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Schweizer Eishockeyverband erklärt Kehrtwende im Fall Fischer

Urs Kessler, Praesident Swiss Ice Hockey Federation spricht ueber seine Bilanz nach 100 Tagen im Amt an der Medienkonferenz der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) am Mittwoch, 3. Dezember 2025 im Hote ...
SIHF-Präsident Urs Kessler.Bild: keystone
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«Die Person Patrick Fischer ist mir sehr wichtig» – Verbandspräsident zur Entlassung

Patrick Fischer ist nicht mehr Schweizer Nationaltrainer. Nachdem ihn der Verband zunächst geschützt hat, entliess er ihn doch. Verbandspräsident Urs Kessler nimmt Stellung.
17.04.2026, 10:0417.04.2026, 10:04
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Die Medienkonferenz ist damit abgeschlossen
Wer hat den Entscheid genau getroffen?
«Der Verwaltungsrat hat am Mittwoch eine ausserordentliche Sitzung durchgeführt, die Beurteilung vorgenommen und diesen Entscheid gefällt.»
Wie gross ist die persönliche Enttäuschung?
«Patrick Fischer ist eine Riesenpersönlichkeit und hat riesige Verdienste für das Schweizer Eishockey. Der Mensch steht für mich im Vordergrund. Es tut mir sehr leid für die Person, ich fühle mit ihm. Es war sein grosses Ziel, die Heim-WM wäre die letzte grosse Bühne gewesen und das bereue ich sehr.»
Gibt es Anfragen aus China?
«Ich kann nur für mich sprechen, ich habe von China oder Peking nichts gehört. Ich habe kein direktes Schreiben bekommen.»
Wie soll vor der Heim-WM Euphorie aufkommen?
«Wir wollen alles dafür tun, vertrauen auch auf Jan Cadieux. Ein wichtiger Punkt ist der sportliche Erfolg und dafür braucht es Ruhe. Ich wünsche allen eine tolle Heim-WM mit vielen Fans und dass der Sport wieder im Vordergrund steht.»
Gedanken an eigenen Rücktritt?
«Ich bin mir dieser Verantwortung bewusst und verstehe die Diskussion. Wir haben in den letzten 48 Stunden auch Fehler gemacht. Aber 30 Tage vor der Heim-WM den Verband führungslos zu machen, wäre aus meiner Sicht das schlimmste, was wir dem Schweizer Eishockey antun könnten.»
Gefälschtes Zertifikat auch an der WM 2022?
«Für die Teilnahme an der WM 2022 in Finnland war ein Impfzertifikat oder ein Genesungszertifikat nicht älter als 90 Tage nötig. Wir untersuchen das und arbeiten mit der IIHF zusammen. Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nichts ausschliessen, aber warten noch die Untersuchung ab.»
Neuer Tor-Song an der WM?
Frage: Patrick Fischer war ein «Posterboy», bestimmt auch marketingtechnisch wichtig für den Verband. Muss nun vor der WM viel neu aufgegleist werden mit Fischer, auch der Tor-Song?

«Den Tor-Song müssen wir sicher angehen und das neu überprüfen und die weiteren Entscheide fällen. Mit unseren Partnern sind wir im engen Austausch. Unsere Sponsoren wurden vor der Medienmitteilung transparent informiert. Mehr kann ich dazu nicht sagen.»
Werden Fischer die Sports Awards aberkannt?
«Das wurde mir im Gespräch von Swiss Olympic mit Ruth Metzler kommuniziert. Es wird im Athletenrat geprüft. Mehr kann ich dazu nicht sagen.»
Warum haben Natispieler einen «Maulkorb» erhalten?
«Wir haben entschieden, dass ich als Einziger hier auftrete und rede.»

Nächste Woche würden Testspiele in der Schweiz anstehen, dann würden die Spieler zur Verfügung stehen und auch Jan Cadieux werde zu den Medien zu reden, ergänzt die Kommunikationschefin des Verbands. Weiter sagt sie: «Es war eine ausserordentliche Situation. Wir wollten erst von der Präsidentenstelle reagieren, bevor wir medientechnisch zum Normalzustand zurückgehen.»
Wie geht es Patrick Fischer?
«Ich habe gestern mit ihm telefoniert. Der Mensch ist mir sehr wichtig, wir dürfen die sportlichen Erfolge nie vergesen. Ich bedaure es sehr von der sportlichen Seite und ich werde mit ihm im Austausch bleiben und die Person Patrick Fischer ist mir sehr wichtig.»
Welche Auswirkungen hat der Fall auf die Zusammenarbeit mit SRF?
«SRF ist ein Partner vom SIHF und wir werden die Geschichte aufarbeiten. Es wäre falsch, jetzt schon Schlüsse zu ziehen.»

Dass die Spieler gestern beim Testspiel in der Slowakei keine Interviews geben durften, ist laut der Kommunikationschefin des Verbands «keine Retourkutsche ans SRF». Man wolle sich derzeit mit einer Stimme äussern, und das sei jene des Präsidenten.
Haben Sie die Situation unterschätzt?
«Nein, wir haben uns auf die rechtliche Situation konzentriert. Der Fall war juristisch erledigt. Aus heutiger Sicht war es ein Fehler, zu glauben, dass damit alles gesagt sei. Die öffentliche Reaktion hat uns gezeigt, dass dies zu kurz gegriffen war und dies korrigieren wir jetzt.»
Wie hat das Team in der Slowakei den Entscheid aufgenommen?
«Ich habe unmittelbar, bevor die Mannschaft am Mittwoch aufs Eis gegangen sind, zu ihr gesprochen. Es ist eine grosse Verbundenheit zu Fischer im Team vorhanden. Aber es ist wichtig, jetzt nach vorne zu schauen. Wir haben die Entscheidung getroffen und jetzt ist Jan Cadieux unser Headcoach.»
Kessler erfuhr am Montag davon
«Ich habe das am Montag um etwa 12 Uhr gehört, als ich von Mediensprecher Finn Sulzer und Sportdirektor Lars Weibel angerufen wurde.»
Sponsoren nicht ausschlaggebend
«Keine Sponsoren haben aktiv die Entlassung von Patrick Fischer gefordert.»
Sagen nun NHL-Stars ab?
Fischer vertrug sich sehr gut mit den Schweizer Spielern, die ihr Geld in der NHL in Nordamerika verdienen. Gibt es die Angst vor einer «Retourkutsche» und Absagen für die WM?

«Die Heim-WM ist eine einmalige Angelegenheit. Und wir haben grosses Vertrauen in Jan Cadieux, der schon letztes Jahr dabei war.» Fischer habe selber gesagt, er habe mit Cadieux «einen zweiten Headcoach».
Spieler nicht um deren Meinung gefragt
«Das Team ist nicht in den Entscheid involviert gewesen. Wir haben nicht vorgängig mit dem Team Kontakt aufgenommen, sondern nur ein Gespräch mit Lars Weibel gehabt.» (Anm.d.Red.: der Sportdirektor des Verbands)
Wie hat Patrick Fischer auf die Entlassung reagiert?
«Ich habe es ihm auf virtuellem Weg mitgeteilt. Unser Entscheid stand fest. Er hat sich Gedanken gemacht und überlegt und es ist klar, es war eine besondere Situation.»
Interne Untersuchung angekündigt
Frage: Wann fand das Gespräch an diesem Mittagessen statt und in welcher Form hat Patrick Fischer die Information weitergegeben? Wie hat sich der Kommunikationsmann des Verbands verhalten?

Kessler: «Es trifft zu, dass unser Medienchef beim Mittagessen im März 2026 anwesend war. Wie es danach weiterging und wer welche Information erhielt, wird die administrative Untersuchung zeigen. Wo das Gespräch stattfand, weiss ich nicht.»
Erste Einschätzung war falsch
«Der Fall ist rechtlich abgescholossen, aber die Vertrauensfrage ist es nicht. Unsere erst Einschätzung war zu kurz gegriffen. Wir korrigierten sie bewusst und sagen das offen. Es ist ein notwendiger Schritt, um Verantwortung zurückgewinnen.»

«Wir wollen, dass nicht nur von einer Krise die Rede ist. Sondern auch davon, dass der Verband die Möglichkeit genutzt hat, seine ethischen Werte zu stärken.»
Wechsel nötig, um das Team zu stärken
«Wir haben entschieden, dass Jan Cadieux die Funktion per sofort übernimmt. Er kennt das Team und die Strukturen, bringt Erfahrung als Spieler und Trainer mit. Wir haben Vertrauen in Team und Staff, dass es gelingt, schnell den Fokus und die Stabilität ins Team zurück zu bringen.»

«Wir als Verband müssen den Spielern den Rücken stärken. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass diese Diskussion die Heim-WM nicht überlagert und die Spieler sich auf den Sport fokussieren können. Wir schulden den Fans ein Team, das alles gibt und einen Verband, der auch neben dem Eis Verantwortung übernimmt.»
Die turbulente Woche
«Es waren für alle schwierige Tage. Für Patrick Fischer, die Spieler, aber auch für uns als Verband. Wir stehen in der Kritik und die ist wichtig. Wir müssen uns den Fehlern stellen und daraus lernen.»
«Ein Vertrauensbruch»
«Patrick Fischer hat dem Schweizer Eishockey sehr viel gegeben. Spieler haben sich unter ihm weiterenwickelt, wir haben grosse Erfolge gefeiert. Wir relativieren den Fehler nicht mit dem Hinweis auf die Erfolge und wir löschen seinen Beitrag nicht aus der Geschichte des Schweizer Eishockeys. Wir danken ihm für seine grossartige Arbeit, wollen aber gleichzeitig klarstellen, dass er nicht mehr Nationaltrainer sein kann.»

«Er hat einen Entscheid getroffen, der mit unseren Werten und der Vorbildrolle eines Nationaltrainers nicht übereinstimmt. Es war ein Vertrauensbruch in einer für alle schwierigen Zeit.»
Kessler zur Kehrtwende des Verbands
«Es ist öffentlich geworden, dass Patrick Fischer ein gefälschtes Corona-Zertifikat bestellt und benutzt hat. Dafür wurde er bestraft und verurteilt. Dieses Verhalten widerspricht unseren Werten.»

«Wir haben uns zu Beginn hinter ihn gestellt. Für uns war der Fall in einer ersten Beurteilung abgeschlossen. Doch danach folgten ein öffentlicher Sturm mit medialer Berichterstattung und Reaktionen der Öffentlichkeit, und wir haben uns noch einmal hinterfragt. Deshalb haben wir entschieden, ihn zu entlassen. Es war ein schwieriger Entscheid.»
Fall Fischer versaut Vorfreude
Urs Kessler spricht zunächst über die bevorstehende Heim-WM in Zürich und Freiburg. «Alle haben sich riesig auf die Heim-WM gefreut. Leider ist es nicht möglich, über die grossartigen Erfolge des Schweizer Eishockeys zu sprechen, weil wir uns als Verband in einer Situation befinden, die für uns, das Team und auch die Fans unangenehm ist.»
Was bisher geschah
Das Schweizer Eishockey erlebt turbulente Tage. Während in der National League die Playoffs um den Meistertitel stattfinden (am Samstag beginnt der Final zwischen dem HC Davos und dem HC Fribourg-Gottéron), verlor Nationaltrainer Patrick Fischer seinen Job.

Am Montagabend gestand Fischer – vermeintlich aus dem Nichts –, dass er mit einem gefälschten Impfzertifikat an die Olympischen Spiele 2022 nach Peking gereist war. Auslöser für das Geständnis waren SRF-Recherchen, mit denen sich Fischer konfrontiert sah.

Der Verband, die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF), stellte sich zeitgleich hinter den langjährigen Nationaltrainer. Man unterschätzte dabei den Wirbel, den diese Enthüllung verursachte und trennte sich zwei Tage später von Fischer. Nun erklärt SIHF-Präsident Urs Kessler die Kehrtwende.

Der Sturz von Patrick Fischer

Das Schweizer Eishockey erlebt turbulente Tage. Während in der National League die Playoffs um den Meistertitel stattfinden (am Samstag beginnt der Final zwischen dem HC Davos und dem HC Fribourg-Gottéron), verlor Nationaltrainer Patrick Fischer seinen Job.

Am Montagabend gestand Fischer – vermeintlich aus dem Nichts –, dass er mit einem gefälschten Impfzertifikat an die Olympischen Spiele 2022 nach Peking gereist war. Auslöser für das Geständnis waren SRF-Recherchen, mit denen sich Fischer konfrontiert sah.

Der Verband, die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF), stellte sich zeitgleich hinter den langjährigen Nationaltrainer. Man unterschätzte dabei den Wirbel, den diese Enthüllung verursachte und trennte sich zwei Tage später von Fischer.

Nun erklärt SIHF-Präsident Urs Kessler die Kehrtwende, die zur Freistellung Fischers führte. Die Medienkonferenz beginnt um 9.30 Uhr. (ram)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
17.04.2026 09:38registriert Oktober 2019
Hätte es keinen medialen Aufschrei gegeben, wäre gar nichts passiert.

Der Verband ist doch aus dem selben Holz geschnitzt wie Fischer.
317
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
17.04.2026 09:31registriert Juni 2016
Darf man annehmen, dass Kessler ebenfalls abtritt?
236
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Pascal Schmitz über Recherche zu Fischer: «Es war einfach mein Job»
SRF-Journalist Pascal Schmitz erfuhr bei einem Mittagessen mit Patrick Fischer von dessen gefälschtem Covid-Zertifikat. Nachdem er die Veröffentlichung eines Berichts angekündigt hatte, trat Fischer die Flucht nach vorn an. Schmitz verrät nun, warum SRF so vorging.
Für die meisten war die Nachricht am Montag eine Überraschung. Doch dass Patrick Fischer für die Olympischen Spiele 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft hatte, wusste Pascal Schmitz seit Mitte März. Der Moderator und Inlandreporter von SRF plante eigentlich ursprünglich einen «10vor10»-Beitrag über Fischers unkonventionelles Vorgehen, wie er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger berichtet. Doch mit der Beichte Fischers wurden die Pläne über den Haufen geworfen.
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