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Michael van Gerwen (rechts) gratuliert Rob Cross zum Finaleinzug.
Michael van Gerwen (rechts) gratuliert Rob Cross zum Finaleinzug.
Bild: EPA/EPA

Der Aufsteiger, die Stimmen, die Reaktionen – die Darts-Welt steht nach Cross' Sieg Kopf

Für viele war es die beste Partie Darts, die je an einer Weltmeisterschaft gespielt wurde: Der Halbfinal zwischen Titelverteidiger Michael van Gerwen und Rob Cross. Der Aussenseiter setzte sich überraschend durch. Die Geschichte seines Aufstiegs und die Reaktionen zu einem epischen Match.
31.12.2017, 11:1731.12.2017, 15:24

Der Aufsteiger

Bei seiner ersten WM gleich im Endspiel und im Halbfinal den besten Spieler der Gegenwart ausgeschaltet – traumhafter hätte das Turnier von Rob Cross wohl gar nicht verlaufen können. Der 27-jährige Engländer nahm 2016 erstmals an einem Profi-Event teil. Bei den UK Open, damals noch als Amateur-Qualifikant, scheiterte er in der vierten Runde – an Michael van Gerwen.

Im März 2017 qualifizierte sich Cross wieder für die UK Open. Dieses Mal erstmals als Profi. Der frühere Elektriker – deshalb auch sein Übername «Voltage» – erreichte dort das Achtelfinale, wo er dem späteren Sieger Peter Wright mit 10:6 unterlag. Eine Woche später folgte sein bis dato grösster Erfolg. Im Rahmen der PDC Pro Tour 2017 nahm er am 3. Players Championship Event teil. Er schlug Raymond van Barneveld, Gerwyn Price und im Finale dann auch Mervyn King und holte sich den Turniersieg.

In der zweiten Saisonhälfte schlug «Voltage» dann so richtig ein. Der 27-Jährige erreichte beim Grand Slam of Darts den Viertelfinal Players Championships Finals den Halbfinal und bei den Europameisterschaften gar den Final. Seinen grössten Erfolg feierte Cross aber eindeutig gestern spät am Abend: In einem epischen Halbfinal haut er Titelverteidiger Michael van Gerwen aus dem Turnier. Der Lohn: Das Endspiel gegen die Legende Phil «The Power» Taylor.

Die Schweiz verliert ihren besten Dartsspieler
Aufgrund einer neuen Regelung des Dartsverbandes PDC darf Thomas Junghans nicht mehr für die Schweiz antreten. Der Deutsche lebt seit acht Jahren in der Schweiz und durfte nach den alten Regeln für sein Wohnland spielen.

Ob er jetzt den Schweizer Pass beantragen wird, ist noch offen. Beim World Cup des WDF-Verbandes wurde er mit dem Team zuletzt sensationell Dritter, im Einzel kam er bis in den Achtelfinal. Er war der aussichtsreichste Kandidat, der die Schweiz bald an der PDC-WM hätte vertreten können. (aargauerzeitung/fox)

Die Stimmen

Die Gemütslagen nach dem Halbfinal-Drama hätten bei Rob Cross und Michael van Gerwen natürlich nicht unterschiedlicher sein können. Der Sieger hatte Mühe, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen:

«Worte können nicht beschreiben, was ich fühle. Ich habe nie mit einem solchen Aufstieg gerechnet. Ich bin ein Arbeiter aus einer ganz normalen Familie. Aber ich glaube an meine eigenen Fähigkeiten, deshalb bin ich hier. Den Sieg heute habe ich auch dem Publikum zu verdanken. Sie schafften es, bei van Gerwen die Nerven flattern zu lassen. Das Spiel gegen Taylor wird speziell, weil es sein Abschied ist. Aber ich will natürlich gewinnen.» 
Rob Cross

Am anderen Ende der Gefühlsskala hadert Michael van Gerwen mit der eigenen Chancenverwertung:

«Ich hasse es zu verlieren, insbesondere in diesem Turnier. Natürlich ist Cross ein toller Sieger, er hat wirklich gut gespielt, aber ich glaube, ich hätte den Sieg auch verdient gehabt. Ich hatte sechs Matchdarts. Normalerweise brauche ich nicht so viele. Mein Skoring war gut, aber meine Doubles haben mich im Stich gelassen. Diese Doubles waren manchmal so knapp, dass es mich krank macht.»
Michael van Gerwen

Die Reaktionen

Der Final

Am 1. Januar um 20 Uhr Schweizer Zeit geht es los mit dem Final im «Ally Pally» zwischen Rob «Voltage» Cross und Phil «The Power» Taylor. Es wird die erste und gleichzeitig letzte Partie zwischen den beiden sein, denn Taylor tritt nach dieser WM zurück.

Schafft der alte Mann Phil Taylor an seiner letzten WM nochmals den Sprung zuoberst aufs Podest?
Schafft der alte Mann Phil Taylor an seiner letzten WM nochmals den Sprung zuoberst aufs Podest?
Bild: AP/PA

Aufgrund seiner Erfahrung ist «The Power» sicher zu favorisieren. Aber das hat man vor dem Halbfinal auch über Michael van Gerwen gesagt. Geschichte wird dann aber so oder so geschrieben. Entweder Taylor holt seinen 17. Weltmeistertitel oder Cross gewinnt gleich bei seiner ersten Teilnahme die Weltmeisterschaft. Der letzte, dem das gelang war – na wer wohl? – Phil Taylor, 1990.

Alternative zu «Sport1»
Erstmals überträgt auch ein Schweizer Sender die Darts-WM direkt. TV24 zeigt auch den Final live. Gabriel Oldham kommentiert gemeinsam mit Experte Philip Brzezinski.

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quelle: getty images europe / ben hoskins
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