lethargie erstarrt. So blieb den Katalanen nichts anderes übrig, als mit hängenden Köpfen vom Feld zu trotten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • DerRaucher 11.04.2018 15:51
    Highlight Highlight Kaum Thematisch wird das klägliche ausscheidenden von City mit einem Gesammtscore von 1:5 😂 was wurde da nicht alles gesagt. Beste Mannschaft der Welt momentan usw .. zur Meisterschaft wird es wohl nich reichen, das war es dann aber auch. Diesem Millionenclub fehlt es einfach am gewissen Etwas für einen Erfolg in der CL
  • fcsg 11.04.2018 13:12
    Highlight Highlight Suarez hatte gestern im wahrsten Sinne des Wortes den Aktionsradius eines Bierdeckels;-) Immerhin deckte er den Mittelpunkt hervorragend ab...
    • Mia_san_mia 11.04.2018 17:22
      Highlight Highlight Ja die Heatmap von ihm ist wirklich geil 😂
  • My Senf 11.04.2018 13:11
    Highlight Highlight Ach was Sensation?😒

    Barca war in beiden Spielen die schwächere Mannschaft Punkt!

    Nach Toren 🥅 seht es ja eh 6-2 😁

    Obwohl ich Barca eher freundlich sehe, war mir mulmig vor dem Match
    Die sind aus dem Tritt im Moment (Pep Syndrom 😂😂)

    Und ja hab’s seit den 1/4 gesagt, es wird ein Adidas CL final!
    • ponebone 11.04.2018 20:41
      Highlight Highlight Also mein lieber Senf, die Viertelfinals sind noch nicht mal durch, solange sagst du's ja noch nicht.
    • My Senf 11.04.2018 23:56
      Highlight Highlight Ich bin immer der Zeit voraus! 😁😂
  • riccardo13 11.04.2018 12:49
    Highlight Highlight Daje Roma 💛❤️
  • sgrandis 11.04.2018 12:09
    Highlight Highlight DAJE ROMA!!!

    Unico grande amore! Gioja de 'sta città!
    • Die verwirrte Dame 11.04.2018 13:29
      Highlight Highlight Pizza Margherita, Arrabiata, Prosciutto!
    • bro heng mal :) 11.04.2018 16:10
      Highlight Highlight haha verwirrte Dame, you made my day.

      aber nichtsdestotrotz, Gratulation an den AS Rom!
    • Die verwirrte Dame 11.04.2018 16:18
      Highlight Highlight @bro ich danke dir! :) Ich freue mich natürlich auch für den AS Rom.
  • Murspi 11.04.2018 12:02
    Highlight Highlight ''Die Gründe für das Scheitern''
    Schlussendlich ist alles reine Spekulation und teilweise ist es unerklärlich. Aber genau das macht den Reiz am Sport schlussendlich aus!
  • Kunibert der fiese 11.04.2018 11:33
    Highlight Highlight Naja, wenn der schiedsrichter halt nicht mithilft (wie damals beim psg spiel) müssen sie sich halt mehr anstrengen 😎
  • Tarek 11.04.2018 11:26
    Highlight Highlight Ich bin zwar die ewige Messi-Ronaldo-Diskussion leid, dennoch zeigt sich in der KO-Phase der Champions League immer wieder der Unterschied der Beiden. Messi ist zweifelsohne das grössere Talent und der bessere Fussballer, Ronaldo hingegen hat den grösseren Willen. Während Messi in den entscheidenen Spielen immer wieder abtaucht, sticht in diesen Momenten Ronaldo oftmals heraus.
    • Toerpe Zwerg 11.04.2018 12:41
      Highlight Highlight Ihre Analyse trifft den Nagel auf den Kopf. Ich war immer dem Messi Lager zugehörig. Aber Ronaldo ringt mir je länger je mehr grössten Respekt ab durch seine immer tadellose Arbeitseinstellung., während Messi sein überragendes Potential nie ganz ausschöpft.
    • GenerationY 11.04.2018 13:11
      Highlight Highlight Tolle Analyse... Schon mal die Tabelle in der Liga angeschaut?
    • Fuuxx 11.04.2018 13:21
      Highlight Highlight Das liegt aber auch daran das Real nur noch die CL hat und sonst überall aus dem Wettbewerb ist.

      Frisches Blut hat bei barca genau so gefehlt. Ein coutinho der leider nicht spielberechtigt ist. ein s.roberto der offensiv nicht so viel wert ist.

      Der Artikel selber ist sachlich Top!
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  • Holy Crèpe 11.04.2018 11:21
    Highlight Highlight Wäre wohl zu viel Laufarbeit gewesen für Messi, nicht auf direktem Wege in die Kabine zu marschieren ;)
  • TurnOver87 11.04.2018 11:19
    Highlight Highlight Tjaaaa..... Barca hat eigentlich auch in der Liga nie richtig gut gespielt.. Jetzt zahlt sich dass aus in der CL... Vielleicht war dass Ganze gar nicht mal so schlecht wie es gelaufen ist für Real.. Klar hätte ich jetzt gerne die Liga gehabt.. so ist es aber ihr letzter Strohhalm und die Motivation ist gestiegen.. Vamos Madrid!!!!!! :D
    • droelfmalbumst 11.04.2018 11:49
      Highlight Highlight Real ist auch nur dort wo sie sind weil CR7 alles erledigen muss... hat er mal ein kack tag wie es messi hat dann kannst du real genau so in die tonne werfen...
    • Alathea 11.04.2018 11:51
      Highlight Highlight Naja... gestern Abend haben sie definitiv grottig gespielt aber gleich zu behaupten sie hätten in der Liga, in der sie 11 Punkte vor dem zweiten liegen, nicht wirklich gut gespielt haben, ist ein bisschen weit hergeholt.. bzw. Wie mies haben den alle anderen gespielt? 😅
    • Raembe 11.04.2018 12:12
      Highlight Highlight Also wenn man so dominant die Liga gewinnt, wird man wohl mind 1Mal gut gespielt haben 😉
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