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Manchester United im freien Fall – so realistisch ist ein Abstieg

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Restlos bedient: Harry Maguire nach der vierten Pleite in Folge, daheim gegen Newcastle.Bild: keystone

Manchester United im freien Fall – so realistisch ist ein Abstieg

Neues Jahr, neues Glück. Kaum ein Spruch zum Jahreswechsel passt besser zur aktuellen Situation von Manchester United. Denn bei Saisonhalbzeit ist der englische Rekordmeister der Abstiegszone wesentlich näher als der Champions League.
01.01.2025, 13:5601.01.2025, 14:16

Mittlerweile müssen Artikel über Manchester United den Hinweis enthalten, dass das einmal ein richtig guter, ja der beste Fussballklub der Welt war. watson hat schliesslich auch jüngere User. Während Jahren war ManUnited das Mass aller Dinge, und so wahnsinnig lange ist das eigentlich noch gar nicht her.

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Manchester United und Trainer Ferguson ganz oben: beim dramatischen Gewinn der Champions League 1999.Bild: Getty Images Sport Classic

Aber in einer Welt, die sich nun mal immer schneller und schneller dreht, ist eben doch schon eine Ewigkeit vergangen, seit die Red Devils zum letzten Mal Meister geworden sind. In der Saison 2012/13 war es, Sir Alex Ferguson führte sein Team zum 20. Meistertitel.

Sieben Punkte vor Abstiegsplatz

Dann beendete der kauzige Schotte seine Trainerlaufbahn und seither stolpert Manchester United mal mit mehr Erfolg (zwei FA-Cup-Siege, der Gewinn der Europa League) und mal mit weniger Erfolg (Schlussrang 8 in der letzten Saison) durch die Liga.

So schlimm wie jetzt war es aber noch nie. Nach 19 von 38 Partien, also bei Saisonhalbzeit, findet man Manchester United erst auf Tabellenplatz 14. Bloss noch 7 Zähler trennen den vermeintlichen Topklub von einem Abstiegsplatz. Darauf angesprochen, ob United gegen den Fall in die Championship kämpfe, meinte Trainer Ruben Amorim am Montag nach der 0:2-Niederlage zu Hause im Old Trafford gegen Newcastle United: «Ich denke, dass das eine Möglichkeit ist. Wir müssen unseren Fans gegenüber offen sein.»

Manchester United nicht in der höchsten Liga? Das gab es zuletzt vor einem halben Jahrhundert. Der letzte Abstieg datiert aus der Saison 1973/74.

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Ruben Amorim hat sich seinen Beginn in Manchester bestimmt anders vorgestellt.Bild: keystone

Statistiken des Grauens

Der Portugiese Amorim war Mitte November als Heilsbringer gekommen. Zwar sollte er vor allem für eine bessere Zukunft sorgen, aber dass sich die Gegenwart dann gleich so trist präsentiert, war wohl nicht vorgesehen. «Die Mannschaft wird nicht besser», beklagte sich Amorim, «sie wirkt ein wenig verloren im Moment. Es ist ein bisschen peinlich, Trainer von Manchester United zu sein und so viele Spiele zu verlieren.»

Sechs Niederlagen waren es über alle Wettbewerbe gesehen alleine im Monat Dezember. So etwas kam vorher in der langen Geschichte des 1902 gegründeten Klubs erst in zwei Monaten vor. Das letzte Mal, dass Manchester United in einem Monat 18 Gegentore kassierte, so wie nun, war im März 1964, fünf Jahre vor der ersten Mondlandung. Und dass es wie jetzt drei Heimniederlagen am Stück gab, kam zuletzt 1979 vor. Lauter Statistiken des Grauens, die zeigen, wie schlecht es um Manchester United steht.

Der Vergleich mit früheren Absteigern …

Der Zug zur Champions League ist mit 13 Punkten Rückstand und bei der momentanen Verfassung vermutlich schon abgefahren. So bleibt der Blick nach unten – und der zeigt, dass Manchester United 7 Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge hat.

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Mittelstürmer Rasmus Höjlund kostete 74 Millionen Euro. Bilanz in dieser Meisterschaft: 14 Spiele, 2 Tore.Bild: keystone

Immerhin: Selbst wenn es im gleichen Schritt weitergeht, sollte es mit dem Klassenerhalt klappen. Verdoppelt man die Punkte der ersten Saisonhälfte, kommt Manchester United auf 44 Punkte. Im Schnitt reichen 35,6 Punkte, um in der Premier League zu bleiben.

Sogar wenn man den desaströsen Amorim-Schnitt von 0,88 Punkten pro Spiel nimmt, kommt United hochgerechnet auf 39 Punkte. Allerdings: Es kam auch schon vor, dass 42 Punkte nicht zum Ligaerhalt reichten.

… und die Analyse mit Daten aus der Gegenwart

Die Sportanalysefirma Opta beziffert die Möglichkeit, dass Manchester United absteigt, derzeit auf lediglich 0,1 Prozent. Grundlage dafür bildeten Tausende Simulationen der Premier League.

Die Chancen, noch Fünfter zu werden und damit die Europa League zu erreichen, betragen demgegenüber 1,3 Prozent. Am wahrscheinlichsten ist demnach eine Endklassierung auf Rang 11, 12 oder 13.

Ob das neue Jahr gleich zu Beginn auch neues Glück verspricht, ist allerdings offen. Denn in der ersten Partie 2025 muss Manchester United an der Anfield Road beim FC Liverpool antreten (Sonntag, 17.30 Uhr). Und der Erzrivale ist als unangefochtener Leader gerade das, was Manchester United jahrelang war: das Mass aller Dinge.

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