Bereits am zweiten Spieltag stellte Albaniens Nedim Bajrami einen EM-Rekord auf. Gegen Italien traf er bereits nach 22 Sekunden. Noch nie fiel an einer Europameisterschaft früher ein Tor.
Albania's Nedim Bajrami scores the fastest goal in EURO history 🇦🇱pic.twitter.com/JDjn3XTWNT
— Football Archive (@FootballArch_) July 7, 2024
Pepe war 41 Jahre und 126 Tage alt, als er mit Portugal gegen Frankreich im Viertelfinal scheiterte. Damit ist er der älteste Spieler, der je an einer EM aufgelaufen ist. Der 38-jährige Kroate Luka Modric kürte sich mit seinem Tor gegen Italien indes zum ältesten Torschützen einer EM-Endrunde.
Der Spanier Lamine Yamal brach gleich zwei Rekorde. Mit 16 Jahren und 338 Tagen machte er sich beim Vorrundenspiel gegen Kroatien zum jüngsten Spieler, der je an einer EM auf dem Platz stand. Nur vier Tage vor seinem Geburtstag traf er zudem im Halbfinal gegen Frankreich und löste den Schweizer Johan Vonlanthen als jüngsten EM-Torschützen ab.
Für einen bemerkenswerten Rekord sorgte der Nati-Spieler Xherdan Shaqiri. Gegen Schottland sorgte er mit einem wunderbaren Treffer für den 1:1-Ausgleich und ist seitdem der einzige europäische Spieler, der bei den vergangenen sechs grossen Turnieren, also WM oder EM, getroffen hat.
Bis vor dem Final sind an dieser EM bereits zehn Eigentore gefallen. Diese Zahl ist durchaus höher als auch schon, der Rekord der EM 2020 (11 Eigentore) wurde aber noch nicht erreicht. Gemessen an der Gesamtanzahl an Toren ist dieser Wert aber Rekord. Rund 8,8 Prozent aller Tore wurden von einem Spieler ins eigene Tor abgelenkt. So viel wie noch nie.
Während der Europameisterschaft verwandelte sich Deutschland in eine Festhütte. Vor, während und nach den Spielen waren die Städte voller feiernder Fans, die dafür sorgten, dass das Turnier auch aufgrund des Geschehens neben dem Platz in positiver Erinnerung bleiben wird.
Die Fans liessen es sich nicht nehmen, mit der einen oder anderen kreativen Aktion auf die bevorstehenden Duelle einzustimmen. Wie beispielsweise diese albanischen Fans, die vor italienischen Fans Spaghetti zerbrachen ...
Updated with sound:
— kos_data (@kos_data) June 15, 2024
Albanian fans snapped spaghetti in front of Italian fans ahead of the Italy-Albania Euro 2024 match. pic.twitter.com/BCH6Lbcstx
... oder diese Fans der österreichischen Nationalmannschaft, welche die Franzosen mit dem Zerbrechen eines Baguettes auf die Palmen brachten.
Austrian supporters were seen holding a sign claiming that schnitzel's are better than baguettes, as well as breaking them in half, ahead of their Euro 2024 clash against France 😂🥖 pic.twitter.com/ETb31jOnxe
— SPORTbible (@sportbible) June 17, 2024
Am Spiel zwischen der Schweiz und Ungarn setzte ein Schweizer Fan mit seinem Schild «Fondue better than Goulash» einen Trend, der sich durch das ganze Turnier hindurchzog.
Die schweizer Fans sticheln gegen Ungarn 🇨🇭😂 pic.twitter.com/0633BGRHPh
— Fussballfc (@Fussball_fc) June 15, 2024
Vor den Spielen versammelten sich an der EM in Deutschland die beiden Fanlager jeweils zu Fanmarschen, die zuweilen ein riesiges Ausmass annahmen.
Hier die Schweizer Fans vor der Partie gegen England ...
Was für eine Stimmung! 👏💪 Der Blick von der Theodor-Heuss-Brücke auf den #Fanmarsch der #Schweiz auf der Cecilienalle in #Düsseldorf. 🏴🇨🇭#ENGCHE ⚽️ Hopp, Hopp! #EM2024 🇩🇪🇪🇺 pic.twitter.com/oDYzmUvJft
— Johannes Pöttering (@jpoettering) July 6, 2024
... und hier die Holländer vor dem Halbfinal.
De straten in Dortmund kleuren oranje en ook tijdens de fanwalk gaan de Nederlanders van links naar rechts! 🦁🟠 pic.twitter.com/ADM23x4WlJ
— Awaydays NL (@AwaydaysNL) July 10, 2024
In der Vorrunde war für die Schotten bereits Endstation. Schade eigentlich, denn die Fans sorgten in den deutschen Städten immer wieder für hervorragende Stimmung.
Scotland fans are making Cologne feel like home 🏴#SCOSWI | #EURO2024 pic.twitter.com/hVD0axCCnz
— Mail Sport (@MailSport) June 18, 2024
In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Menschen mit türkischer Staatsbürgerschaft. So waren die Partien der türkischen Nationalmannschaft auch so etwas wie Heimspiele. Während die türkischen Fans die Siege ihres Teams jeweils ausgelassen feierten, fielen die Fans im Stadion in der Viertelfinalpartie gegen Holland aber auch negativ auf, indem sie während der türkischen Nationalhymne den umstrittenen «Wolfsgruss» zeigten. Die Aktion war eine Reaktion auf die Sperre des türkischen Nationalspieler Merih Demiral. Der zweifache Achtelfinaltorschütze musste zwei Spiele pausieren, nachdem er nach seinem zweiten Tor auf dem Platz den «Wolfsgruss» gezeigt hatte.
Diese EM war auch die EM der Last-Minute-Tore. 15 Tore fielen nach der 90. Minute. Besonders in Erinnerung blieb der italienische Treffer in der 98. Minute, der den Azzurri gegen Kroatien praktisch in letzter Sekunde noch den Einzug in den Achtelfinal sicherte.
Oder die beiden englischen Treffer von Harry Kane und Jude Bellingham in der 91. und 95. Minute, welche im Achtelfinal das Aus der Slowakei besiegelten. Besonders sehenswert war das Tor vom 21-jährigen Jude Bellingham, der per Fallrückzieher traf. «Who else?», wer sonst, fragte der Ausnahmestürmer nach seinem Treffer.
Jude Bellingham's overhead kick goal for England against Slovakia in stoppage time. What a goal 🔥🔥 #ENGSVK pic.twitter.com/QFq1w9DI1k
— Kyama (@ElijahKyama_) June 30, 2024
Aus Schweizer Sicht bleibt sicher auch in Erinnerung, wie Niclas Füllkrug in der 92. Minute den historischen Schweizer Triumph doch noch verhinderte.
Auch die Torhüter hatten ihre Glanzmomente. Zum Beispiel der Albaner Thomas Strakosha, der gegen den Italiener Frattesi die Hand genau im richtigen Moment in die Höhe schnellen liess. Oder der türkische Torhüter Mert Günok, der im Achtelfinale gegen Österreich den letzten Ausgleichsversuch des überraschenden Rangnick-Teams brillant verhinderte.
Mert Günok's incredible 95th-minute save 🤯😱#EUROLastMinute | @Hublot pic.twitter.com/N2AImAbc7A
— UEFA EURO 2024 (@EURO2024) July 2, 2024
Ins Rampenlicht spielte sich mit der einen oder anderen Parade auch der georgische Goalie Giorgi Mamardashvili. Besonders beim sensationellen 2:0-Sieg der Georgier über Portugal bewies er gegen Diogo Dalot schnelle Reflexe.
96.6 - Giorgi Mamardashvili was the top Opta Points performer during the EURO 2024 group stages, picking up 96.6 points. The Georgia goalkeeper made 21 saves, the joint-most of any goalkeeper in the group stages of a European Championships. Hero. pic.twitter.com/hJ2CRJtdbO
— OptaPlay (@OptaPlay) June 27, 2024
Im Vorrunden-Spiel gegen Österreich musste Kylian Mbappé mit einer blutigen Nase vom Platz. Die Diagnose: eine gebrochene Nase. Zwei Spiele später stand der französische Hoffnungsträger wieder auf einem Platz. Jedoch mit einem ungewöhnlichen Accessoire. Um seine lädierte Nase zu schützen, spielte Mbappé mit einer Maske. Glücklich wurde er damit aber nie. Erst im letzten Spiel – beim Ausscheiden gegen Spanien im Halbfinal – liess Mbappé die Maske fallen. Unauffällig blieb er aber trotzdem.
Die beiden jungen Spanier Lamine Yamal und Nico Williams verstehen sich nicht nur auf dem Platz hervorragend, sondern allem Anschein nach auch daneben.
Lamine Yamal and Nico Williams playing rock paper scissors over water bottle 😂😂😂
— 𝐅𝐫𝐮𝐭𝐟𝐥 (@NobleCuler) June 30, 2024
Indeed the kid mindset still dey between these two. pic.twitter.com/3lVkT8unoH
Als Jude Bellingham England gegen die Slowakei in der 95. Minute in den Viertelfinal schoss, jubelte er mit einem Griff in den Schritt. Bei der Geste soll es sich keineswegs um eine Beleidigung des Gegners, sondern um einen Insider-Witz mit Freunden im Stadion gehandelt haben, wie der 21-Jährige nach der Partie erklärte. Die UEFA leitete trotzdem Untersuchungen ein und verhängte eine Busse von 30'000 Euro.
Während die Schweizer Nati in der K.-o.-Phase Besuch von den Bundesräten Beat Jans und Viola Amherd erhielt, war auch der Skifahrer Marco Odermatt live im Stadion mit dabei.
Die Engländer wiederum wurden mit royalem Besuch beehrt. Prinz William, der nicht nur der englische Thronfolger, sondern auch der Präsident des englischen Fussballverbands (FA) ist, zitterte mit England gegen die Schweiz um den Halbfinaleinzug. Auch musikalisch wurde das Team um Harry Kane und Jude Bellingham bestens unterhalten – und zwar von Popstar Ed Sheeran.
🎸🏴Ed Sheeran performs private concert for England players after Slovakia win
— The Telegraph (@Telegraph) July 2, 2024
Find out more👇https://t.co/plO1WwTMix pic.twitter.com/C6NYphQCwj
Für den moralischen Support der türkischen Nationalmannschaft sorgte Präsidenten Recep Erdogan. Für den Viertelfinal gegen die Niederlande sagte er sogar einen offiziellen Termin ab. Begleitet wurde er unter anderem von seiner Frau und dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Mesut Özil. In türkischen Medien hiess es, er habe sich vor dem Hintergrund der deutschen Kritik am «Wolfsgruss» des Nationalspielers Merih Demiral dazu entschieden.
Turkish President Recep Tayyip Erdogan visited the Crescent Stars in their locker room after the Euro 2024 quarter-finals match between Türkiye and the Netherlands pic.twitter.com/UIsiXB3mJ1
— TRT World (@trtworld) July 7, 2024
In der Liveübertragung der UEFA wurden sie zwar meistens mit Nichtbeachtung gestraft, die Videos der Flitzer, die während der Europameisterschaft in Deutschland das Spiel störten, fanden aber schnell den Weg ins Internet.
Besonders viel Beachtung erhielt ein sehr junger Flitzer. Im Spiel zwischen der Türkei und Portugal rannte der 10-jährige Berat aufs Feld, in der Hoffnung, ein Selfie mit seinem Idol Cristiano Ronaldo zu ergattern. Sein Wunsch wurde erfüllt.
Ein kleiner Flitzer holt sich sein Ronaldo-Selfie und flitzt den Ordnern davon 😂
— Fussballfc (@Fussball_fc) June 22, 2024
Folg mir @Fussball_fc pic.twitter.com/v4D35mn2hz
Weniger glimpflich verlief das Ganze bei der Halbfinalpartie zwischen Frankreich und Spanien. Als das Spiel bereits vorüber war, rannte eine Person aufs Feld. Beim Versuch, die Spieler vor dem Flitzer zu schützen, rutschte ein Sicherheitsbeauftragter aus und traf den spanischen Captain Alvaro Morata am Bein.
Überlegt mal: Alvaro Morata fiele am Sonntag im Finale aus, weil er von einem Ordner gefoult wurde, weil bei dieser EM der x-te Flitzer auf den Platz gelangt ist. #EURO2024 #ESPFRA pic.twitter.com/tVxgchDiRI
— Florian Reis (@vunallemebbes) July 9, 2024
Toni Kroos war eigentlich bereits aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten. Für das Heimturnier in Deutschland kehrte er auf Bitte des Trainers Julian Nagelsmann aber wieder in das Team zurück. Nun ist aber – sowohl im Verein Real Madrid und der deutschen Nationalelf – definitiv Schluss. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien sagte Kroos über seine Rückkehr und seinen Abschied: «Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Trotz all der Trauer und Leere seit dem Abpfiff gestern. Ich habe in der Mannschaft immer mehr gesehen, als sie in den letzten Jahren gezeigt hat.»
Auch für Pepe war die EM in Deutschland vermutlich der letzte Auftritt mit der Nationalmannschaft. Der 41-Jährige hat seinen Rücktritt zwar noch nicht offiziell bekanntgegeben, seiner emotionalen Reaktion nach dem Ausscheiden nach zu urteilen, dürften wir den Verteidiger aber zum letzten Mal auf der ganz grossen Bühne gesehen haben.
We're not crying, you are 🥲
— OneFootball (@OneFootball) July 6, 2024
Seeing Pepe cry hit us in the feels 💔 pic.twitter.com/HhgACyuJgl
Die Europameisterschaft 2024 war nicht das Turnier von Cristiano Ronaldo. Der 39-jährige Superstar traf kein einziges Mal und verpasste somit zwei Rekorde. Er hätte nicht nur Luka Modric als ältesten EM-Torschützen nach nur wenigen Tagen entthronen können, sondern auch mit Xherdan Shaqiri, der an sechs Endrunden hintereinander getroffen hat, gleichziehen können.
Gegen Slowenien kam es noch dicker für Ronaldo. In der 103. Minute verschoss Ronaldo einen Penalty und weinte daraufhin bittere Tränen. Der Portugiese bewies aber Moral, indem er im anschliessenden Penaltyschiessen erneut antrat – und traf.
Der Schweizer Manuel Akanji war an der EM 2024 das Herz und die Seele der Schweizer Verteidigung. Der 28-Jährige dirigierte, kämpfte und war einer der Gründe, weshalb die Schweiz insbesondere in der Defensive ein hervorragendes Turnier spielte. Gegen England war es dann aber auch Akanji, der als einziger Spieler den Penalty nicht versenkte.
Bereits im Vorfeld des Turniers fragten sich viele, ob die nicht gerade für ihre Verlässlichkeit bekannte Deutsche Bahn dem grossen Besucheraufkommen standhalten wird. Und tatsächlich: Auch während dem Turnier kam es immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen. So musste beispielsweise das niederländische Team wegen eines kurzfristigen Zugausfalls statt mit der Bahn per Flieger zum Halbfinale von Wolfsburg nach Dortmund reisen.
Und auch in den Städten, in denen die Spiele stattfanden, war insbesondere das Nachhausekommen nach dem Spiel ein schwieriges Unterfangen.
It’s 12.40am - nearly two hours after the final whistle in Gelsenkirchen - and tens of thousands of fans are still in a massive queue to get a tram from the stadium to the city. One safety steward, apologising to fans, has branded the organising of tonight’s game “a disgrace” pic.twitter.com/VkNBNG7SBM
— Adrian Rutherford (@arutherfordNI) June 16, 2024