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Matthias Glarner im 6. Gang beim Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) Estavayer 2016 in Payerne, am Sonntag, 28. August 2016. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Matthias ist der erfahrenere Schwinger im Schlussgang – der Mark Streit eben. Bild: KEYSTONE

Ein eidgenössischer Schlussgang wie Sidney Crosby gegen Mark Streit

Armon Orlik (21) tritt im Schlussgang gegen Matthias Glarner (30) an. Er ist ungefähr so im Vorteil wie Sidney Crosby bei einem Duell gegen Mark Streit.

klaus zaugg, estavayer-le-lac



Ein Berner kommt immer durch. Nach dem Sturz der Titanen Kilian Wenger, Matthias Sempach und Christian Stucki hat nun Matthias Glarner den Schlussgang erreicht.

Der Turn- und Sportlehrer (mit Masterarbeit über das Schwingen) personifiziert die Zeitenwende von Estavayer für die Berner und tritt ausgerechnet auf eidgenössischer Ebene aus dem Schatten seiner scheinbar übermächtigen Verbandskameraden. Vor drei Jahren in Burgdorf hat der Panzergrenadier im 6. Gang gegen Christian Stucki gestellt und im 7. Gang gegen Matthias Sempach verloren – die Berner waren so überlegen, dass sie in der Schlussphase gegeneinander antreten mussten.

Wehrhaftigkeit gegen Offensivstärke

Der Berner Oberländer bekommt im Herbst seiner Karriere die Chance des Lebens. Gegen ihn spricht die Geschichte. Noch nie in der Neuzeit (seit 1945) hat einer der Königsthron nach dem 30. Geburtstag bestiegen. Am 19. Dezember ist Matthias Glarner 30 geworden.

Sein Bruder Stefan spielt als Aussenverteidiger beim FC Thun, seine Schwester beim gleichen Klub im Frauenteam. Er ist ein vielseitiger, defensiv robuster Schwinger mit bemerkenswerten Offensivqualitäten (daher der Vergleich mit Mark Streit).

Armon Orlik ist nach Stefan Fausch (er hat 2007 in Aarau gegen Jörg Abderhalden verloren) erst der zweite Bündner, der den eidgenössischen Schlussgang erreicht hat. Und er kann der erste König überhaupt aus dem Bündnerland werden.

Armon Orlik freut sich ueber seinen Sieg im 5. Gang beim Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) Estavayer 2016 in Payerne, am Sonntag, 28. August 2016. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Armon Orlik, wegen seiner Offensivqualitäten der Sidney Crosby der Schwinger. Bild: KEYSTONE

Wenn der wehrhafte Matthias Glarner einer wie Mark Streit ist, dann können wir Armon Orlik mit Sidney Crosby vergleichen. Er ist der technisch vielseitigste und offensiv stärkste Schwinger der Gegenwart – zumindest jetzt, am zweiten Tag, nach dem Untergang von König Matthias Sempach können wir das so behaupten.

Mark Streit

12.10.2015; Philadelphia; Eishockey NHL - Philadelphia Flyers - Florida Panthers;
Mark Streit (Philadelphia) 
(Christopher Szagola/Zuma Sports Wire/freshfocus)

Bild: Zuma/Cal Sport Media

Sidney Crosby

FILE - In this March 20, 2016 file photo, Pittsburgh Penguins center Sidney Crosby (87) lines up to take a face-off during an NHL hockey game against the Washington Capitals in Pittsburgh. After dispatching the New York Rangers in five games, Pittsburgh faces top-seed Washington in the second round, their ninth postseason clash but the first since 2009. (AP Photo/Gene J. Puskar, File)

Bild: Gene J. Puskar/AP/KEYSTONE

Keine Hollywood-Story

Armon Orlik (190 cm/109 kg) ist grösser, aber leichter als Matthias Glarner (186 cm/115 kg). Schwingtechnisch ist der «Flachland-Bündner» aus Maienfeld noch vielseitiger, beweglicher, aber weniger kräftig als sein Gegner. Der angehende Student (Fachrichtung Bauingenieur) ist zehn Jahre jünger als sein Herausforderer aus dem Bernbiet und im Schlussgang etwa so zu favorisieren wie Sidney Corsby bei einem Duell gegen Mark Streit. Theoretisch müsste sich Crosby gegen den Streit durchsetzen – aber es ist eben auch nicht ausgeschlossen, dass er hängen bleibt und die Scheibe verliert. Und auch der Altersunterschied passt ja: Sidney Crosby ist zehn Jahre jünger als Mark Streit. Ein Altersunterschied wie zwischen Matthias Glarner und Armon Orlik.

Ein schwingerisch hochstehender Schlussgang ist zu erwarten – aber ohne Hollywood-Stoff. Hollywood wäre gewesen, wenn Remo Käser den Schlussgang erreicht hätte. Er ist der Bub von Adrian Käser, dem König von 1989. Vater und Sohn im eidgenössischen Schlussgang – das wäre in der Tat vaterländisches Hollywood gewesen. Zumal Adrian Käser hier in Estavayer als TV-Experte arbeitet und den Schlussgang seines Sohnes hätte analysieren können.

Remo Kaeser, links, jubelt nach seinem Sieg gegen Andreas Ulrich, rechts, am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) Estavayer2016 in Payerne, am Samstag, 27. August 2016. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Remo Käser nach seinem Sieg gegen Andreas Ulrich. Bild: KEYSTONE

Aber eben: Für die Berner hat es in Estavayer sowieso schon zuviele «hätte», «sollte» und «könnte» gegeben.

Alle Schwingerkönige seit 1961

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