WM-Austragungsort alarmiert: Mehrere Millionen fehlen wegen Shutdown von Trump-Behörde
Die Stadt Foxborough, die Heimat der New England Patriots, in deren Stadion sieben WM-Spiele stattfinden sollen, droht damit, der FIFA die Lizenz für diese Partien zu verweigern. Dies liegt an einem Streit über 7,8 Millionen US-Dollar (rund 6,1 Millionen Franken), welche der Stadt für die Sicherheitskosten zugesagt aber noch nicht bezahlt wurden. Die 18'000-Einwohnerstadt, die rund 50 Kilometer südlich von Boston liegt, will die Kosten nicht selbst übernehmen. Die Summe entspräche rund zehn Prozent ihres Jahresbudgets, teilte die Stadt mit.
Die US-Regierung hat insgesamt zwar 625 Millionen US-Dollar für die Sicherheit und Vorbereitung der elf Austragungsorte in der USA für die WM im Sommer gesprochen. Ein Teil davon soll also auch Foxborough zugutekommen. Noch wurde das Geld aber nicht ausbezahlt, was mit dem Shutdown des Ministeriums für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) zu tun hat. Diesem untersteht nämlich auch die für die Auszahlung zuständige Behörde.
Der Hauptgrund für den Teil-Shutdown sind die tödlichen Schüsse von ICE-Beamten auf Renée Good und Alex Pretti im Januar. Die Demokraten fordern Reformen von Donald Trumps Immigrationsbehörde und verweigern deshalb seither eine Zustimmung zum Budget des Department of Homeland Security, dem Hardlinerin Kristi Noem vorsteht. Solange es da keine Lösung gibt, dürfte auch Foxborough weiter auf das Geld warten.
Das Problem schien gelöst
Dennoch schien das Problem an einem Treffen des Stadtrats mit Vertretern des Komitees der Gastgeberstadt Boston in dieser Woche so gut wie gelöst. Die Organisation Boston Soccer 2026, die der FIFA beim Planen der WM-Spiele hilft, sicherte gemäss übereinstimmenden Medienberichten zu, «alle Kosten zu übernehmen, die für die Sicherheit der Events anfallen». Ausserdem habe das Unternehmen von Milliardär Robert Kraft, dem die Patriots und das Stadion in Foxborough gehören, versprochen, allfällige Fehlbeträge zu decken.
Vorschiessen wird die Stadt das Geld nicht. Auch, weil sie befürchtet, dass die Non-Profit-Organisation Boston Soccer 2026 nach der WM aufgelöst wird und die Stadt den Betrag nicht mehr zurückfordern kann. Ein Anwalt des Gastgeberkomitees erklärte deshalb, jegliche Rechnungen innert 48 Stunden zu bezahlen, das könne auch in die Lizenzvereinbarung geschrieben werden. «Wenn ihr nicht bezahlt werdet, könnt ihr die Lizenz zurücknehmen, dann findet das nächste Spiel nicht statt.» Es gibt aber noch immer ein Problem.
Warten bis im Juni? «Inakzeptabel»
Denn Foxborough wartet schon seit längerem auf Ausstattung für die Polizei und Sicherheitsvorrichtungen, die zur Sicherung des Stadions und seiner Umgebung erforderlich seien. Das Gastgeberkomitee sicherte zu, diese bis zum 1. Juni zur Verfügung zu stellen.
«Das ist inakzeptabel», sagte der Vorsitzende des zuständigen Gremiums von Foxborough. Ein Teil der Materialien hätte längst zur Verfügung gestellt worden sein sollen, das meiste sei vom Polizeichef spätestens bis zum 17. März verlangt worden. Bis zwölf Tage vor dem ersten Spiel im WM-Stadion von Boston zu warten, sei fahrlässig – gerade in «einer zunehmend angsteinflössenden Welt», wie die Stadtverwalterin mit Blick auf die Vorkommnisse im Iran und anderen Ländern anfügte.
Die Anwälte des Gastgeberkomitees empfanden dies als Überschreitung der Zuständigkeiten des Ausschusses. Das kam aber nicht gut an. Eine weitere Vertreterin der Stadt äusserte die Besorgnis, dass das Komitee versuche, die Forderungen der Stadt und der Polizei runterzuhandeln, was von den Anwälten von Boston Soccer 2026 verneint wurde.
Polizeichef fleht: «Tut mir das nicht an»
Foxboroughs Polizeichef zog am Ende das Fazit: «Wir sind 99 Tage davon entfernt, Gastgeber des grössten Sportevents der Welt zu sein und wir scheinen nicht in der Lage zu sein, die notwendigen Finanzmittel für die erforderliche Sicherheitsausrüstung aufzubringen, die seit über anderthalb Jahren Planung bekannt ist.» Ausserdem wiederholte er: «Bis zum 1. Juni zu warten, ist inakzeptabel. Tut mir das nicht an.»
Das nächste Mal trifft sich das Gremium in knapp zwei Wochen am 17. März. Dann wird es abstimmen, ob die FIFA für das Austragen der WM-Spiele in Foxborough die Lizenz erhält. Bis dahin sollten die Probleme besser gelöst werden, sonst droht der Super-Gau. Ein Mitglied sagte nämlich: «Der Ausschuss möchte die Lizenz keinesfalls verweigern. Aber wir werden es tun, wenn wir müssen.»
- Der Play-In-Kampf spitzt sich zu – das spricht für die involvierten Teams
- Das neue Formel-1-Team von Audi hat schon doppelt so viele Mitarbeiter wie Sauber hatte
- «Muss ganz unten anfangen»: Stricker über Trennung von Eltern und finanzielle Sorgen
- Iraner und Amerikaner Arm in Arm: Wie Schiri-Legende Urs Meier dieses Kunststück gelang
