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epa07236059 Xherdan Shaqiri of Liverpool celebrates after scoring the 3-1 goal during the English Premier League soccer match between Liverpool FC and Manchester United FC at Anfield in Liverpool, Britain, 16 December 2018.  EPA/PETER POWELL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Wir haben gut zugehört: Xherdan Shaqiri hat bei Liverpool ein grosses Interview gegeben. Bild: EPA/EPA

Shaqiri erklärt, warum er auf der Strasse besser wurde und wessen Frisur er kopierte



Xherdan Shaqiri hat über das Osterwochenende seinem Klub Liverpool auf der vereinseigenen Homepage ein ausführliches Interview gegeben. Dabei spricht der Schweizer Nationalspieler über Strassenfussball in der Schweiz, seine vielen Erfolge und sein grosses Idol.

Xherdan Shaqiri über ...

... seine Erfolge

Um ehrlich zu sein, ich dachte nie, dass ich solch eine Karriere hinlege. Manchmal sage ich meiner Familie: «Schaut, wo ich spielte und wie viele Trophäen ich gewonnen habe.» Nicht jeder kann sagen, dass er die Champions League mit zwei verschiedenen Teams gewonnen hat, zwei mal Klubweltmeister wurde und so viele Titel mit Bayern und Basel holte. Es ist wie ein Traum, den ich jeden Tag lebe. Ich geniesse es, ich bleibe aber auf dem Boden.

Portrait von Xherdan Shaqiri, Spieler der  Schweizer U17 Nationalmannschaft, aufgenommen am Dienstag, 22. April, 2008 im Stade St. Leonard, Freiburg. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Shaqiri posierte 2008 für die U17-Nati. Bild: KEYSTONE

... seine Jugend mit Fussball auf der Strasse

Damals in den Parks und auf den Plätzen war es anders, weil es privat war, es war auf der Strasse. Alles kann passieren auf der Strasse, manchmal haben sich die Leute vor meinen Augen geprügelt. Es war hart, dort zu spielen, denn ich war sehr jung und nicht der Grösste oder Schwerste.

Ich habe mich immer mit allen Leuten gemessen und das half mir, erwachsen zu werden. Ich lernte viel. Herauszufordern, erfolgreich zu sein, Spiele zu gewinnen. Vielleicht half es mir, technisch besser zu werden. Leute, die oft auf der Strasse spielen, sind immer trickreicher, ich glaube, weil sie mehr mit Instinkt spielen. Ich bin einer dieser Spieler, der aus dem nichts einen grossartigen Pass spielen oder ein schönes Tor erzielen kann. Das kommt von der Strasse.

... die heutigen Jugendlichen

Die Zeiten haben sich sehr geändert, heute haben die Kinder Playstations und iPhones. Sie können zuhause sitzen und diese Spiele zuhause spielen. Die Zeiten ändern sich. Vielleicht vor 15 oder 20 Jahren war es anders, ich bin froh, bin ich damals aufgewachsen. Ich habe viel gelernt. Ich weiss, wie es ist, nicht so ein schönes Leben zu haben wie ich es jetzt habe. Das half mir sehr.

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Xherdan Shaqiri kennt nicht bloss das schöne Leben.

... Respekt

Ich bekomme Respekt von überall auf der Welt. Die Leute wissen, was ich erreicht habe. Überall kennen sie mich als Spieler, sie wissen, wo ich gespielt habe und wie viele Titel ich geholt habe. Das ist etwas, was man sehr schätzt und respektiert. Ich liebe es, wenn die Leute anerkennen, was man erreicht hat. Manchmal ist es fast etwas zu viel Respekt, aber es ist grossartig. Es bedeutet mir viel, dass sie mich in erster Linie als Person respektieren und als Spieler ebenfalls.

epa05015888 Stoke's Xherdan Shaqiri (L) in action during the English Premier League soccer match between Stoke City and Chelsea at the Britannia stadium in Stoke, Britain, 07 November 2015.  EPA/PHIL RICHARDS EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Durch Xherdan Shaqiri wurden viele Schweizer zu Stoke-Fans. Bild: EPA/EPA

Es hat überall Liverpool-Fans, speziell in der Schweiz. Auch in Albanien und im Kosovo, die Leute werden verrückt. Viele waren früher schon Liverpool-Fans, seit ich dort bin, noch viel mehr. Das ist ziemlich normal, überall wo ich hingehe, werden die Leute Fan vom Team. Wir hatten sogar viele Stoke-Fans in der Schweiz dank mir.

... sein grosses Vorbild

Ich mochte Ronaldo, seinen Style und die Art wie er spielte war unglaublich. Er war mein grosses, grosses Idol. Ich habe sogar seinen Haarschnitt kopiert, das Dreieck von 2002. Alle waren geschockt, als ich so in die Schule kam. Aber ich habe ihn geliebt und tue es noch immer. Ich wünschte, ich könnte ihn treffen. Als er 1998 im WM-Final gegen Frankreich verlor, habe ich zuhause geweint.

Brazil forward Ronaldo celebrates with the Brazilian flag after they defeated Germany 2-0 in the 2002 World Cup final Sunday, June 30, 2002 in Yokohama, Japan. (AP Photo/Amy Sancetta)

Ronaldos Frisur während der WM 2002. Bild: AP NY

... Teamkollegen bei Liverpool

Ich bin sehr nett mit allen, aber es ist nicht so, dass ich jemandem wirklich nahe stehe. Ich mag es, mit allen nett zu sein und mit allen zu scherzen. Natürlich spreche ich mit denen, die Deutsch können, etwas mehr.

Zum Beispiel helfe ich Takumi Minamino (der Japaner wechselte im Winter von RB Salzburg zu Liverpool, die Red.), der besser Deutsch als Englisch spricht. Es ist anders hier in England, er muss sich an das Leben hier gewöhnen. Wenn er etwas braucht, sind wir hier und helfen ihm.

epa08176921 Takumi Minamino of Liverpool prior to the English Premier League soccer match between West Ham United and Liverpool FC held at the London Stadium in London, Britain, 29 January 2020.  EPA/HOLLY ALLISON EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Takumi Minamino kann auf die Hilfe von Xherdan Shaqiri zählen. Bild: EPA

Es ist wichtig für die Mannschaft, ein Team zu sein und keine Grüppchen zu bilden. Das ist sehr gut für uns. Wir haben alle zusammen Spass und gewinnen zusammen. Wir sind wie eine kleine Familie und das ist sehr wichtig und ein Grund, weshalb wir so erfolgreich sind.

... Konkurrenzkampf

Wir haben viele gute Spieler, es kommt nicht darauf an, wer spielt, das haben wir oft gesehen. Wer spielt und wer eingewechselt wird, ist egal, die Qualität haben wir sowieso. Konkurrenzkampf ist wichtig für das Team, um erfolgreicher zu sein und sich gegenseitig zu pushen und auf das höchste Level zu kommen. Es ist ein sehr gesunder Konkurrenzkampf.

... das Rückspiel im CL-Halbfinale gegen Barça

Es war ein unglaubliches Comeback (Liverpool verlor das Hinspiel 0:3 und gewann das Rückspiel 4:0, die Red.). Niemand glaubte, dass wir zurückkommen werden, aber wir haben immer daran geglaubt. Ehrlich gesagt, ich dachte nie, dass wir das Spiel am Ende mit 4:0 gewinnen werden. Ich denke, wenn wir 20 weitere Minuten gespielt hätten, hätten wir noch zwei weitere Tore erzielt.

Für Zwischendurch: Die grössten CL-Aufholjagden seit 1993

... seinen Assist zum 3:0 durch Wijnaldum

Ich habe natürlich die Qualität für gute Flanken. In diesem Moment war es der perfekte Ball zwischen die zwei Verteidiger und «Gini» stand da perfekt.

Video: SRF

... die schnell ausgeführte Ecke von Alexander-Arnold

Ich dachte, ich übernehme die Ecke. Ich war auf dem Weg dahin und habe auf den Boden geschaut, da spielte er plötzlich schnell. Ich sah den Ball im Tor und wir feierten, es war unglaublicher Instinkt.

Hier gibt's das ganze Interview zum Nachlesen.

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Super8 14.04.2020 16:34
    Highlight Highlight Mein Gott, lasst den Mann bitte keine Interviews mehr geben. Das ist ja zum Fremdschämen! Es ist ja himmeltraurig genug, dass er sein Talent des Geldes wegen einfach brachliegen lässt, aber sich dann mit Titeln zu rühmen, zu denen er nichts beigetragen hat, ist einfach nur peinlich.
  • Therealmonti 14.04.2020 08:31
    Highlight Highlight Denke nicht, dass Shaqiri mit diesem Interview einen einzigen Fan mehr dazu gewonnen hat.
  • atorator 13.04.2020 16:03
    Highlight Highlight Was für ein peinliches Interview. Gewisse kognitiv aufgestellte Leute sollten besser schweigen.
  • Team Insomnia 13.04.2020 14:44
    Highlight Highlight Wird Donald Trump als „Orang-Utan“, „Orange“, „Alter weisser Mann“, „A-Loch“, „dumm“ „Frettchen“ und noch viel schlimmeres in den Kommentaren bezeichnet, gehen die Kommentare locker durch und werden auch nach Meldung wegen Beleidigung nicht entfernt.

    Aber wehe jemand bezeichnet XS einfach als „Adler“!! Da ist die Sittenpolizei sofort zur stelle und es wird gelöscht!

    Frage:
    warum ist es in Ordnung den US Präsidenten übelst beleidigen zu dürfen, während bei einem unterdurchschnittlichem Fussballer auf jeden Buchstaben peinlichst genau geachtet wird das ja nichts „böses“ steht?

    Erklärung?
    • Leslie Now 13.04.2020 15:50
      Highlight Highlight Da muss ich ihnen recht geben. Durch die Löschung der Kommentare (ausser beleidigende) wird die öffentliche Meinung durch die Medien verfälscht. Was meiner Meinung nach sich in einem Demokratischen Land & von einem seriösen Newsportal nicht gehört.
  • swisskiss 13.04.2020 14:05
    Highlight Highlight Als Nächstes rühmt sich der gute Xherdan, dass er 2 Meistertitel mit gerade mal 127 Minuten Einsatzzeit gewonnen hat....
  • zellweger_fussballgott 13.04.2020 12:52
    Highlight Highlight Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Nimm dir das zu Herzen und performe wieder auf dem Feld. Fussball ist und bleibt ein Mannschaftssport. Die Trophäen hast du mit einer ganzen Mannschaft gewonnen oder besser hat eine Mannschaft mit dir gewonnen.
  • Geff Joldblum 13.04.2020 10:28
    Highlight Highlight Hauptproblem: Selbstüberschätzung. In allen Bereichen. Ein passabler Fussballer, der aber eigentlich zu wenig aus seinem Talent macht. Hatte Glück, war immer zur rechten Zeit am rechten Ort. Zu zahlreichen Titeln hat er leider wenig bis gar nichts beigetragen. 🤷
  • Heb dä Latz! 13.04.2020 10:14
    Highlight Highlight Lässt er demnächst ein Buch über sich schreiben?
    • atorator 13.04.2020 16:04
      Highlight Highlight Mike Shiva hat gerade Kapazität.
    • Heb dä Latz! 13.04.2020 17:26
      Highlight Highlight Hokuspokus Shakirikus..
  • mikel 13.04.2020 10:11
    Highlight Highlight Shakiri ist ja wirklich ein Instinkt-Spieler, das macht ihn sehr symphatisch. Wenn auch mehr auf als neben dem Platz. Interviews mit Fussballer sind ja selten wirklich aufschlussreich, meist instruiert vom Marketing. Leider spielt dieser tolle Fussballer so wenig. Hoffen wir für ihn, dass er endlich ein Team findet, wo er seine Qualitäten regelmässig und auf hohem Niveau einbringen kann.
    • Pisti 13.04.2020 10:31
      Highlight Highlight Zurück zu Stoke? 😉
  • P. Meier 13.04.2020 10:10
    Highlight Highlight Schön haben wir doch wieder einen Fussballartikel zustande gebracht!
  • Michael Scott 13.04.2020 10:09
    Highlight Highlight Wieviele Trophäen wr gewonnen hat? Gewonnen hat er nichts er war jeweils nur dabei. Meist auf der Bank. Fazit ist Armer Junge lebt überbezahlt in Saus und Braus. Sportlich an ihn erinnern wird sich in wenigen Jahren niemand mehr an ihn.
    • Rechthaberwoman 13.04.2020 11:01
      Highlight Highlight Wie viele Trophäen hast du denn gewonnen, Michael Scott? An dich kann ich mich bereits jetzt nicht mehr erinnern, aber an den sympathischen, kleinen Basler, der uns mit vielen, unglaublichen Toren beglückt hat, denke ich in 5 Jahren bestimmt noch.
    • Michael Scott 13.04.2020 11:42
      Highlight Highlight @Rechthaberwoman Eben wie bereits gesagt gewonnen hat er nichts, er war NUR dabei. Was mir in Erinnerung bleibt sind seine ausdruckskräftige Interviews. Sein Jubel nach dem CL-Sieg als wäre er der Matchwinner gewesen. Sein "Trötzelen" in der Nati als er nicht Captain wurde. Sein Bild im Kosovo mit einem radikalen Iman. Sein politischer Jubel gegen Serbien. Es tut mir leid, aber die grossen Schweizer Fussballer die ich kenne haben nichts dergleichen gemacht!
    • swisskiss 13.04.2020 14:01
      Highlight Highlight Rechthaberwoman:Nennt sich argumentum ad hominem, "auf den Mann spielen" ein rethorischer Kniff, wenn man keine sachlichen Argumente hat, die die Argumentation des Gegenüber abschwächen oder als falsch entlarven.

      Sei doch Fan solange und so breit Du sein willst.

      Nur sollte Deine Verehhreung nicht soweit gehen, dass absolut berechtigte Kritik als Majestätsbeleidigung empfunden wird, die man mir allen Mitteln kontern muss. Denn das ist sinnbefreites Groupietum ohne Bezug zur Realität.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Faceoff 13.04.2020 10:06
    Highlight Highlight Das ist alles viel zu dick aufgetragen, ganz generell, aber für ein Schweizer Publikum umso mehr.

    «Strassenfussballer» auf einem Bauernhof in Augst BL? Wegen ihm sind Leute Stoke-Fan geworden? Dazu Sätze wie: «Schaut, wo ich spielte und wie viele Trophäen ich gewonnen habe.» Come on.
  • the_hoff 13.04.2020 09:59
    Highlight Highlight Wurde das Interview nicht am 1.April gemacht?
  • dustin' brothman 13.04.2020 09:52
    Highlight Highlight Das war mir jetzt fast ein wenig zu viel
    • Therealmonti 14.04.2020 08:29
      Highlight Highlight Das war nicht ein wenig zu viel. Das war viel zu viel.

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