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Blick in die neue Bossard Arena beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern am Freitag, 10. September 2010, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Blick in die Zuger Bossard Arena. Bild: KEYSTONE

Zahlt sich Del Curtos Jugendwahn aus? 4 Fragen zu den 4 Playoff-Viertelfinals

e.Wuillemin, m.kuchta / Aargauer Zeitung



Zug – ZSC Lions Stand: 1:3

Kann der ZSC die Genügsamkeit fernhalten?

Eine Woche hat gereicht, und die Welt im Hallenstadion steht kopf. Aus den notorisch uninspirierten ZSC-Verlierern ist eine Einheit entstanden, die verblüfft. Es wächst eine Mannschaft, die mit Tempo, Wucht und Leidenschaft über ihren Gegner hinwegfegt. So geschehen am Samstag gegen den EV Zug. Ein Sieg noch – und der ZSC steht im Halbfinal.

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Die Highlights von Spiel 4 im Hallenstadion. Video: YouTube/MySports

Wie konnte diese kaum für möglich gehaltene ZSC-Auferstehung passieren? Vielleicht hilft ein Blick zum Gegner EV Zug. Vor der Garderobe war im Anschluss an die erneute Niederlage die Rede von «Schönwetterhockey» oder «Disziplinlosigkeiten». Es sind erstaunliche Attribute. Oder zumindest erstaunlich, dass sie rund um den EVZ auftauchen. Hatten sich doch im bisherigen Saisonverlauf vor allem die Lions mit solchen Problemen beschäftigen müssen.

Der EVZ ist so sorgenlos durch die Qualifikation (auf Platz 2) gesegelt, dass nun bereits der erste starke Gegenwind reicht, um das Team auf Abwege zu bringen. Vielleicht ist das aber kein Zufall, wenn es zuvor sechs Monate lang mehr oder weniger egal war, wie man spielt. Es zählte ja nie wirklich.

Immer deutlicher wird dagegen, dass es den Zürchern gutgetan hat, in der Krise während der Qualifikation einige Widerstände zu überwinden. Sie kämpfen um jeden Zentimeter Eis, sie blockieren viele Schüsse, sie spielen hart und schnell, mittlerweile sogar auch noch effizient. Und überdies können sie sich auf ihren souveränen Torhüter Lukas Flüeler verlassen. Kurz: Es sind sogar die Ingredienzien vorhanden, um in einem allfälligen Halbfinal den Meister SCB zu fordern. Voraussetzung dafür: Es setzt nicht bereits nach einer guten Woche schon wieder Genügsamkeit und Selbstüberschätzung ein. Diese Gefahr bestand beim ZSC zuletzt immer.

Zuercher Chris Baltisberger jubelt im vierten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug, am Samstag, 17. Maerz 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Chris Baltisberger euphorisiert: Der ZSC zeigt gegen Zug sein Playoff-Gesicht. Bild: KEYSTONE

Bleibt die Frage nach den Ausländern. Diese waren lange eines der grössten Problemfelder. Doch auch hier zeigen die Tendenzen aufwärts. Fredrik Pettersson und Kevin Klein tragen das Team. Das alleine überrascht wenig. Erstaunlicher schon eher, dass nun mit Drew Shore und Lauri Korpikoski auch Spieler trafen, von denen man das kaum erwartet hätte. Vielleicht ist damit das muntere Hin-und-her-Wechseln von ZSC-Trainer Hans Kossmann bezüglich der Ausländer vorbei.

Die Löwen haben Blut geleckt, so viel ist klar. Doch wie weit trägt sie dieses Erweckungserlebnis der vergangenen Woche? Lange wird es nicht mehr dauern, bis die schönen Geschichten der Vergangenheit hervorgeholt werden. Beispielsweise, dass drei abtretende Trainer (Ruhnke, Kreis, Hartley) mit dem ZSC zum Abschied Meister wurden. Kossmann wäre in guter Gesellschaft

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  • 26%EV Zug
  • 74%ZSC Lions

Bern – Servette Stand: 3:1

Kommt Servette noch einmal zurück?

Endlich zeigten die Genfer in diesen Playoffs ein richtiges Lebenszeichen. Nach einem Totalausfall (0:7) und zwei partiell genügenden Auftritten (2:5, 1:5) schafften es die Grenats erstmals, ihre Leistung über die ganze Spieldauer abzurufen, und gewannen 4:1.

Wichtig waren dabei zwei Punkte: Erstens zeigte Goalie Robert Mayer, der am Donnerstag zuschauen musste, eine Top-Leistung und musste sich nur einmal bezwingen lassen. Zweitens: Gingen die Genfer zum ersten Mal in dieser Serie in Führung und zwangen die Berner damit aus der Reserve.

Es ist allerdings anzuzweifeln, dass dieser Sieg mehr war als ein Strohfeuer ist. Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass sich der Meister die Butter noch vom Brot nehmen lässt. Sehr gut möglich, dass dieses Duell schon am Dienstag mit dem dritten SCB-Heimsieg entschieden ist

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  • 86%SC Bern
  • 14%Genève-Servette HC

Biel – Davos Stand 2:2

Zahlt sich Arnos Jugendwahn aus?

Am Samstag in Spiel vier debütierte Verteidiger Dominik Buchli (19 Jahre alt), am Donnerstag waren schon Davyd Barandun (18), Ken Jäger (19), Jannick Frehner und Dominik Weder (beide 20) zu einem Team gestossen, in welchem mit Nando Eggenberger (18) bereits ein Teenager mitspielte.

Davos Cheftrainer Arno Del Curto, beim vierten Playoff-Viertelfinalspiel der National League  zwischen dem HC Davos und EHC Biel, am Samstag, 17. Maerz 2018, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Arno del Curto setzt in den Playoffs alles auf die Karte Jugend. Bild: KEYSTONE

Mit sechs Elite-Junioren in der Aufstellung besiegte der HCD am Samstag den EHC Biel mit 4:2. Der Jugendwahn des einmal mehr unkonventionellen Arno Del Curto hat sich ein erstes Mal ausbezahlt. Aber kann er damit auch die Serie gewinnen? Das wird schwierig.

Die Davoser bewegen sich nicht nur personell auf dünnem Eis. Die Mannschaft agiert viel zu oft zu chaotisch, verliert zu oft den Faden. Dass das gegen die soliden Bieler, die ebenfalls noch viel Luft nach oben haben, gut geht, muss man aus Sicht des HCD anzweifeln.

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  • 39%EHC Biel
  • 61%HC Davos

Lugano – Fribourg Stand: 3:1

Verkraftet Fribourg diesen Rückschlag?

Was für eine bittere Niederlage! Fribourg-Gottéron machte am Samstag im Heimspiel gegen Lugano eigentlich fast alles richtig. Aber man schoss nur ein Tor und ging entsprechend als unverdienter Verlierer vom Eis. 1:3 verloren, 1:3-Rückstand in der Serie. Ob die Freiburger diesen Rückschlag verkraften?

Den Mut, den sie aus ihrem Comeback in Spiel Nummer drei (4:3-Sieg nach Verlängerung nach 1:3-Rückstand) geschöpft hatten, könnte nach diesem Rückschlag schon wieder weg sein. Zumal die Luganesi mit Elvis Merzlikins über einen überragenden Goalie verfügen, der sein Gegenüber Barry Brust bisher klar ausgestochen hat.

Spielerisch hat Fribourg die Mittel, noch einmal in diese Serie zurückzukehren. Jetzt wird der Kopf entscheiden, ob die Saanestädter das Glück auf ihre Seite zwingen können.

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  • 83%HC Lugano
  • 17%HC Fribourg-Gottéron

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kane88 19.03.2018 14:29
    Highlight Highlight Die Musik auf dem Eis machen immer noch die Routiniers und Ausländer. Von den Jungen ist nichts zu sehen. Wie auch bei den paar Minuten Eiszeit.
  • Beaudin 19.03.2018 13:35
    Highlight Highlight Del Curto macht das richtig, die Tigers wären gut beraten, wenn sie auch auf die Jungen setzen, sonst werden Rüegsegger und das Golitalent Schmid mit Mehrjahresverträgen in Davos landen.
  • Chatzegrat Godi 19.03.2018 13:20
    Highlight Highlight AdC hat halt Mut und hoffentlich zahlt es sich aus. Schau mal bei den Tigers. Die könnten jetzt dem jungen TH A. Schmid eine Spielgelegenheit geben, da es nun eigentlich um nichts mehr geht, aber die haben den Mut nicht (bzw. Ehrlers).
  • Fanito 19.03.2018 13:00
    Highlight Highlight Also geht mal auf die Bremse von wegen Jugendmannschaft.... ja, es haben viele Junge gespielt, aber wie lange? Mit Abstand am meisten Eiszeit haben immer noch die Routiniers, AdC will einfach das Tempo hochhalten, Inder er sie immer mal wieder ein paar Sekunden reinlässt. Übrigens haben die Elite Jun. des EHCB als 8. den 1. SCB rausgehauen, wäre doch auch mal eine Meldung wert!
    • Martinov 19.03.2018 13:52
      Highlight Highlight Eggenberger 10:25 toi
      Buchli 11:05 toi
      Barandun 12:52 toi
      Jäger 14:36 toi
      Frehner 09:08 toi

      Denke das ist mehr als ein paar sekunden, logisch Spielen sie keine 25‘ wie nygren oder 24‘ wie du bois....
    • Fanito 19.03.2018 16:27
      Highlight Highlight Ich muss zugeben, die Zahlen überraschen mich jetzt etwas. Habe das ganze Spiel gesehen und hätte aber auf nicht mehr als 5-8 Min. geschätzt (das mit den Sekunden war natürlich absichtlich etwas über, bzw. untertrieben)... heisst, Chapeau an diese Jungs, gut gemacht.
      Bei einer Aussage bleibe ich aber, Hauptunterschied machen bisher Ausländer und Powerplay (was wiederum teils auf das Gleiche rauskommt). Kommen die Bieler das in den Griff, endet das Jugend forscht Projekt im Viertelfinal, andernfalls wird AdC noch lange davon berichten
    • riqqo 20.03.2018 11:55
      Highlight Highlight Naja, Jäger hatte bereits in Biel ordentlich Dampf gemacht, Buchli traf am Samstag die Latte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Junior ein Tor schiesst...
  • N. Y. P. D. 19.03.2018 12:05
    Highlight Highlight Es ist ok, wenn jetzt in Davos die Euphorie ausbricht.

    Die verjüngte HCD hat es den routinierten Bielern ordentlich gezeigt.

    Nun denn, es folgt jetzt Spiel 2 der Elite - Junioren gegen Biel. Sie müssen in Biel bestätigen, dass sie ein zweites Mal mit dem Druck umgehen können.

    Danach kann man ein erstes Résumé ziehen.
    • Fanito 19.03.2018 13:14
      Highlight Highlight Den Unterschied machen Powerplay und die Ausländer... da ist Biel im Moment unterlegen, bzw. Earl, Pouliot und Co. sind nicht auf dem Level der Quali. Das und nur das ist der Grund, sicher nicht die Jungen (so nobel es ist von AdC, diese etwas PO Luft schnuppern zu lassen).
    • Matthias Rutishauser 19.03.2018 16:19
      Highlight Highlight AdC und seine unbeherrschten Junioren - aber zum Glück hilft Euch die unabhängige Liga-Justiz und sperrt den Maurer...
    • Willy Tanner 19.03.2018 16:49
      Highlight Highlight Jetzt hast Du da mit unbeherrscht wohl etwas verwechselt.....
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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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