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epa05362873 Italy's head coach Antonio Conte gestures during the UEFA EURO 2016 group E preliminary round match between Belgium and Italy at Stade de Lyon in Lyon, France, 13 June 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/ROBERT GHEMENT   EDITORIAL USE ONLY

Antonio Conte dirigiert die «Squadra Azzurra» nur noch bis zum Ende der EM.
Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Was der scheidende italienische Natitrainer Antonio Conte alles richtig macht 

Antonio Conte wird nach der Europameisterschaft Trainer bei Chelsea London. Vorher legt er mit Italien einen beeindruckenden EM-Start hin. Reicht's sogar für den Titel?

Markus Brütsch / Nordwestschweiz



Ist Antonio Conte eine lahme Ente? Diese Frage ist vor der EM immer mal wieder gestellt worden. Seit einigen Monaten nämlich ist klar, dass der italienische Nationalcoach nach dem Turnier in den Klubfussball zurückkehrt.

epa05363030 Italy's head coach Antonio Conte celebrates after the UEFA EURO 2016 group E preliminary round match between Belgium and Italy at Stade de Lyon in Lyon, France, 13 June 2016. Italy won 2-0.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/DANIEL DAL ZENNARO   EDITORIAL USE ONLY

Wo endet das italienische Abenteuer von Antonio Conte?
Bild: EPA/ANSA

Beim FC Chelsea hat er einen Dreijahresvertrag unterschrieben und wird an der Stamford Bridge bereits der fünfte italienische Trainer sein. Bevor er in die Premier League einsteigt, will der 46-Jährige aber noch beweisen, dass er selbstverständlich keine lahme Ente ist.

Conte jubelt sich die Nase blutig

Dies ist ihm schon am Dienstagabend gelungen, denn nach einem überzeugenden 2:0-Sieg über Belgien dürfte das Thema vom Tisch sein. Die mit viel weniger Kredit als in früheren Jahren an ein Turnier gereisten Azzurri präsentierten sich gegen die Roten Teufel als geschlossene Einheit.

«Ich bin begeistert von der Leistung meines Teams.»

Antonio Conte nach dem Sieg gegen Belgien

Italy goalkeeper Gianluigi Buffon, center, celebrates with other teammates after their 2-0 win at the end of the Euro 2016 Group E soccer match between Belgium and Italy at the Grand Stade in Decines-Charpieu, near Lyon, France, Monday, June 13, 2016. (AP Photo/Laurent Cipriani)

Grosser Jubel der Italiener nach dem 2:0 gegen Belgien.
Bild: Laurent Cipriani/AP/KEYSTONE

Es hätte dabei gar nicht der engagierten Coachingarbeit Contes am Spielfeldrand bedurft, um sich gewiss zu werden: Italien verfügt über einen Trainer, der bis zum Abpfiff im letzten Spiel alles gibt. Der sich selbst beim Jubeln eine blutende Nase holt. «Ich bin begeistert von der Leistung meines Teams», sagte Conte.

Die Nase blutet nach dem Torjubel

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Die Gegner sind vorgewarnt

Natürlich ist es noch viel zu früh, um darüber zu spekulieren, ob dieses letzte Spiel sogar der EM-Final sein könnte. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Doch fahren die Italiener − heute Nachmittag gegen Schweden – in diesem Stil weiter, ist mit ihnen im Kampf um den Titel zu rechnen. Daran hat Conte einen grossen Anteil.

Italien im Portrait

   Video: © Jakob Weber/ youtube

Nach der WM 2014 für Cesare Prandelli in Amt und Bürden gekommen, hat er sein Team ungeschlagen an die EM geführt und mit ihm noch kein Pflichtspiel verloren.

«Der italienische Nationalcoach ist ein Amboss und die Klubs hauen kräftig auf ihn drauf.»

Antonio Conte

Conte gegen den Verband

Dass er seinen Job indes zu oft als Bürde empfand, liess ihn frühzeitig seinen Rücktritt ankündigen. «Der italienische Nationalcoach ist ein Amboss», sagte Conte, «und die Klubs hauen kräftig auf ihn drauf.» Es war ihm sauer aufgestossen, dass ihm Termine, an denen er mit der Mannschaft arbeiten wollte, vom Verband beschnitten oder gar nicht bewilligt worden waren.

Überhaupt: Contes Beziehung zum Verband ist spätestens seit 2012 getrübt, als er von diesem für mehrere Monate gesperrt wurde. Der Vorwurf: Er habe von zwei Spielmanipulationen Kenntnis gehabt, dies aber nicht gemeldet.

«Es ist ein Fehler, zu glauben, man sei nach einer tollen Spielerkarriere automatisch ein guter Trainer. Man muss lernen, was Didaktik ist, und eine eigene Spielidee entwickeln.»

Antonio Conte

epa05370226 Italian coach Antonio Conte during a walkthrough of the Italian team at Stade Municipal de Toulouse in Toulouse, France on 16 June 2016. Sweden will face Italy on 17 June in their second match at the UEFA EURO 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/VASSIL DONEV   EDITORIAL USE ONLY

Endet Contes Zeit bei Italien mit dem Finalspiel an der EM in Frankreich? Bild: VASSIL DONEV/EPA/KEYSTONE

Aber Conte arbeitet ja nicht nur für den Verband, sondern auch für die Mannschaft und seinen guten Ruf. Einen solchen hat er sich spätestens bei Juventus Turin erworben. Dreimal in Folge hat er die «alte Dame» zum Scudetto geführt, in seiner ersten Saison gar ungeschlagen.

Juventus' coach Antonio Conte (2nd L) celebrates with his players Fernando Llorente (L), Paul Pogba (C), Giorgio Chiellini (2nd R) and Simone Padoin (R) at the end of their Italian Serie A soccer match against Fiorentina at Juventus Stadium in Turin March 9, 2014. REUTERS/Giorgio Perottino (ITALY - Tags: SPORT SOCCER)

Mit Juventus wurde Conte drei Mal Meister.
Bild: GIORGIO PEROTTINO/REUTERS

Zuvor hatte er Bari und Siena in die Serie A gehievt. Dass er nach seiner durchaus erfolgreichen Profizeit mit 20 Länderspielen, fünf italienischen Meistertiteln sowie dem Gewinn der Champions League seine Trainerlaufbahn bedachtsam anging, hat ihm nicht geschadet.

«Es ist ein Fehler, zu glauben, man sei nach einer tollen Spielerkarriere automatisch ein guter Trainer. Man muss lernen, was Didaktik ist, und eine eigene Spielidee entwickeln», sagte Conte. «Die Serie B hat mir dabei sehr geholfen.» Zuerst hatte er als Assistent bei Siena gearbeitet, und als er bei Arezzo zum ersten Mal Cheftrainer wurde, war er seinen Job nach vier Monaten wieder los.

«Bleiben wir mit den Füssen doch lieber am Boden.»

Antonio Conte

Italy coach Antonio Conte attends a training session at the Bernard Gasset center in Montpellier, France, Thursday, June 9, 2016. Italy will face Belgium in a Euro 2016 Group E soccer match in Lyon on Monday, June 13, 2016. (AP Photo/Antonio Calanni)

Conte selbst bleibt bescheiden.
Bild: Antonio Calanni/AP/KEYSTONE

Conte ist eigentlich eine treue Seele und so gar kein Wanderarbeiter, wie es im heutigen Fussball üblich ist. In Lecce geboren und aufgewachsen, hat er sieben Jahre dort gespielt und danach dreizehn Saisons bei Juventus. «Jetzt bin ich stolz, der erste Nationalcoach zu sein, der aus dem Süden kommt», sagt Conte. Und Italien nach 1968 vielleicht den ersten EM-Titel beschert, der in Turnierform ausgespielt wird. «Bleiben wir mit den Füssen doch lieber am Boden», hat Conte nach dem Startsieg aber gleich mal die Bremse gezogen. (aargauerzeitung.ch)

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