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Besser als Schumacher und Hamilton? So dominant war Verstappen in der F1

VERSTAPPEN Max ned, Red Bull Racing RB19, portrait celebrates after his victory during the 2023 Formula 1 Etihad Airways Abu Dhabi Grand Prix, 22th round of the 2023 Formula One World Championship, WM ...
Max Verstappen feiert seinen dritten WM-Titel in Abu Dhabi – in vielen Rennen hätte er sich auch vor dem Ziel ein paar Dreher erlauben können.Bild: www.imago-images.de

Besser als Schumacher und Hamilton? So dominant war Max Verstappen in der Formel 1

Max Verstappen hat eine Saison für die Ewigkeit hinter sich. So dominant wie der 25-jährige Niederländer war in der Formel 1 noch niemand. Das verdeutlichen diese Grafiken – aber auch Red Bull hat noch Luft nach oben.
28.11.2023, 16:4028.11.2023, 17:41
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Es war eine historische Formel-1-Saison, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. Einen solch dominanten Fahrer wie Max Verstappen in seinem Red Bull hat die «Königsklasse» des Motorsports noch nie gesehen. Mit 19 Siegen, 21 Podestplätzen und 575 Punkten hat er gleich mehrere Rekorde gesetzt. Doch das waren nicht alle Bestmarken, die der 26-jährige Niederländer aufgestellt hat – und nicht überall kann er mit den Grössen aus der Vergangenheit mithalten.

Anzahl Punkte

Wie überlegen Verstappen und sein Auto gegenüber dem Rest des Fahrerfelds war, zeigt schon die WM-Wertung. Der dreifache Weltmeister holte mehr als doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte Sergio Perez. Der erste Nicht-Red-Bull-Fahrer liegt gar 341 Punkte hinter Verstappen. Hätte man die Punkte aller Fahrer ab dem achten Platz, auf dem George Russell liegt, zusammengezählt, wären die 15 Konkurrenten (AlphaTauri setzte insgesamt vier Fahrer ein) immer noch nicht auf Verstappens Punktzahl gekommen.

Ein Vergleich mit früheren Punktezahlen ist aufgrund der verschiedenen Vergabesysteme schwierig, zumal seit drei Saisons zusätzlich zu den Grand Prix auch Sprintrennen durchgeführt werden. Doch schon der Vergleich mit den restlichen Weltmeistern seit 2010, als erstmals 25 Punkte für einen Sieg vergeben wurden, zeigt, wie stark Verstappen in dieser Saison war. Die vorherige Bestmarke (454) stellte dieser in der Vorsaison selbst auf, davor erreichte nur Lewis Hamilton zweimal (413 bzw. 408 Punkte) mehr als 400 Zähler.

Anzahl Siege

Mit 19 Erfolgen in 22 Rennen hat Verstappen seine eigene Bestmarke aus der Vorsaison (15 Siege) übertroffen. Für die anderen 19 Piloten blieben nur Brosamen, zwei davon sammelte sein Teamkollege Perez auf. Den einzigen Sieg für ein anderes Team als Red Bull feierte Carlos Sainz im Ferrari.

Mit 86,36 Prozent gewonnener Rennen stellte Max Verstappen auch bei der Siegquote in einer Saison einen neuen Rekord auf. Damit übertraf er Alberto Ascari, der 1952 sechs der acht Rennen gewann, sowie Michael Schumacher, der 2004 13 von 18 Grand Prix für sich entschied. Jim Clark gewann im Lotus 1963 sieben von zehn Rennen, einzig Schumacher und Sebastian Vettel schafften es neben Verstappen auf mindestens 13 Siege in einer Saison.

Einzig Ascari und Juan Manuel Fangio (sechs Siege in neun Rennen) fuhren weniger als zehn Rennen in der genannten Saison.

Anzahl Podestplätze

In den drei Rennen, die Verstappen nicht gewinnen konnte, fuhr er zweimal als Zweiter durchs Ziel. Nur in Singapur, wo der Red-Bull-Bolide nicht zurechtkam, fuhr er nicht aufs Podest. Beim Sieg von Carlos Sainz wurde der 54-fache GP-Sieger Fünfter. Was die Grafik auch zeigt: Hinter Verstappen war das Feld relativ ausgeglichen, insgesamt fuhren elf Fahrer von sechs Teams aufs Podest. Alfa Romeo, dem Team aus Hinwil, gelang dies als einem von vier Konstrukteuren hingegen nicht.

Aufgrund des Rennens in Singapur hat Verstappen es aber verpasst, als erst zweiter Fahrer nach Michael Schumacher in jedem Rennen einer Saison auf dem Podium zu stehen. Bei «Schumi» waren es vor 21 Jahren aber noch fünf Grand Prix weniger als nun beim Niederländer. Die 17 Podestplätze des Deutschen waren zudem Rekord, bis Verstappen ihn 2021 mit 18 Plätzen in den Top 3 übertrumpfte. Auch Vettel und Lewis Hamilton gelangen bereits 17 Podestplätze in einer Saison. Sie benötigten dafür jeweils 19 Rennen.

Anzahl Führungsrunden

Wer 19 von 22 Rennen gewinnt, liegt natürlich auch während des Rennens häufig auf dem ersten Platz. Bei Max Verstappen war dies nach 1003 der insgesamt 1325 Runden der Fall. Damit führte er nach 75,7 Prozent der gefahrenen Runden. Hinter ihm folgte sein Teamkollege Perez mit 146. Kein anderer Fahrer kam auf eine dreistellige Anzahl.

Verstappen ist der erste Fahrer der Formel-1-Geschichte, der in über 1000 Runden als Erster über die Ziellinie fuhr. Zuvor gehörte der Rekord Sebastian Vettel, der 739 von 1133 Runden anführte. Mit 65,23 Prozent liegt der Deutsche aber nur auf Platz vier, sowohl der Brite Jim Clark im Lotus (506 von 708 Runden im Jahr 1963) als auch dessen Landsmann Nigel Mansell im Williams (694 von 1036 Runden im Jahr 1992) übertrafen ihn noch.

So dominant war Red Bull

Von «Super Max» profitierte selbstverständlich auch sein Team, das zum zweiten Mal in Folge die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewann. Dank Verstappen und Perez gewann Red Bull 21 der 22 Rennen, auch das ist selbstverständlich ein Rekord. Zuvor hielt diesen Mercedes mit 19 Siegen in 21 Rennen im Jahr 2016. Alle Rennen in einem Jahr zu gewinnen gelang noch keinem Team, nur McLaren schaffte es 1988 ebenfalls alle bis auf eines der 16 gefahrenen Rennen zu gewinnen.

Doch wenn man auch den jeweils schlechter platzierten Fahrer mit einbezieht, war der österreichische Rennstall historisch gesehen gar nicht mal so überlegen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn obwohl 21 Rennen gewonnen wurden, konnte Red Bull «nur» sechs Doppelsiege feiern. Die Bestmarke in dieser Hinsicht stammt von Mercedes aus dem Jahr 2015, als Lewis Hamilton und Nico Rosberg in 19 Rennen zwölfmal die ersten beiden Plätze belegten. McLaren gelangen 1988 dank Alain Prost und Ayrton Senna bei drei Rennen weniger immerhin zehn Doppelsiege.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den Podestplätzen, wo Red Bull mit insgesamt 30 nur auf Platz fünf steht. Die ersten vier Plätze belegt allesamt Mercedes, der Rekord stammt aus dem Jahr 2016 mit 33 Platzierungen unter den Top 3 bei 21 Rennen. Aber auch Red Bull muss ja noch Luft nach oben haben.

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quelle: keystone / mark thompson
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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lowend
28.11.2023 17:24registriert Februar 2014
Etwas, dass in den ganzen Rekorden untergeht, aber nach seinen vielen Ausfällen in den vorhergehenden Jahren, war Max Verstapen 2023 der einzige F1-Pilot, der nie ausgefallen ist und sämtliche Runden, die in dieser Saison zu fahren waren, absolviert hat.
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Ehrenmann
28.11.2023 17:47registriert Januar 2018
Ist schon beeindruckend, wenn man sieht wie Perez absolut keine Chance hatte mit dem gleichen Material.
Klar der RedBull ist das beste Auto, aber Verstappen wohl auch der beste Fahrer. Wäre natürlich super cool Ihn gegen HAM im direktvergleich zu sehen. Aber dazu wirds leider nicht kommen.
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bodenfräse
28.11.2023 20:21registriert Februar 2022
Wenn er das Ganze in einem anderen Team wiederholen kann- ja, dann wäre er auch verdientermassen der Beste, von mir aus sogar aller Zeiten. Ansonsten ist es eine andere Zeit, andere Fahrzeuge, andere Motoren und andere Regeln.
Nur als Beispiel, John Surtees hat 7 Töff und 1 F1 WM Titel, war Weltmeister auf Zwei -und Vierrad. Das beeindruckt mich (immer noch) mehr. Und spannend war 2023 wieder nicht. Ich habe alles nur noch in Zusammenfassungen konsumiert, meistens Schriftliche. Und das war OK so.
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