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Fussball: So soll die neue European Super League der Grossklubs aussehen

The UEFA Champions League trophy is pictured during the UEFA Champions League 2023/24 round of 16 draw at the UEFA headquarters in Nyon, Switzerland, Monday, Dec. 18, 2023. (Salvatore Di Nolfi/Keyston ...
Naht das Ende der Champions League?Bild: keystone

So soll die neue Super League der Grossklubs aussehen

Ein juristischer Entscheid gibt der Idee der europäischen Super League zweieinhalb Jahre nach deren vorläufigem Scheitern neuen Auftrieb. Das ist das geplante Konzept.
21.12.2023, 14:0321.12.2023, 14:43
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Vor zweieinhalb Jahren waren zwölf Topklubs mit ihrer geplanten europäischen Super League noch gescheitert. Neben dem Fan-Widerstand lag dies vor allem an den Drohungen der UEFA und der FIFA, Spieler und Klubs, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen würden, aus nationalen Ligen oder von internationalen Turnieren auszuschliessen. Nun entschied der Europäische Gerichtshof, dass diese angedrohten Ausschlüsse gesetzeswidrig seien.

Sehr zur Freude des Unternehmens «A22 Sports Management». Dieses wurde von Real Madrid und dem FC Barcelona – den einzigen Klubs, die den Plan der Super League weiterhin offiziell verfolgen – beauftragt, ein neues Konzept für die Super League auszuarbeiten. Besonders der grosse Kritikpunkt, dass diese Liga eine geschlossene Gesellschaft darstellen würde, sollte beseitigt werden.

Wenige Stunden nachdem der Gerichtsentscheid getroffen wurde, stellte A22-CEO Bernd Reichart das neue Konzept vor. Laut diesem sollen drei Ligen geschaffen werden, in denen insgesamt 64 Klubs vertreten sind.

  1. Star League: 16 Teams verteilt auf 2 Gruppen à 8 Teams
  2. Gold League: 16 Teams verteilt auf 2 Gruppen à 8 Teams
  3. Blue League: 32 Teams verteilt auf 4 Gruppen à 8 Teams
Super League System
So wäre die Super League aufgebaut.Bild: screenshot «A22 Sports Management»

Innerhalb der Gruppen spielt dann jeder Klub je einmal zu Hause und auswärts gegen jeden anderen Klub, wodurch 14 Gruppenspiele zu absolvieren sind. Das sind sechs Partien mehr, als in der Champions League ab der neuen Saison geplant sind. Auch in der Super League ist im Anschluss eine K.o.-Phase angedacht. Hier wird jedoch erst in den Viertelfinals eingestiegen.

Für diese Viertelfinals sind in den oberen beiden Ligen jeweils die Plätze 1 bis 4 aus beiden Gruppen qualifiziert, in der Blue League, in der es vier Gruppen gibt, nur die Plätze 1 und 2. Die Viertel- und Halbfinals werden ebenfalls in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Der Final findet wie aus den UEFA-Wettbewerben bekannt an einem neutralen Ort statt.

Super League System
Diese Teams erreichen die Viertelfinals.Bild: screenshot «A22 Sports Management»

Um die Durchlässigkeit der Liga zu garantieren, gibt es Auf- und Absteiger. In der Star und der Gold League sind dies die beiden Gruppenletzten, welche durch die Finalisten der Liga darunter ersetzt werden. Wer in der Blue League also den Final erreicht, spielt in der darauffolgenden Saison in der Gold League.

Super League System
Die Gruppenletzten der Star League steigen ab, die Finalisten der Gold League steigen auf. Ebenso funktioniert das zwischen Gold und Blue League.Bild: screenshot «A22 Sports Management»

So bleiben am Ende der Saison jeweils 14 der 16 Klubs in der Star League, während zwei davon durch Klubs aus der Gold League ersetzt werden. In der zweithöchsten Liga wird immerhin ein Drittel der 16 Klubs ersetzt. Am grössten ist die Durchlässigkeit aber in der Blue League. Hier sollen 22 neue Teams hinzustossen. Zwei steigen aus der Gold League ab, die restlichen Plätze sollen basierend auf den Leistungen in den nationalen Meisterschaften vergeben werden.

Wie diese ausgewählt würden, wurde noch nicht näher bekannt gegeben. Klar ist jedoch, dass die Spieltage unter der Woche stattfinden sollen, damit die Teilnehmer weiterhin in den nationalen Ligen vertreten sein können.

Das Konzept beinhaltet aber nicht nur für den Männerfussball eine Neuerung. Auch dem Frauenfussball soll eine neue Plattform geboten werden. Hier soll ebenfalls eine europäische Super League geschaffen werden. Diese würde zwei Ligen umfassen.

  1. Star League: 16 Teams verteilt auf 2 Gruppen à 8 Teams
  2. Gold League: 16 Teams verteilt auf 2 Gruppen à 8 Teams
So sähe die Super League der Frauen aus.
So sähe die Super League der Frauen aus.Bild: screenshot «A22 Sports Management»

Das System würde genauso funktionieren wie in der Star und der Gold League der Männer. Aus der Gold League würden dann jeweils vier Teams absteigen und basierend auf den Leistungen aus den nationalen Meisterschaften ersetzt.

Eine erfreuliche Neuerung für die Fussballfans soll die Streaming-Plattform «Unify» sein – falls sie tatsächlich so umgesetzt wird, wie angekündigt. Denn auf dieser sollen alle Spiele der Super League, sowohl jene der Männer wie jene der Frauen, gratis übertragen werden. Als Vorbild dienen hier unter anderem Netflix oder Spotify, die ihre Inhalte mit Werbungen günstiger oder gar kostenlos anbieten. «Unify» solle ebenfalls werbefinanziert sein, die Einnahmen sollen zu 100 Prozent unter den teilnehmenden Klubs verteilt werden.

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36 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Erwin Apfeltee
21.12.2023 13:55registriert August 2023
Und gleichzeitig wird beklagt, dass die Spieler zu viele Spiele absolvieren müssen. Also was macht man? Klar noch mehr Spiele.
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nickname not available
21.12.2023 13:52registriert April 2016
Ok, dann hat man in einem vollgepackten Kalenderjahr mit Nationaler Liga, Cup, CL/EL, Nations League, EM/WM und all den Asientouren zwischen den Saisons noch PlusMinus 14 - 20 Spiele in der Super League? Oder ist diese Liga ein Ersatz für die Uefa Wettbewerbe (Champions League, etc.), und die einen Mannschaften spielen in der CL und die anderen in der Super League?

Das gibt dann wohl in etwa 7x Barca vs Real pro Monat. Idealerweise noch auf 4 verschiedenen Kontinenten.
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Relativist
21.12.2023 16:19registriert März 2018
3, 2, 1...wir erweitern die Liga mit Klubs aus Saudiarabien.
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