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Tigers, Head Coach Heinz Ehlers, gibt Chris DiDomenico, Anweisungen, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und die Genf-Servette HC, am Dienstag 4. Dezember 2018 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Langnau-Trainer Heinz Ehlers geigt Chris DiDomenico die Meinung. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die seltsame Müdigkeit des Chris DiDomenico und das drohende Ende der Playoff-Romantik

Die SCL Tigers haben zwar gegen Lausanne 0:3 verloren. Sie bleiben trotzdem die letzte Hoffnung der Playoff-Romantiker. Aber ihr Spiel darf nicht mehr bloss qualmen.



Ein wenig mahnt uns das Spiel der Langnauer an das Feuer im Kamin. Es wärmt uns nur, wenn es zieht durch den Kamin und Sauerstoff die Flammen nährt. Was dem Feuer die Zugluft, sind dem Spiel der Tigers die Energie von Chris DiDomenico und die Dynamik von Harri Pesonen. Dann zieht es schön übers Spielfeld wie durch den Kamin.

Beim 5:1 in Lausanne waren beide dabei. Sie trugen sich in die Skorerliste ein und Langnaus Spiel knisterte, prasselte und zischte, dass es eine Freude war. Die SCL Tigers dominierten ihren Gegner mit 30:23 Torschüssen, gewannen zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Playoffspiel in der obersten Liga. Sie erreichten die höchsten sportlichen Höhen seit Einführung der Playoffs (1986). Vielleicht sind sie ein wenig zu hoch gestiegen. Drei Tage später wirken sie müde wie alte Fliegen im November. So kann es halt gehen, wenn die Erwartungen himmelhoch sind.

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Die Highlights des zweiten Viertelfinal-Spiels. Video: YouTube/MySports

Der aufmerksame und neutrale Beobachter sieht früh, dass es nicht gut kommt. Unmittelbar vor dem 0:1 (nach 12:59 Minuten) verhält sich Chris DiDomenico nach dem Bully vor dem eigenen Tor ungeschickt, denkt und handelt offensiv statt defensiv. Das sieht Trainer Heinz Ehlers gar nicht gerne.

Bis zur ersten Pause kommt der Kanadier nicht mehr zum Einsatz. Auf der Tribune wird bange gefragt, ob der Leitwolf wohl blessiert sei. Das wäre fatal. Denn auch Harri Pesonen fehlt. Er ist krank. Wer nährt dann das Feuer des Langnauer Spiels, wenn der Kanadier und der Finne fehlen?

DiDomenico vor die Tür geschickt

Ab dem zweiten Drittel kehrt Chris DiDomenico zurück. Aber er bewegt nichts mehr, er kann das Feuer nicht entfachen und trägt sich bloss noch mit drei Zwei-Minuten-Strafen aufs Matchblatt ein. Auch das sieht Trainer Heinz Ehlers nicht gerne. Beim 5:1-Sieg in Lausanne hatte er seinem Vorkämpfer 19:09 Minuten Eiszeit zugeteilt. Jetzt sind es halt nur noch 13:46 Minuten.

Tigers Goalie Damiano Ciaccio geschlagen zum 0:3 waehrend dem zweiten Playoff Viertelfinalspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem HC Lausanne, am Dienstag 12. Maerz 2019 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Damiano Ciaccio muss sich gegen Lausanne schon früh geschlagen geben. Bild: KEYSTONE

Die Frage geht also nach dem Spiel an Heinz Ehlers: was war da los? Warum kam «DiDo» nach dem 0:1 vorübergehend nicht mehr zum Zug. Langnaus Trainer macht auf diese Frage ein Gesicht, als ob sich jemand nach seinem nächsten Termin beim Zahnarzt erkundigt hätte und erklärt: «Er war müde. Deshalb habe ich ihn pausieren lassen.» So, so. Müde schon vor Ablauf des ersten Drittels. «Ja, es ist so.»

Nun gehört es sich für einen Chronisten nicht, die Worte eines grossen Bandengenerals anzuzweifeln, der soeben zum besten Trainer der Saison gewählt worden ist und mit Langnaus Playoff-Qualifikation ein Wunder vollbracht hat.

Aber in diesem Falle zweifelt er doch: Chris DiDomenico war nicht müde. Er ist von seinem Trainer ganz einfach so diszipliniert worden wie ein Schüler, der nicht bei der Sache ist und vom Lehrer bis zur nächsten Pause vor die Türe geschickt wird.

Ein Laserpass zum zweiten Tor:

Wenn Harri Pesonen fehlt und Chris DiDomenico nicht im Strumpf ist, dann knistert, prasselt und zischt Langnaus Spiel nicht mehr. Dann qualmt es nur noch. Es ist, wie es ist: Sage mir wie Pesonen und DiDomenico spielen und ich sage dir, wie es um Langnau steht.

Die SCL Tigers sind in ihrem eigenen Stadion von Lausanne mit 30:16 Torschüssen von allem Anfang an dominiert worden. Schon im ersten Drittel mit 11:4 Schüssen. Die «chächen» Emmentaler traten auf wie weiche «Welsche» und die weichen «Welschen» wie «chäche» Emmentaler.

Erst am Ende geht alles in Flammen auf

Ist der Ofen also aus? Nein. Heinz Ehlers konnte zwar noch nicht sagen, ob Harri Pesonen am Donnerstag wieder «zwäg» sein wird. Aber wie wir im Ofen ein neues Feuer machen können und es auf einmal wieder zieht im Kamin, die Flammen aufs prächtigste aufflackern und züngeln, so ist es möglich, dass das Spiel der Langnauer schon morgen in Lausanne neu befeuert wird.

«It ain’t over till the Fat Lady sings», pflegen die Amerikaner in dieser Situation zu sagen: es ist nicht vorüber, bevor die dicke Lady gesungen hat. Die Redewendung bezieht sich auf die grandiose Oper «Ring der Nibelungen» von Richard Wagner. Dort geht erst alles in Flammen auf und dem Ende entgegen, wenn Brünhild, klassisch von einer «Fat Lady» gespielt, die Bühne betreten und gesungen hat.

Bild

Noch singt sie nicht, die «Fat Lady». bild: wikipedia

Es obliegt den SCL Tigers, die Romantik der Playoffs 2019 zu retten. Lugano ist drauf und dran, gegen die Zuger den Kürzeren zu ziehen. Ambris Weg in den Halbfinal ist nach der zweiten Niederlage gegen Biel steiniger als die alten Säumerpfade am Gotthard. Chris McSorley ist durch die Niederlage nach Verlängerung gegen den SCB auf Feld 1 zurückgeschickt worden.

Stehen am Ende die Favoriten SCB (1.), Zug (2.), Lausanne (3.) und Biel (4.) im Halbfinal? Wahrscheinlich können das nur noch die Langnauer – oder besser Harri Pesonen und Chris DiDomenico – verhindern.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der_Andere 13.03.2019 20:26
    Highlight Highlight Ach was. Langnau ist nicht die alleinige Fackel der Underdogs in der dunklen Nacht, um uns weg von den Favoriten ins Licht zu führen.

    Für Ambri oder Lugano mag der Weg nun bereits ein sehr steiniger sein, weil sie morgen gewinnen müssen um nicht gleich mit dem Rücken zur Wand zu stehen.

    Aber zwischen Bern und Genf ist alles offen und das muss man als Berner zugeben. Bisher hab ich bei Bern noch keine Spur von Favoritenrolle gesehen.

    Ist schliesslich auch nicht das erste Mal, das man eine relativ unbeschwerte Quali inklusive Qualisieg spielt, nur um dann in den POs komplett einzubrechen.
  • Hockey-Fan 13.03.2019 16:17
    Highlight Highlight Die Langnauer traten unkonzentriert und ja, so wirkte es, irgendwie müde auf. Evt. waren auch andere Spieler (u.a. DiDo) gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe? Würde Ehlers dem Chronisten verraten, dass ein Grippevirus die Schlagkraft der Tiger etwas dämmt? Ich bezweifle es ... Würde aber auch erklären, weshalb er den Kanadier (mal abgesehen von der eher bescheidenen Leistung) geschont hat. Hoffen wir auf eine schnelle Genesung Pesonens und freuen wir uns auf das nächste Spiel!
  • Andre Bachmann 13.03.2019 11:29
    Highlight Highlight der beste goalie ausserhalb der nhl hat also entschieden, im 1/4 finale auszuscheiden, oder so 😂
    • curiosity_killed_the_cat 13.03.2019 13:43
      Highlight Highlight gestern sah er ja nicht wirklich gut aus🤷‍♂️
  • goldmandli 13.03.2019 08:17
    Highlight Highlight Welch Freude. Der Eismeister lebt noch.
    • miarkei 13.03.2019 08:32
      Highlight Highlight Hab mir auch schon Sorgen gemacht, nach der ersten Niederlage von Bern, dass der Klaus nicht mehr schreibt.
    • Pax Mauer 13.03.2019 11:29
      Highlight Highlight Er war ja nur ein bisschen Töfflifahren mit einem anderen Emmentaler
    • zeusli 13.03.2019 12:59
      Highlight Highlight Ich dachte schon der Eismeister hat den Kathar...
  • Lümmel 13.03.2019 08:04
    Highlight Highlight Guess whos back? Back again! Klaus is back! Tell your friends!

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