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Eismeister Zaugg

Nati-Verteidiger Dave Sutter – zwei Namen, zwei Klubs und eine Vision

Biel Spieler Dave Sutter verfolgt einen Spielzug, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers, am Freitag, 20. Januar 2017 in der Tissot Arena in Bi ...
Dave Sutter weiss selbst noch nicht, wo er nächste Saison spielen wird.Bild: KEYSTONE
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Nati-Verteidiger Dave Sutter – zwei Namen, zwei Klubs und eine Vision

Für Dave Sutter (24) ging heute in Nitra (4:2-Sieg) mit dem ersten Länderspiel ein Bubentraum in Erfüllung. Er verteidigt nächste Saison für die ZSC Lions. Oder?
10.02.2017, 13:1510.02.2017, 22:02
Klaus zaugg, nitra

Vieles sprach dafür, dass es heute kräftig rumpeln würde. Biels Riese Dave Sutter (194 cm/96 kg) bildete mit dem ZSC-Titanen Christian Marti (190 cm/95 kg) gegen Weissrussland das erste Verteidigerpaar der Nationalmannschaft. Die Schweiz siegte 4:2 – und Sutter stellte das Schlussresultat mit dem Treffer ins leere Tor sicher. Vieles spricht dafür, dass wir nächste Saison diese wehrhafte Verteidiger-Formation auch bei den ZSC Lions sehen werden.

Dave Sutter wurde hier in Nitra von einem Chronisten gefragt, was an den Meldungen dran sei, er habe bereits für nächste Saison bei den ZSC Lions unterschrieben. Er sagt: «Ich weiss noch nicht, wo ich nächste Saison spielen werden.» Aber er habe doch bestätigt, dass er Biel verlassen werde. «Ja, das ist richtig. Für meine Weiterentwicklung ist es besser, wenn ich in einer Mannschaft spiele, die konstanter spielt als Biel.» Er sei sich bewusst, dass er in Biel einen Stammplatz auf sicher hätte, und dass er sich bei einem Spitzenteam seine Position in der Hierarchie wieder erkämpfen müsse. «Aber diese Herausforderung bringt mich weiter.»

Biels Dave Sutter, Toni Rajala, und Kevin Fey, von links, jubeln waehrend dem Meisterschaftsspiel in der NLA zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers, am Freitag, 11. November 2016, in der Tissot Aren ...
Jubelt Dave Sutter heute auch im Nati-Dress?Bild: KEYSTONE

Deshalb also der Wechsel zu den ZSC Lions? «Nein, ich weiss noch nicht, wo ich spielen werde. Ich muss mich zwischen den Offerten der ZSC Lions und Zug entscheiden.» Ein vorwitziger Chronist telefoniert sogleich Zugs Sportchef Reto Kläy und fragt, ob er denn Dave Sutter tatsächlich eine Offerte gemacht habe. Reto Kläys Antwort ist klar und wohl wahr: «Nein, wir haben ihm nie eine Offerte gemacht und er war bei uns nie ein Thema.»

Also, Dave Sutter, was nun? Wenn Zug keine Offerte gemacht hat, bleiben nur noch die ZSC Lions. Oder? Nun wird er doch ein wenig unsicher und sagt: «Also, es ist so: Ich habe die Offerten nicht gesehen. Die sichtet mein Agent und soviel ich weiss, hat er Offerten von den ZSC Lions und dem EV Zug. Wir werden das in den nächsten Tagen klären.» Ein Schelm, wer Dave Sutter einen Lügner nennt. Wenn wir das Wort Lüge überhaupt verwenden wollen, dann ist es eine überaus charmante Lüge.

So oder so ist Dave Sutter einer der Aufsteiger der Saison. Bereits in seinem zweiten NLA-Jahr ist er in die Nationalmannschaft berufen worden. Biels kluger Sportchef Martin Steinegger hat ihn vor zwei Jahren in den Niederungen der NLB entdeckt. Mit 15 Jahren war Dave Sutter nach Genf gekommen, gehörte bald zum Stamm der Nachwuchsnationalmannschaften – und absolvierte zwischen 2010 und 2012 zwei Lehrjahre bei den Seattle Thunderbirds in der nordamerikanischen Juniorenliga WHL.

Dave Sutter, joueur de l'equipe de hockey sur glace du Geneve Servette HC, GSHC, ainsi que l'aigle "Sherkan" se preparent avant de poser pour la traditionnelle photo de groupe, ce  ...
Trennung von Adler Sherkan: Sutter durfte nicht lange bei Servette bleiben.Bild: KEYSTONE

Als er im Sommer 2012 in die Schweiz zurückkehrte, griff eine Art Hype um sich. Eine welsche Zeitung schrieb, Dave Sutter bewege sich auf den Spuren von Goran Bezina – der Servette-Captain war ebenfalls in Monthey VS gross geworden. Aber Chris McSorley schob den Heimkehrer in die NLB (zu Red Ice) ab und von dort wechselte er nach La Chaux-de-Fonds – wo ihn Martin Steinegger aus der Zweitklassigkeit erlöste.

Namensprobleme am Flughafen

So wie Dave Sutter für nächste Saison nach wie vor ZWEI mögliche Arbeitgeber angibt, so hat er auch ZWEI verschiedene Nachnamen. Und das kommt so: Im Alter von vier Jahren verliess Dave Ntamack seine Heimat Kamerun in Richtung Schweiz. Mit seiner Mutter wurde er im Chablais sesshaft, in Monthey, möchte man präzise sein. Dave Ntamack begeisterte sich früh für den Fussball, schaffte es in jungen Jahren in die kantonale Auswahl – entschied sich aber, auf die Karte Eishockey zu setzen. Unterstützung erfuhr er von seinem Stiefvater, der ihn oft ins Training fuhr und ihm Mut zusprach. Der Nachname des Förderers? Sutter.

Dave Ntamack sagt: «Dass ich im Eishockey unter dem Namen Dave Sutter spiele, ist eine Hommage an ihn. Es ist mein Dank für seine Hilfe in all den Jahren.» Die Geste ist nobel, keine Frage, aber sie hat Sutter auch schon in Schwierigkeiten gebracht. Während seiner Zeit als Schweizer Nachwuchsnationalspieler beispielsweise, als der Verband das Flugticket auf den Namen «Sutter» ausstellen liess – und Ntamack am Flughafenschalter in Erklärungsnot geriet. Er sagt: «Eigentlich müsste ich den Namen mal ändern lassen.»

Nun, ZWEI Nachnamen sind cool. Aber ZWEI Namen bei der Klubzugehörigkeit natürlich nicht. Da muss er sich für nächste Saison schon entscheiden.

EHC Biel Cheftrainer Kevin Schlaepfer, Mitte, gratuliert seinem Spieler Dave Sutter zum Sieg auf dem Weg in die Garderobe nach dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Klot ...
Dave Sutter ist ... gross.Bild: KEYSTONE

Dave Sutter hat ein enormes Potenzial. Er dürfte erst etwa 60 Prozent seines Leistungsvermögens ausgereizt haben. Als EINE Zukunftsversion hat er dem Hockeymagazin «Slapshot» nicht die NHL genannt, sondern die Gründung eines nationalen Eishockeyverbandes in seiner Heimat Kamerun. Er hätte sogar schon einen Namen: «Rasta Rockett». Es ist der französische Filmtitel der Hitkomödie «Cool Runnings» über Jamaikas Bobteam aus dem Jahr 1993.

Wer weiss: Sollte das Projekt gelingen, irgendwann, es würde sich gleichsam als Filmprojekt eignen. In der Hauptrolle: Dave Ntamack. Von den ZSC Lions.

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