Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
EHC Olten Speedy Powermouse

Speedy, die Powermaus, ist das Maskottchen des EHC Olten.
Bild: Facebook

Eismeister Zaugg

Die tobende Maus aus Olten oder die Lakers aus Rapperswil – Biel und die Tigers sind gewarnt

Die Lakers und Olten haben sich fürs NLB-Halbfinale qualifiziert. Das ist schon wegen der tobenden Maus keine gute Nachricht für Biel und Langnau.



Schwere Zeiten in der ersten Runde machen Favoriten in den Playoffs in der Regel besser. Die NLB-Titanen Lakers (4:1 gegen Thurgau) und Olten (4:2 gegen Visp) haben erst im 7. Spiel das Halbfinale erreicht.

Wären sie ausgeschieden, hätten Langnau und Biel aufatmen und den vorzeitigen Ligaerhalt feiern können. Weil nur Olten und die Lakers den Verlierer der Playouts in der Liga-Qualifikation herausfordern können. Oltens Angstgegner Langenthal ist bereits aus den Playoffs geflogen, im NLB-Halbfinale wartet mit Ajoie eine lösbare Aufgabe. Die Lakers treten gegen Langenthals Bezwinger Red Ice Martigny an. Die Gefahr, dass Langnau oder Biel gegen Olten oder die Lakers um den Ligaerhalt spielen müssen, wird immer grösser.

abspielen

Die Highlights aus Spiel 7 zwischen Olten und Visp.
YouTube/ehcotv

Der EHC Olten ist ein interessantes NLB-Spitzenteam. Die Oltner mahnen mit einer bemerkenswerten Spielkultur ein wenig an die SCL Tigers der letzten Saison: sie schiessen die Scheibe nicht einfach tief in die gegnerische Zone wie dies rustikalische NLB-Teams oft tun. Vielmehr tragen sie Sorge zum Puck, und wenn sie die Angriffe mit kurzen, präzisen Pässen auslösen, trachten sie danach, um die Scheibe herum ein Rudel zu bilden.

So verschiebt sich im Idealfall ein kompakter Fünferblock vorwärts oder rückwärts, wird die neutrale Zone gut kontrolliert und dem Gegner bleibt wenig Raum zum kontern – im Grunde gutes, gepflegtes skandinavisches Hockey. Eingeübt vom finnischen Trainer Heikki Leime (53) und wahrscheinlich fast zu modern für den Gusto von Oltens stockkonservativem Sportchef Köbi Kölliker.

Spielerisch ist dieses Olten selbst für einen NLA-Gegner brandgefährlich. Die entscheidenden zwei Fragen der Beurteilung, ob die Oltner gar aufstiegsfähig sind: Ist diese Mannschaft robust genug? Hat Olten einen Aufstiegsgoalie?

Die Oltner sind kleiner und leichter als Langnau und Biel. Sie suchen die Entscheidung mit spielerischen Mitteln (auch in diesem 7. Spiel gegen Visp) und mögen Rumpelhockey und bissiges Forechecking nicht. Wenn es gelingt, ihnen unter die Haut zu fahren und sie unter Druck zu setzen bricht schon mal Panik aus.

Typisch für dieses Team sind Verteidiger Fabian Ganz (26) und Kunstschütze Marco Truttmann (31), der das Spiel mit dem 3:1 entscheidet: das Talent für die NLA, keine Frage. Aber nicht die Rumpelfestigkeit und die Wasserverdrängung.

Steigen die Lakers oder der EHC Olten in die NLA auf?

Die Oltner sind keine Weichlinge – sie so zu bezeichnen wäre eine Beleidigung. Aber sie haben keine «böse» Ausstrahlung. Der neutrale Beobachter kann sich nur schwer vorstellen, dass diese Jungs einen Gegner einschüchtern können. Wohl eine Folge der langen, mehr als 20-jährigen Zweitklassigkeit. Langnaus Aufstiegsteam wurde getragen von Spielern mit jahrelanger NLA-Erfahrung. Bei Olten wissen eigentlich nur Captain Stefan Hürlimann (30), Verteidigersaurier Reto Kobach (36) und Marco Truttmann was NLA-Härte und -Intensität bedeuten.

Kann Mischler den Ciaccio machen?

Torhüter Matthias Mischler (25) ist beim SC Bern schon gewogen und für die NLA als zu leicht befunden worden. Er ist ein Goalie ohne Charisma, ohne Präsenz. Wie Torhüter sind, über die wir sagen, dass sie nie an einer Niederlage schuld sind. Aber auch nie ein Spiel gewinnen. Matthias Mischler ein Aufstiegsgoalie?

Der Verstand sagt: eher nein. Aber so ein Urteil sollten wir nicht fällen, bevor er die Chance bekommen hat, gegen Langnau oder Biel (eines dieser beiden Teams wird die Ligaqualifikation spielen müssen) um den Aufstieg zu spielen. Wer hätte denn vor einem Jahr um diese Zeit gedacht, dass aus Langnaus Damiano Ciaccio ein Aufstiegsgoalie wird?

Hilfreich wäre natürlich ein charismatischer Ausländer, der das Team so führen kann wie Chris DiDomenico im letzten Frühjahr die SCL Tigers. Topskorer Justin Feser (23) beeindruckt als Leitwolf, er ist ein Stürmer mit der Beweglichkeit und Intensität für die NLA. Shayne Wiebe (26) eher nicht. Will er in einem NLB-Finale oder einer Liga-Qualifikation eine dominierende Rolle spielen, muss er Mittel und Wege finden, um seine Energietanks wieder aufzuladen.

Les joueurs soleurois fetent la qualification pour la finale, lors du 5eme match des 1/2 finale de playoff du championnat suisse de hockey sur glace LNB, entre le HC Red Ice Martigny et le EHC Olten ce mardi 10 mars 2015 a la patinoire du Forum d'Octodure a Martigny. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Der EHC Olten will noch lange in Feierlaune bleiben.
Bild: KEYSTONE

Eigentlich müsste Olten eine NLA-Eishockeystadt, ein «Hockey Hotbed» sein. Das Stadion ist zwar bei weitem nicht so komfortabel wie in Zug, Langnau oder Biel. Aber gut genug für die NLA. Das temperamentvolle, fachkundige Publikum mahnt ein wenig an ein urbanes Flachland-Ambri und Oltens erstaunliche Hockeykultur hat eine Besonderheit zu bieten. 

Das tobende Maskottchen

Oltens Klubtier ist die Powermaus. Und während des ganzen Spiels gestikuliert ein lebensgrosses Mäusemaskottchen am Spielfeldrand. Maskottchen sind stumm. Reden sie, verlieren sie ihre Magie. Der neutrale Chronist verfolgt das Spiel unten an der Bande hinter dem Plexiglas. Und hört immer wieder, wie irgendjemand in der Nähe verbal tobt.

Eine Stimme, die Oltner mit einem englisch-deutsch-schweizerischen Kauderwelsch anfeuert, vorwärts zu treiben versucht, aufschreit, wenn der Gegner kontert. Die Stimme ist laut, doch seltsam gedämpft. Aber woher kommt sie? Wo ist dieser Einpeitscher? Er muss doch irgendwo in meiner Nähe stehen. Aber die Funktionäre, die unten herumstehen, sind alle ruhig.

Cyrille Scherwey von Olten feiert ein Tor, beim zweite Spiel im Playoff Final der NLB, zwischen den EHC Olten und dem SCL Tigers, am Freitag, 20. Maerz 2015, in der Eishalle Kleinholz in Olten. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Der EHC Olten, hier mit Stürmer Cyrille Scherwey, spielte letztes Jahr den Nati-B-Playoff-Final gegen die Tigers.
Bild: KEYSTONE

Bis ich endlich herausfinde, was da los ist: Die Powermaus tobt! Der Mann im Kostüm der Kraftmaus! Darum wirkt die Stimme gedämpft – er steckt ja mit seinem Kopf um Mäusehaupt aus Stoff. Ein Maskottchen das tobt – das gibt es in der ganzen Hockeywelt nur in Olten.

Olten ist 1994 aus der NLA abgestiegen. Es wäre eigentlich Zeit für eine Rückkehr in die höchste Spielklasse. Zwischen dem Bareggtunnel und der Grauholz-Raststätte, in einer der am dichtesten besiedelten und reichsten Industrieregionen der Welt gibt es kein Hockey- oder Fussballteam in der obersten Liga.

Die Oltner könnten diese Lücke füllen. Aber unter einer Bedingung: die tobende Maus müsste auch in die NLA mitkommen.

Wenn die NLA-Hockeyspieler Autos wären

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Chris McSorley vor dem Amtsantritt beim SC Bern

Die Verhandlungen zwischen SCB-Manager und -Mitbesitzer Marc Lüthi (59) und Chris McSorley (58) stehen vor dem Abschluss. Noch vor Mitte Februar soll der charismatische Kanadier seine Arbeit beim SC Bern aufnehmen. Nicht nur als Sportchef.

Die Gewährsleute aus dem Inneren des grössten Hockeyunternehmens im Land melden: Marc Lüthi und Chris McSorley haben sich in den wesentlichen Punkten (Salär, Aufgabenbereich) geeinigt. Wenn die beiden erfolgreichsten und charismatischsten Hockey-Macher der letzten 20 Jahre tatsächlich zusammenspannen, dann wird die Liga gerockt.

Der SCB-Chef hat inzwischen den Handlungsbedarf in der Sportabteilung erkannt. Aus den innersten SCB-Machtzirkeln wird berichtet: Chris McSorley wird neuer Sportchef und …

Artikel lesen
Link zum Artikel