Jetzt hat die Nati nur ein Ziel: «Eine zweite Silbermedaille will keine Sau»
Nach der 6:0-Gala im WM-Halbfinal gegen Norwegen ist die Schweizer Nati zufrieden und glücklich. Aber alle Akteure betonen immer auch, dass das Turnier noch nicht vorbei ist. «Wir sind genau dort, wo wir sein wollen. Jetzt fehlt noch ein Sieg», sagt Nico Hischier nach dem Spiel. Trainer Jan Cadieux war hin- und hergerissen: «Ich bin stolz auf den Auftritt der Mannschaft und gleichzeitig bin ich im Kopf auch schon ein wenig beim Spiel von morgen.»
Trotzdem ist den Nati-Akteuren klar, was sie heute erreicht haben. Verteidiger Christian Marti erlaubt sich einen kurzen Moment der Freude und des Geniessens: «Wir haben uns das hart erarbeitet und verdient.» Sie hätten über das ganze Turnier konstant gute Leistungen gezeigt.
Hischier hebt noch einmal den besonderen Teamgeist innerhalb der Schweizer Mannschaft hervor. «Wir haben eine geile Gruppe und haben viel Spass. Gemeinsam mit den Heimfans ist es wirklich super», sagt der Stürmer der New Jersey Devils. Auch Marti hebt das Publikum noch einmal hervor: «Wir haben vor der WM gesagt, dass wir ein Hockey-Fest entfachen wollen und ich glaube, das ist uns gelungen.» Sie seien einfach dankbar, das erleben zu dürfen.
Stürmer Ken Jäger, der gegen Norwegen das 3:0 erzielt hat, lässt sich auch noch auf eine kurze Spielanalyse ein. «Die Norweger standen sehr gut und versuchten, extrem aggressiv zu spielen», erklärt der Spieler von Lausanne. Vielleicht seien die Schweizer zu Beginn etwas zu stark auf die Provokationen der Gegner eingegangen. «Doch dann haben wir die Ruhe gefunden und einige Tore geschossen», fasst Jäger zusammen.
Diese Geduld war es auch, die Cadieux am besten gefallen hat. Im ersten Drittel waren wir ein wenig nervös. «Ab dem zweiten Drittel haben wir dann wieder unser Spiel durchgezogen», analysiert der Nationaltrainer. Man habe gesehen, erneut gesehen, dass diese Mannschaft auch schwierigere Phasen überstehen kann.
Nach dem souveränen Halbfinalsieg legt das Schweizer Team nun den Fokus auf die Erholung. Als Heimteam haben sie den früheren Halbfinal gespielt und nun einige Stunden mehr Pause als der Finalgegner. «Wir können sicher etwas früher ins Bett gehen. Wir werden sehen, ob das ein Vorteil sein kann», sagt Hischier.
Denn das Ziel ist jedem einzelnen Schweizer klar: «Wir wollen den Final gewinnen und werden alles dafür machen, dass das gelingt», kündigt Trainer Cadieux an. Jäger weiss schon, wie sie den Final angehen wollen: «Wir müssen an unserem Spiel nicht viel ändern, einfach mit Freude ins Spiel gehen und den Schwung mitnehmen.»
Und Marti findet, es sei jetzt einfach Zeit für Gold: «Eine zweite Silbermedaille will keine Sau.» Sein Wort in der Hockeygötter Ohren. (abu)
