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Hockey-WM: Die Schweiz kassiert gegen Kanada die erste Niederlage

Switzerland?s player are disapointed during the Ice Hockey World Championship group A preliminary round match between Switzerland and Canada in Prague at the O2 Arena, Czech Republic, on Sunday, May 1 ...
Die Schweiz muss sich erstmals an dieser WM geschlagen geben.Bild: keystone

Die Nati verliert gegen Kanada erstmals: «Das Unterzahlspiel müssen wir anschauen»

Die Schweizer erleiden an der WM in Tschechien im sechsten Spiel die erste Niederlage. Das Team von Trainer Patrick Fischer unterliegt in Prag dem weiterhin ungeschlagenen Titelverteidiger Kanada 2:3.
19.05.2024, 23:23
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Es war Zunder drin im Spiel, in dem zahlreiche Schweizer Fans für eine elektrisierende Atmosphäre sorgten. Kein Wunder, war doch die Ausgangslage so, dass der Sieger dieser Partie nach 60 Minuten den Viertelfinal in Prag bestreitet, also nicht nach Ostrava dislozieren muss. Besonders hoch kochten die Emotionen in der 27. Minute, als Kevin Fiala auf offenem Eis mit dem Knie das Knie von Dylan Cozens traf, was zu diversen Rangeleien führte.

Fialas Ausschluss

Die Schiedsrichter sahen sich die Szene auf Video an und schickten Fiala unter die Dusche. Weil der Kanadier Kaiden Guhle, der sich für die Aktion rächte, lediglich für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde, konnten die Nordamerikaner während drei Minuten Powerplay spielen.

Dabei glich zunächst ausgerechnet Cozens zum 2:2 (29.) aus, ehe Nick Paul 113 Sekunden später den Titelverteidiger zum zweiten Mal in diesem Spiel in Führung brachte. Schon das 1:0 hatte Cozens in der 2. Minute in Überzahl erzielt. Das Boxplay der Schweizer funktioniert an diesem Turnier bisher nicht wie gewünscht, sie haben nun bereits sieben Gegentreffer in Unterzahl zugelassen.

Die Stimmen zum Spiel:

«Mir hatten einen Haufen gute Momente. Es gab aber auch Phasen, in denen wir sie haben dominieren lassen. Unser Unterzahlspiel war nicht so gut. Fiala ist ein unglaublicher Spieler, aber am Ende musst du mit den Spielern gewinnen, die auf dem Eis sind. Am Ende haben wir vielleicht etwas zu oft den Pass und zu wenig den Abschluss gesucht.»
Nino Niederreiter.
«Sie haben das Momentum gewonnen mit dem langen Powerplay. Wir haben allgemein zu viele Strafen geholt, der Rhythmus hat nicht mehr gepasst. 5-gegen-5 haben wir gut gespielt, aber das PK müssen wir anschauen. Die Emotionen steigen, es wird hitzig, da müssen wir uns etwas zusammenreissen. Bei 5-gegen-5 machen alle ihren Job, da sind wir sehr gut.»
Jonas Siegenthaler

Dass die Schweizer in dieser Phase erneut in Rückstand gerieten, war mehr als ärgerlich. Denn nach dem 2:2 holte Calvin Thürkauf (30.) einen Penalty heraus, den Sven Andrighetto nicht verwertete. Und vor dem 2:3 gelang es Verteidiger Jonas Siegenthaler trotz guter Gelegenheit nicht, den Puck aus der Zone zu befreien.

Noch gegen Finnland

Vor der unnötigen Aktion war Fiala noch positiv aufgefallen, schoss er doch in der 12. Minute mit seinem vierten Tor an dieser WM in Überzahl das 1:1. Es war der zehnte Powerplay-Treffer der Schweizer im Turnier. Die Vorarbeit leisteten Nico Hischier und Roman Josi mit ihren Skorerpunkten zehn respektive elf.

Die Schweizer begannen nervös, fingen sich jedoch rasch und hielten körperlich gut dagegen. Jedenfalls ging das 2:1, für das Romain Loeffel in der 26. Minute mit einem Schuss von der blauen Linie verantwortlich zeichnete, in Ordnung. Doch rächt es sich halt gegen ein Team wie Kanada, wenn man eine Dummheit wie Fiala begeht. Die vorangegangenen zwei Duelle gegen die Nordamerikaner hatten die Schweizer gewonnen.

Der letzte Vorrundengegner ist am Dienstagabend Olympiasieger Finnland. Die Ausgangslage ist Folgende: Holen die Schweizer einen Punkt mehr wie zuvor Gastgeber Tschechien gegen Kanada beenden sie die Gruppe A im 2. Rang, sonst auf dem 3. Platz.

Schweiz - Kanada 2:3 (1:1, 1:2, 0:0)
Prag. - 17'303 Zuschauer. - SR Heikkinen/Hribik (FIN/CZE), Briganti/Nikulainen (USA/FIN).
Tore: 2. Cozens (Tavares, Mangiapane/Ausschluss Marti) 0:1. 12. Fiala (Hischier, Josi/Ausschluss Oleksiak) 1:1. 26. Loeffel (Thürkauf, Fora) 2:1. 29. Cozens (Mangiapane, Tavares/Ausschluss Fiala) 2:2. 31. Paul (Mangiapane, Cozens/Ausschluss Fiala) 2:3.
Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Fiala) plus Spieldauer (Fiala) gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Kanada.
Schweiz: Genoni; Glauser, Josi; Kukan, Siegenthaler; Loeffel, Marti; Fora; Bertschy, Thürkauf, Scherwey; Niederreiter, Hischier, Fiala; Kuraschew, Jäger, Andrighetto; Simion, Senteler, Herzog; Ambühl.
Kanada: Binnington; Parayko, Power; Severson, Guhle; Oleksiak, Zellweger; Mercer, McBain, Tanev; Dubois, Tavares, Hagel; Bedard, Paul, McCann; Mangiapane, Cozens, Bunting; Guenther.
Bemerkungen: Schweiz ohne Haas (angeschlagen), Berra, Jung (beide überzählig) und Schmid (Ersatzgoalie). - 30. Andrighetto scheitert mit Penalty an Binnington.
Schüsse: Schweiz 22 (9-7-6); Kanada 23 (6-11-6).
Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/5; Kanada 3/5. (abu/sda)

Eishockey-WM: Die Tabelle der Gruppe A.
Bild: watson
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79 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gnoepy (leisewirdmanweise)
19.05.2024 22:29registriert April 2023
Sehen wir es einmal positiv. Wenn das Powerplay der Kanadier nicht wäre….oder unser Boxplay etwas stabiler um den eigenen Slot, dann sehe ich einen ziemlich ausgeglichenen Match mit Chancen hüben wie drüben. Klar fehlt Fiala, und ist der Check unglücklich gelaufen aber ansonsten sehe sehr viel gutes. Kurz vor dem wegweisenden Check hatte ich das Gefühl dass die Schweiz näher am 3:1 anstatt Kanada am 2:2 Ausgleich ist.
Und was mir gefällt… Heute gibt keiner auf trotz Pleiten Pech und Pannen
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Rumpelstilz
19.05.2024 22:14registriert Mai 2014
Grossartiges Spiel mit allem, was diesen Sport so faszinierend macht!
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Christian Weston Chandler
19.05.2024 20:35registriert Dezember 2019
Definitiv ein anderes Tempo als gegen die bisherigen Gegner
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79
Zeig es uns noch ein letztes Mal, lieber Cristiano Ronaldo!
Seit eineinhalb Jahren spielt Cristiano Ronaldo in Saudi-Arabien. Tore erzielt er noch immer, doch schaut kaum mehr jemand zu. Deshalb ist zu hoffen, dass der Portugiese die ganz grosse Bühne nun wieder nutzt – zumal es das möglicherweise letzte Mal ist.

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