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Scotland's Chris Martin, right, celebrates with teammates after scoring his side's first goal of the game during their 2018 World Cup Group F qualifying soccer match against Slovakia at Hampden Park, Glasgow, Scotland, Thursday, Oct. 5, 2017. (Jane Barlow/PA via AP)

Jubel über ein spätes Siegtor gegen die Slowakei: Schottlands WM-Hoffnung lebt weiter. Bild: AP/PA

Nach 20 Jahren wieder an einem Turnier? Schottlands WM-Traum lebt noch

In diesem Jahrtausend war Schottland noch nie bei einer WM oder EM dabei. Klappt's 2018? Die Chancen sind da – aber es könnte auch noch ganz bitter enden für das Team und ihre «Tartan Army».



Der schottische Fussball steht für unermüdlichen Kampfgeist, für stimmgewaltige Fans – und für Erfolglosigkeit. Acht Mal nahmen die Schotten an einer WM teil und zwei Mal qualifizierten sie sich für eine EM, stets war das Turnier schon nach der Vorrunde vorbei. Doch das letzte Rendezvous mit dem Rest der Welt liegt schon lange zurück: 1998 an der WM in Frankreich schaffte Schottland zum letzten Mal eine Qualifikation. Seither gab's Pleiten gegen Georgien und Weissrussland, es gab den glücklosen Nationaltrainer «McBerti» Vogts und es gab auf Klub-Ebene den Niedergang der ruhmreichen Glasgow Rangers.

«Schottlands Spieler verlassen gerade den Rasen, vorbei an tanzenden, euphorischen Fans. Wir hatten schon vergessen, wie das aussieht.»

Doch nun, zwei lange Jahrzehnte nach der letzten WM-Teilnahme, dürfen die Schotten endlich wieder vom Konzert der Grossen träumen. Weil sie gestern daheim im Hampden Park die Slowakei 1:0 schlugen und weil gleichzeitig Slowenien bei England verlor, sieht die Tabelle eine Runde vor Schluss so aus:

Bild

tabelle: srf

England ist für die WM qualifiziert. Dahinter bleibt das Rennen um Platz 2 ein Dreikampf, zumindest auf dem Papier. Denn weil die Slowakei am Sonntag zuhause gegen Malta spielt und mit grosser Wahrscheinlichkeit siegen wird, ist Slowenien raus aus der Entscheidung.

Martin Skrtels Eigentor in der 89. Minute bringt Schottland den Sieg.

Die Schotten haben es also in den eigenen Füssen, sich den zweiten Platz zu schnappen. Dafür müssen sie jedoch in Slowenien gewinnen. Schon ein Unentschieden reicht wohl nicht, da die Slowakei das bessere Torverhältnis hat und mit dem erwarteten Sieg gegen Malta vorbeiziehen würde.

WM-Qualifikation, Gruppe F

Letzte Runde, Sonntag 18.00 Uhr:
Litauen – England in Vilnius
Slowenien – Schottland in Ljubljana
Slowakei – Malta in Trnava

Bitter für Schottland und seine vielen Anhänger rund um den Globus: Vielleicht reicht auch Rang 2 nicht für die Playoffs. Denn der schlechteste Gruppenzweite der neun Qualifikations-Gruppen muss zuschauen. Und die Schotten müssen, je nach Resultaten in den anderen Gruppen, noch zittern. Stand jetzt ist Wales überzählig, wobei sich diese Rangliste schon heute Abend wieder anders präsentieren kann.

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«Flower of Scotland»: Die mit viel Leidenschaft vorgetragene Nationalhymne vor dem Heimspiel gestern Abend. Video: YouTube/Scotland National Team

Die Form scheint zu stimmen im Endspurt. Der 1:0-Sieg über die Slowakei fiel zwar knapp aus und das Tor fiel erst spät in der 89. Minute. Aber der Erfolg der Schotten war verdient, was nach zwei Lattenschüssen Trainer Gordon Strachan zur schönen Aussage verleitete:

«Ihr Goalie war überragend. Die Latte war aber auch nicht schlecht.»

Strachan äusserste sich zufrieden über das Spiel seiner Mannschaft. «Zu keiner Zeit fühlte ich mich gestresst. Ich sah ja, dass wir alles unter Kontrolle hatten», sagte er nach dem Sieg. «Ich war wirklich fest davon überzeugt, dass das Tor noch fällt, egal wie lange es noch dauern würde.» Seine Spieler hätten sich diesen Erfolg auch verdient, sagte Strachan, der selber 50 Mal für die Nationalelf auflief: «Oft sind wir schon hier gesessen und mussten uns über Pech unterhalten …»

Scotland's on fire: Die «Tartan Army» feiert den späten Sieg.

Vieles habe gestimmt im schottischen Spiel, stellte Strachan fest. Nun gelte es, rasch wieder zu Kräften zu kommen und noch einmal alles zu geben. «Wir wollen das jetzt zu Ende bringen und all den Krimskrams vergessen, der uns in den letzten Jahren vom Weg abbrachte.»

Wo endet Schottlands Weg?

Du hasst Wind? Dann gehe lieber nie nach Schottland …

Video: watson/Emily Engkent

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