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Manchester City's Kevin De Bruyne, left, tries to score as Chelsea's Antonio Rudiger defend during the English Premier League soccer match between Manchester City and Chelsea at the Etihad Stadium in Manchester, England, Sunday, March 4, 2018. (AP Photo/Rui Vieira)

Chelsea war im «Spitzenspiel» der Premier League gegen Manchester City absolut chancenlos. Bild: AP/AP

Chelseas «Verbrechen gegen den Fussball» – wie Conte vor Guardiola kapituliert hat

Wie besteht man gegen Manchester City? Diese Frage muss sich vor Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League auch FCB-Trainer Raphael Wicky stellen. Chelsea versuchte es am Wochenende mit Fussball-Verweigerung, doch auch das ging schief.



«Ein Verbrechen gegen den Fussball» und «Anti-Fussball» nannte Sky-Experte Jamie Redknapp, was Chelsea im Spitzenspiel der Premier League gegen Manchester City zeigte. «Inakzeptabel!» urteilte Co-Kommentator Gary Neville und bezeichnete die Chelsea-Spieler als «Schaufensterpuppen».

Der Grund für den Experten-Ärger? Chelsea verbarrikadierte sich bei der 0:1-Niederlage beim Spitzenreiter über 90 Minuten am eigenen Strafraum. Selbst nach dem Gegentor durch Bernardo Silva 33 Sekunden nach der Pause parkten die «Blues» weiterhin nur den Bus. Zwischenzeitlich kam das Team von Trainer Antonio Conte auf weniger als 20 Prozent Ballbesitz.

Und so sah das phasenweise aus:

«Ihr Gegner hat das Spiel verlassen.»

Obwohl 0:1 im Rückstand stellte sich Chelsea auch eine Viertelstunde vor Schluss vor allem hinten rein und überliess ManCity ohne grosse Gegenwehr den Ball. So schlugen die «Sky Blues» im Spitzenspiel, das kein echtes war, 902 erfolgreiche Pässe. Ilkay Gündogan allein kam auf 167 erfolgreiche Zuspiele – und somit auf fünf mehr als die gesamte Mannschaft von Stoke City am Tag zuvor beim 0:0 gegen Southampton.

Bild

Die Heatmaps der beiden Teams: Rechts Chelsea, links Manchester City bild: twitter

Drei Torschüsse in 90 Minuten

Anders als Liverpool, das ManCity durch aggressives Pressing als eines der wenigen Teams in Verlegenheit bringen konnte, setzte der Italiener konsequent aufs Mauern. Contes Plan war klar: Das spielstarke City neutralisieren und durch schnelle Konter zum Erfolg kommen.

Defensiv ging der Plan über weite Strecken auf, doch offensiv funktionierte bei Chelsea gar nichts. Trotz zahlreichen Balleroberungen klappte das Umschaltspiel im Mittelfeld nicht. Gegen ManCitys Gegenpressing war kein Kraut gewachsen.

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Die Highlights der Partie. Video: YouTube/bernard

In den ersten 45 Minuten schossen die «Blues» nicht ein einziges Mal aufs gegnerische Tor. Das hatte es beim sechsfachen englischen Meister seit Beginn der Datenerfassung vor 15 Jahren nie gegeben. Bis zum Schluss waren es dann immerhin drei Torschüsse, keiner kam aufs Gehäuse. Zum Vergleich: ManCity kam auf 13 Abschlüsse.

Conte, dem noch vor dem Spiel die traurige Nachricht vom Tod seines ehemaligen Spielers Davide Astori überbracht wurde, wehrte sich nach dem Schlusspfiff vehement gegen die Kritik der englischen TV-Experten: 

«Ich bin nicht blöd und spiele gegen Manchester City mit offenem Visier und verliere 3:0 oder 4:0. Gerade dafür wurde Arsenal zuletzt ja zweimal kritisiert, wenn ich mich richtig erinnere. Die Experten sollten besser ihren Kopf einschalten, wenn sie über Taktik sprechen und nicht einfach irgendwelche dummen Statements von sich geben.»

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Wenn Pressing nichts bringt: Das 3:0 von Manchester City gegen Arsenal. Video: streamable

Conte gab ausserdem zu Bedenken: 

«Wir haben gegen ein starkes Team gespielt. ManCity hat den Klassenunterschied zwischen ihnen und uns heute klar aufgezeigt. Aber: Wenn du nur 0:1 zurückliegst, hast du immer die Chance, mit einem Tor noch einen Punkt zu holen.»

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Das Interview mit Conte nach dem Spiel (englisch). Video: YouTube/HarryKaneFC

Und fast wäre Contes Plan auch tatsächlich aufgegangen. In der Nachspielzeit, kurz nachdem der Chelsea-Coach mit Olivier Giroud und Alvaro Morata auch seine beiden Stürmer eingewechselt hatte, verpasste Marcos Alonso den Ausgleich mit einem Distanzschuss nur knapp. Doch seine Aussenrist-Direktabnahme streifte am linken Pfosten vorbei.

Und was sagten Contes Spieler zur Taktik ihres Trainers? Hätte man nicht offensiver spielen sollen? «Das ist eine gute Frage», sagte Giroud nach dem Schlusspfiff. «Der Trainer hat seine Taktik gewählt und wir haben versucht, das zu respektieren.» Zufrieden tönt anders.

Umfrage

War Contes Taktik gegen ManCity ein «Verbrechen gegen den Fussball»?

  • Abstimmen

1,353

  • Ja, da kann man gerade so gut gar nicht antreten.40%
  • Nein, nur so hatte Chelsea eine kleine Chance.41%
  • Ich will nur das Resultat sehen.18%

Guardiola jagt Mourinhos Rekord

Manchester City kann das Gerede egal sein. Guardiolas Übermannschaft feierte den 14. Heimerfolg in Serie und baute den Vorsprung auf den ersten Verfolger Liverpool auf 18 Punkte aus. «Das war so wichtig, wir sind wieder einen Schritt weiter», frohlockte der Trainer. «Wir brauchen noch vier Siege bis zum Titel. Wenn wir so spielen wie heute, werden wir Meister. So gegen Chelsea aufzutreten wie heute – ein starkes Team, das immer noch Titelverteidiger ist – war sehr stark.»

Gewinnen die «Citizens» noch alle neun ausbleibenden Meisterschaftsspiele, hätten sie am Saisonende unfassbare auf 102 Punkte. Das wäre mit deutlichem Abstand Premier-League-Rekord. Die bisherige Bestmarke stammt aus der Saison 2004/2005, damals hatte Chelsea mit Trainer José Mourinho 95 Punkte erreicht.

epa06579363 Chelsea manager Antonio Conte greets Manchester City manager Pep Guardiola (R) before the English Premier League soccer match between Manchester City and Chelsea FC held at Etihad stadium, Manchester, Britain,  04 March 2018.  EPA/PETER POWELL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Conte gratuliert Guardiola nach der Partie fair zum Sieg. Bild: EPA/EPA

Dass Manchester City noch zu stoppen ist, daran glaubt die Konkurrenz längst nicht mehr. Auch die Hoffnungen des FC Basel auf ein Wunder im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League haben sich nach der 0:4-Heimniederlage auf ein absolutes Minimum reduziert. Und sie dürften auch nicht grösser werden, wenn Guardiola am Mittwochabend wie angekündigt einige seiner Topstars schonen wird.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SteveLaCroix 05.03.2018 15:45
    Highlight Highlight So spielen alle Mannschaften seit Jahren gegen Bayern München speziell in der Allianz Arena, z.T. aber sogar zu Hause. 5-6 Verteidiger, davor 3-4 defensive Mittelfeldspieler und z.T. ein Angreifer, welcher alleine gegen Hummels und Boateng ein Kontertor erzielen soll... Z.T. wird aber a.G. der Aussichtslosigkeit dieses Vorhabens auch darauf gleich verzichtet...
  • MilfLover 05.03.2018 14:32
    Highlight Highlight ManCity spielt zur Zeit mit Abstand den besten Fussball und wird es noch ein paar Jahren tun. Dagen wächst noch kein Kraut oder Nachwuchs.
    • Raembe 05.03.2018 23:20
      Highlight Highlight Ich hab aber irgendwie das Gefühl das Pep wieder gegen Spanier ausscheidet in der CL
  • Sir Konterbier 05.03.2018 13:38
    Highlight Highlight Das mit dem Mauern kann auch funktionieren. Herta holte vergangene Woche bei Bayern einen Punkt mit der gleichen Taktik, obwohl in Deutschland die meisten Mannschaften auch gegen Bayern auf Gegenpressing setzen (und dann oft recht hoch verlieren).
  • Hans der Dampfer 05.03.2018 13:24
    Highlight Highlight Ich kann Conte's Taktik verstehen. Im Grunde hat er ja recht aber schön anzusehen ist das nicht.
  • Elendil91 05.03.2018 11:57
    Highlight Highlight Die Einstellung von Conte finde ich falsch. Er mauerte um ein Unentschieden zu erreichen, das kann doch nicht klappen gegen eine so starke Mannschaft wie ManC. Besser er hätte wie Liverpool auf offenvies Pressing gesetzt. Da wäre eine Chance zum Sieg dringewesen. Selbst bei einer Niederlage wäre kein Vorwurf da ma hätte nicht gekämpft und alles gegeben.
    Sorry Conte selbst verbaut.
    • Pisti 05.03.2018 20:17
      Highlight Highlight Chelsea hat dazu gar nicht das Spielermaterial. Giroud und Morata sind läuferisch meilenweit entfernt von einem Mané, Salah und Firmino.
    • STERNiiX 05.03.2018 22:55
      Highlight Highlight Also ich habe bisher noch von niemandem auch nur ein positives Wort über Arsene Wengers naive blind-ins-Messer-Taktik gegen City gehört...
      Klar dass ein Welttrainer wie Conte das nicht mitmachen wollte. Er ist wohl Realist und weiss wozu seine Mannschaft aktuell fähig ist.
  • SwissDevil97 05.03.2018 11:45
    Highlight Highlight Das eigene Spiel defensiv auszulegen und dann mit offensiven Nadelstichen City mit Kontern in Bedrängnis zu bringen, ist schon eine denkbare Lösung. Die Umsetzung von Chelsea aber war eine Katastrophe. Die Spieler dazu hätte Conte gehabt. Erst 30 Minuten nach dem Rückstand mit dem Wechseln zu beginnen, keine Tempowechsel, kein Siegeswille, kein Wille überhaupt an den Ball zu kommen, nichts. Sehr erschrecken dies von einer Conte-Mannschaft zu sehen. Aber ja, um mich dem Rest anzuschliessen, City ist unfassbar stark. Hut ab vor Guardiola und seiner Mannschaft. Dominant und technisch gewaltig.
    • fandustic 05.03.2018 15:14
      Highlight Highlight Gegen Barça liess er ja gleich spielen, jedoch wurde es dort viel besser umgesetzt und man brachte Barça an den Rand einer Niederlage. Nun ja, schön ist trotzdem anders und somit auch gut wenn man für Beton anrühren nicht noch belohnt wird.
  • R10 05.03.2018 11:04
    Highlight Highlight Ich weiss, vermutlich werden nun wieder einige Blitze kommen, aber Guardiola beweist Woche für Woche, dass er monentan der beste Trainer der Welt ist.
    Selbst Spiele gegen andere Spitzentrainer werden i.d.R mühelos gewonnen...
    • Kanalisationsschachtdeckelnummerexpert 05.03.2018 11:18
      Highlight Highlight Wer dich blitzt, hat keine Ahnung.
    • Amboss 05.03.2018 11:29
      Highlight Highlight Natürlich ist Guardiola momentan der beste Trainer der Welt. Ich glaube, da widerspricht dir kaum einer.
      Nur leider trainiert er einen ziemlich doofen Verein.
    • Kommemtar 05.03.2018 11:35
      Highlight Highlight Guardiola gehört sicher zu den besten Coaches der Gegenwart!

      Aber mit dem Budget würde noch mancher Trainer erfolgreich sein.

      Zum Vergleich:

      Man City hat rund 206 Millionen in Verteidiger investiert.
      Das ist mehr als das Verteidigungsetat von Afghanisthan (ca.174 Millionen)
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