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Doppelt so viele Hockey-Einzelrichter wie bisher – und wie böse ist der nächste Antisin?

Der Hockey-Apparat wächst: Neu drei statt nur zwei Schiri-Chefs und nun auch vier statt zwei Einzelrichter. Und der Aufbau eines War Rooms gibt zu reden.
18.08.2017, 10:5918.08.2017, 13:08

Die Liga passt ihre Strukturen der neuen Zeit an. Diese neuen Zeiten bringen viel mehr Geld und mehr Arbeit. Einst verurteilter Einzelrichter Reto Steinmann und sein Stellvertreter Oliver Krüger, sündige Spieler und fehlbare Klubs.

Die Spieler sind zwar nicht sündiger geworden und die Klubs nicht fehlbarer. Und doch ist nun die Anzahl der Einzelrichter glatt von zwei auf vier verdoppelt worden. Durch eine Arbeitsteilung. Oliver Krüger und Karl Knopf richten wie bisher über die Bösewichte auf dem Eis (Bussen, Sperren). Reto Annen neu über fehlbare Klubs (Bussen, wenn beispielsweise etwas aufs Eis geworfen wird) und Stefan Müller erledigt die Tarifverfahren (Bussen, wenn keine weiteren Abklärungen nötig sind – wie bei Parkbussen). Die Liga-Führung versichert auf Anfrage, das Rechtswesen koste deshalb nicht mehr. Getreu dem nordamerikanischen Motto: «Not for the money, not for the fame, just for the love of the game.»

Neben Beat Kaufmann und Brent Reiber wird neu mit Andreas Fischer ab 1. Oktober ein dritter vollamtlicher Chef bei der Führung der Schiedsrichterabteilung helfen. Er wird sich auch intensiv um neue Projekte kümmern. Die Idee eines War Rooms ab übernächster Saison (2018/19), also einer Zentrale, die Video-Entscheide trifft (und damit die Refs an der Front entlastet) gibt inzwischen zu reden. Weil die Refs ihre Entscheidungskompetenz verlieren – und dagegen regt sich bereits Wiederstand.

Andreas Fischer: Neu nicht mehr auf, sondern neben dem Eis.
Andreas Fischer: Neu nicht mehr auf, sondern neben dem Eis.bild: sihf.ch
Beat Kaufmann (l.) und Bret Riber kriegen Unterstützung.
Beat Kaufmann (l.) und Bret Riber kriegen Unterstützung.bild: sihf.ch

Bei der Präsentation des Projektes wird es deshalb im November bei der Liga-Versammlung vor den Klubs erst eine Light-Version geben, die etwas weniger martialisch Situation Room genannt wird. Und erst noch eine, die auf schlaue Art und Weise den Kritikern von «Safety Officer» Stephane Auger den Wind aus den Segeln nimmt.

Der umstrittene Kanadier bleibt ja weiterhin «Chefankläger» unseres Hockeys. Er schaut sich wie bisher daheim in Montréal die Spiele an und beantragt den Einzelrichtern, welche Aktionen zu bestrafen sind. In einem ersten Schritt soll der War Room bloss der Entlastung von Stephane Auger dienen: In einer Zentrale werden alle Spiele überwacht. Wenn etwas passiert, wird Stephane Auger live und sofort zur Beurteilung einer Szene und Anklageerhebung aufgefordert. Auf diese Art und Weise soll verhindert werden, dass Fouls übersehen werden und zudem wird so bereits bei Spielschluss feststehen, welche Aktionen die Einzelrichter zu beurteilen haben.

Der «War Room» – so könnte das ab 2018/19 auch in der Schweiz aussehen.
Der «War Room» – so könnte das ab 2018/19 auch in der Schweiz aussehen.bild: torontosun.com

Erst in einem zweiten Schritt soll der War Room zur vollständigen Überwachung nach dem Vorbild der NHL ausgebaut werden und sämtliche Video-Entscheide fällen. Viel Arbeit für den neuen, zusätzlichen Schiri-Chef Andreas Fischer und Liga-General Denis Vaucher. Ob der War Room eingeführt wird, hängt letztlich von der Zustimmung der Klubs ab. Also gilt es die Klubs davon zu überzeugen, dass alles nur der Weiterentwicklung unseres Hockeys dient. Getreu dem Motto: «Not for the money, not for the fame, just for the love of the game.»

Wie gut und böse ist der nächste Antisin?

Der kanadisch-schweizerische Doppelbürger Misko Antisin (53) hatte als Spieler und Bösewicht Kultstatus. Zwischen 1985 und 2003 rockte er die Liga für Ambri, Zug, Lugano und Servette und war zeitweise der meist bestrafte Spieler der Liga. Wie weit bringt es sein Sohn? Diese Frage wird in den nächsten Wochen in der Organisation der ZSC Lions entschieden. Dion Antisin (23) wird im Farmteam getestet. Der kräftige Flügel (183cm/88kg) hat letzte Saison auf zweithöchster Stufe im US-Universitätshockey fast zwei Punkte pro Spiel produziert. Ab das für die NLA reicht, muss sich nun zeigen.

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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manolo
18.08.2017 11:27registriert Februar 2014
Diesen Auger bracht es nicht! Kostet nur Geld!
324
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Zum Kommentar
3
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