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YB's players practice one day prior to the UEFA Champions League qualifier match between Ukraine's Dynamo Kyiv and Switzerland's BSC Young Boys, in the Olimpijskyj Stadium in Kiev, Ukraine, on Tuesday, July 25, 2017. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Die Young Boys beim Abschlusstraining im Olympiastadion von Kiew Bild: KEYSTONE

«Wir haben eine realistische Chance» – schon die erste Hürde ist für YB hoch

Für die Young Boys ist schon die erste Hürde auf dem Weg in die Champions-League-Gruppenphase eine hohe. In der 3. Qualifikationsrunde treffen sie auf den Traditionsklub Dynamo Kiew. Heute Abend steigt das Hinspiel in der Ukraine.



Eine Parallele zwischen den in der internationalen Wahrnehmung unterschiedlichen Klubs war am Wochenende auszumachen. Beide spielten in ihren noch jungen Meisterschaften gegen den jeweiligen Meister und siegten ohne Gegentor: YB daheim gegen Basel 2:0, Dynamo Kiew bei Schachtar Donezk 1:0.

«Wir gehen als Aussenseiter ins Spiel.»

Adi Hütter, Trainer YB

YB und Dynamo sind in den europäischen Klubwettbewerben noch nie aufeinandergetroffen. Dafür dürfte es vielen noch in frischer Erinnerung sein, dass die Berner vor einem Jahr ebenfalls in der 3. Qualifikationsrunde das innerhalb der Ukraine dominierende Schachtar Donezk im Penaltyschiessen aus dem Rennen warf. Mit einer ähnlich guten Gesamtleistung wird die Mannschaft von Trainer Adi Hütter auch gegen Dynamo nicht chancenlos sein. Schachtar gewann die letzte Meisterschaft der Ukraine mit elf Punkten Vorsprung auf Dynamo.

Hütter zog an der Pressekonferenz nach dem Abschlusstraining ein kurzes Fazit: «Wir gehen als Aussenseiter ins Spiel, haben aber eine realistische Chance.»

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David von Ballmoos spricht nach dem Abschlusstraining. Video: YouTube/BSC Young Boys

Die Berner haben aus dem vorzüglich geglückten Meisterschaftsstart vor mehr als 31'000 Zuschauern Moral und Selbstvertrauen geschöpft, wie Adi Hütter sagte. Für ihn sei es vor allem wichtig gewesen zu sehen, dass die Mannschaft gegen Basel kaum nennenswerte Chancen zuliess und zu null spielte. «Gerade dieses Zu-Null ist für uns sehr wichtig», sagte der Vorarlberger weiter.

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Yoric Ravet spricht über den Erfolg gegen Basel und das Duell mit Kiew. Video: YouTube/BSC Young Boys

Der junge, vom FC Winterthur aus der Challenge League zurückgeholte Goalie David von Ballmoos spürt schon das Vertrauen seiner Vorderleute. Er strahlte im Match gegen Basel viel Sicherheit aus. Seine Parade beim Stand von 2:0 kurz vor Schluss – er entschärfte mit den Fingerspitzen einen platzierten und scharfen Flachschuss von Michael Lang – war von erster Güte. Es scheint, dass der Emmentaler das Potential hat, um den in die Bundesliga gezogenen Yvon Mvogo zumindest auf die Dauer vollwertig zu ersetzen.

Das pure Gegenteil von Schachtar

Mit dem aktuellen Meister Schachtar Donezk hat sich Dynamo Kiew 25 von 26 Meistertiteln seit der Unabhängigkeit der Ukraine und der Gründung der «Premjer Liha» geteilt. Dynamo wurde 15 Mal Meister – von 1993 bis 2001 ohne Unterbruch –, Schachtar 10 Mal. Im Unterschied zu Donezk setzen die Hauptstädter vorwiegend auf einheimische Spieler. Als sie am Wochenende das Schlagerspiel in Donezk – die Meisterschaft ist erst zwei Runden alt – 1:0 gewannen, hatten sie zwölf ukrainische Spieler im Kader, sieben von ihnen in der Startformation.

Der Star und Captain der Mannschaft ist der in der Ukraine eingebürgerte Stürmer Andrej Jarmolenko aus St. Petersburg. Trotz seiner erst 28 Jahre steht der Ausnahmespieler bereits in seiner zehnten Saison in Kiew. In dieser Zeit traf er 81 Mal für Dynamo und 63 Mal für die Nationalmannschaft.

Benfica goalkeeper Ederson makes a save in front of Kiev's Andriy Yarmolenko during the Champions League Group B soccer match between Dynamo Kiev and Benfica at the Olympiyskiy stadium in Kiev, Ukraine, Wednesday, Oct. 19, 2016. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

Andrej Jarmolenko ist der unbestrittene Leader von Dynamo Kiew. Bild: AP/AP

Blickt man in die frühere Vergangenheit zurück, entpuppt sich Dynamo als Schwergewicht im osteuropäischen Fussball und als Schwergewicht im europäischen Fussball überhaupt. Zu den Zeiten der Sowjetunion wurde Dynamo von 1961 bis 1991 in einer starken Konkurrenz 13 Mal Meister. 1975 und 1986 gewann es den Europacup der Cupsieger. Im Meistercup respektive in der Champions League stiess die Mannschaft dreimal in die Halbfinals vor (1977, 1987, 1999).

Drei Legenden, die jeder kennt

Drei Namen sind untrennbar mit der Klubgeschichte verbunden: Stürmer Oleg Blochin, mittlerweile 65 Jahre alt, stürmte ab 1969 während 19 Saisons für Dynamo. Stürmer Andrej Schewtschenko, heute 41-jährig und ukrainischer Nationalcoach, wurde bei Dynamo gross, ehe er ab 1999 bei Milan sieben grossartige Jahre erlebte.

Dynamo Kiev's Andriy Shevchenko celebratesafter scoring during a Champions League, Group F, soccer match between Dynamo Kiev and Inter Milan at the Valeriy Lobanovsky's stadium in Kiev, Ukraine, Wednesday, Nov. 4, 2009.(AP Photo/Sergei Chuzavkov)

84 Tore für Dynamo Kiew: Andrij Schewtschenko hat den ukrainischen Vorzeigeklub lange geprägt. Bild: AP

Der langjährige, 2002 verstorbene Stürmer Waleri Lobanowski machte sich vor allem als Nationaltrainer der UdSSR und der Ukraine einen Namen. Ab 1997 coachte er fünf Saisons lang seinen Stammklub Dynamo. Alle drei – Blochin, Schewtschenko, Lobanowski – sind Persönlichkeiten im Weltfussball. (pre/sda)

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