Borussia Dortmund und Goalie Gregor Kobel erlebten mit einer 7:1-Gala gegen Celtic Glasgow einen historischen Abend. Noch nie gewann der BVB in der Champions League so hoch. Entscheidend war dabei Karim Adeyemi, der mit drei Treffern das wohl beste Spiel seiner bisherigen Karriere ablieferte. Besonders sein zweites Tor zum 3:1 war eine Augenweide. Mit einem Hammer ins kurze Eck bezwang er Celtic-Goalie Kasper Schmeichel. Ausserdem wurde Adeyemi vor dem Penalty zum 4:1 gefoult.
Wie er sich sein Superspiel erkläre? «Meine Frau hat Brokkoli gemacht, vielleicht liegt es daran», so der 22-Jährige nach dem Spiel. Adeyemi ist mit der Schweizer Rapperin Loredana liiert. Zu lachen gab auch die Reaktion von CBS-Moderator Peter Schmeichel, dem Vater von Celtic-Goalie Kaspar Schmeichel, dem Adeyemi drei Treffer einschenkte. «Ich werde dir nie vergeben, was du meinem Jungen heute angetan hast», so die 60-jährige Goalie-Legende, bevor er das Interview normal weiterführte.
Trotz des Hattricks endete die Partie für Karim Adeyemi aber mit einer Enttäuschung. Dortmunds Flügelflitzer musste in der 48. Minute mit einer Verletzung am Oberschenkel ausgewechselt werden. Noch ist unklar, was es genau ist, es sei aber definitiv eine Muskelverletzung, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl, der anfügte: «Wir hoffen, dass er nicht so lange ausfällt. Es ist schade, er war gerade im Flow.»
Im Dortmunder Westfalenstadion setzte jedoch nicht nur das Team ein klares Statement. Auch die Fans teilten vor dem Spiel aus. Auf der berüchtigten Südtribüne war in grossen Buchstaben «UEFA MAFIA» zu lesen, darunter stand auf Englisch: «Ihr kümmert euch nicht um den Sport. Euch interessiert nur Geld!» Anlass ist die Champions-League-Reform, die mit dieser Saison in Kraft trat und in Fankreisen für Kritik sorgt.
Zu reden gaben auch die Gästefans aus Glasgow, die vor Anpfiff der zweiten Halbzeit abseits der TV-Kameras einen Pro-Palästina-Protest durchführten. Auf den T-Shirts der Personen mit bengalischen Fackeln in der Hand stand «Free Palestine» geschrieben, dahinter wehten mehrere Flaggen des in Deutschland wie in der Schweiz nicht anerkannten Staats. Auch während dem Spiel war die Fahne Palästinas wie auch eine vom Libanon im Block der Celtic-Fans zu sehen.
In Eindhoven sorgte vor allem das Feld für Aufregung. Dieses bereitete den Gästen aus Lissabon grosse Probleme, mehrmals rutschten die Sporting-Spieler aus. Gleich zweimal bei eigentlich hervorragenden Chancen. Besonders bitter war dies bei Eduardo Quaresma, der eigentlich schon schussbereit war, dem beim Ausholen aber der Rasen zum Verhängnis wurde.
O falhanço de Eduardo Quaresma
— Universo Sporting (@Universo_scp) October 1, 2024
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Kurz später gelang Sporting dann doch noch der Ausgleich zum 1:1, jedoch trug dies nicht wirklich zur Besänftigung der Gemüter bei. So sagte Stürmerstar Viktor Gyökeres nach dem Spiel mit sarkastischem Unterton: «Schönes Schlittschuhlaufen hier.» Da die Gastgeber im Vergleich kaum Probleme hatten, sollten sich die Portugiesen aber vielleicht lieber selbst hinterfragen.
Eigentlich meinte es der Spielplan mit RB Salzburg bisher gut. Die Champions-League-Saison begann für die Österreicher mit Spielen gegen Sparta Prag und Stade Brest. Dennoch steht das Team des früheren Klopp-Assistenten bei Liverpool, Pep Lijnders, noch bei null Punkten und einem Torverhältnis von 0:7. Dabei machte Salzburg erneut das Spiel, liess sich beim 0:4 von einem konterstarken und enorm effizienten Gegner aber wieder die Bude voll schiessen.
Vorbei also die Zeiten, in denen Salzburg ein unangenehmer Gegner war, der grösseren Teams wie Chelsea oder Bayern München auch einmal ein Unentschieden abfordern konnte. Zum Glück für die Österreicher, die von gegnerischen Fans aufgrund ihres Sponsors abschätzig «Dosen» genannt werden, gibt es aber noch Slovan Bratislava und YB, die in der Tabelle noch hinter Salzburg stehen, aber auch die schwierigeren Gegner hatten. Als Nächstes trifft Salzburg, bei dem der Schweizer Bryan Okoh erneut nur auf der Bank sass, auf Dinamo Zagreb.
Der gestrige Champions-League-Abend bot aber nicht nur Aufreger und lustige Interviews, sondern auch jede Menge Traumtore. Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Jenes von Karim Adeyemi habt ihr ja bereits gesehen, aber wie wäre es mit einem Freistosstreffer von Hakan Calhanoglu beim 4:0-Sieg von Inter Mailand gegen Roter Stern Belgrad?
Oder jenem von Kaan Kairinen von Sparta Prag? Der Finne zirkelte seinen Freistoss in Stuttgart perfekt zum 1:1-Endstand in den Winkel.
Nicht vergessen gehen sollte auch der Führungstreffer von PSV Eindhoven durch den Distanzschuss von Jerdy Schouten, der perfekt neben den Innenpfosten passte. Auch der spätere Ausgleich durch Daniel Bragança, der eine Flanke per Volley ins kurze Eck versenkte, war eine Augenweide.