Deutschland klatscht zum Auftakt Schottland gleich mit 5:1 weg. Die Schweizer Nati zündet den Turbo und schlägt Ungarn mit 3:1. Spanien überrollt Kroatien und gewinnt gleich mit 3:0. Albanien schockt Italien sehr früh, verliert dann aber doch mit 1:2. Die ersten vier Spiele an dieser Europameisterschaft brachten einiges an Spektakel.
Und der Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Noch nie gab es in den ersten vier Gruppenspielen an einer Europameisterschaft mehr Tore als dieses Jahr in Deutschland. Vier Treffer fielen in den ersten zwei Tagen durchschnittlich pro Partie.
Einzig 1960 (4,25 Tore/Spiel in Frankreich) und 1976 (4,75 Tore/Spiel in Jugoslawien) gab es in den ersten vier EM-Spielen noch mehr Tore. Allerdings hat diese Statistik einen Makel: Zu dieser Zeit begann die Europameisterschaft direkt mit den Halbfinals und dauerte nur vier Spiele. 1976 ging jede einzelne Partie in die Verlängerung – die Spieler hatten also auch deutlich mehr Zeit, um zusätzliche Tore zu schiessen.
Seit es die Gruppenphase gibt (ab 1980 mit acht Mannschaften, ab 1996 mit 16 Mannschaften und seit 2016 mit 24 Mannschaften), hat es zum EM-Auftakt nie so viele Tore gegeben wie dieses Jahr.
Am nächsten kam der aktuellen Ausgabe noch das Turnier aus dem Jahr 2000 in Belgien und den Niederlanden. Damals schenkte insbesondere das 3:2 von Portugal gegen England ein. Aber auch zwischen Belgien und Schweden (2:1), der Türkei und Italien (1:2) und zwischen Deutschland und Rumänien (1:1) gab es einige Tore zu sehen.
Die wenigsten Tore zu einem EM-Auftakt gab es passenderweise in Italien zu sehen. Beim Turnier von 1980 fielen in den ersten vier Spielen insgesamt nur vier Tore. Aber auch die Schweiz und Österreich waren, was die Tore angeht, keine grosszügigen Gastgeber. Damals gab es in den ersten vier Spielen durchschnittlich nur anderthalb Tore.
Zurück zur Gegenwart. Auffällig ist auch, dass in den bisherigen Spielen an der EM kaum abgewartet wurde. In drei der vier Spielen gab es schon vor der Pause drei Tore. Aus neutraler Sicht ist zu hoffen, dass es heute ähnlich attraktiv weitergeht. Da die stets spektakulären Niederländer (gegen Polen) und die Starpower der Engländer (gegen Serbien) im Einsatz stehen, sind wir durchaus positiv gestimmt.