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Champions League: So darf YB selbst gegen Barcelona nicht verlieren

YB's Sandro Lauper reacts during the UEFA Champions League, League phase soccer match, between FC Barcelona and BSC Young Boys at the Estadi Olimpic Lluis Companys stadium, in Barcelona, Spain, T ...
Das eigentlich unvergessliche Erlebnis wird für YB ein Abend zum Vergessen.Bild: keystone
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So darf YB nicht einmal gegen Barcelona verlieren

02.10.2024, 08:5902.10.2024, 14:02
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Es ist keine Schande, gegen diesen Gegner zu verlieren. Auch wenn es nicht mehr der grosse FC Barcelona von Lionel Messi, Andres Iniesta und Xavi ist. Selbst eine 0:5-Klatsche ist gegen Barça per se keine Blamage.

Die Katalanen sind hervorragend in die Saison gestartet, gewannen zum Auftakt sieben Ligaspiele in Serie und weisen dabei ein Torverhältnis von 23:5 auf. Einzig in der Champions League, als sie in Monaco ab der 11. Minute in Unterzahl spielten, und am vergangenen Samstag, als Trainer Hansi Flick bei Osasuna einige Stammkräfte schonte, unterlag Barcelona bisher. Dass YB gegen ein solches Team auswärts untergeht, kann passieren. Was den Verantwortlichen Sorgen bereiten sollte, ist jedoch die Art und Weise.

YB head coach Patrick Rahmen reacts during the UEFA Champions League, League phase soccer match, between FC Barcelona and BSC Young Boys at the Estadi Olimpic Lluis Companys stadium, in Barcelona, Spa ...
Seine Sorgen werden grösser: YB-Trainer Patrick Rahmen.Bild: keystone

Das soll nicht bedeuten, dass YB verängstigt gewirkt oder mutlos gespielt hat. Das war nämlich nicht der Fall. Die Berner kamen gar zu vereinzelten Chancen und hätten beim Stand von 0:1 mit etwas mehr Konsequenz gut und gerne den Ausgleich erzielen und mit etwas mehr Zentimeterglück in der Schlussphase immerhin zum Ehrentreffer kommen können. So stand Joël Monteiro in der 91. Minute nur hauchdünn im Abseits, bevor er einnetzte.

Jedoch gingen drei Toren Standardsituationen voraus. Und das sagt mehr über sein Team aus, als Trainer Patrick Rahmen lieb sein dürfte. Denn das Verteidigen von ruhenden Bällen verlangt elementare Dinge wie Konzentration, eine passende Zuordnung und gute Abstimmung untereinander. Und diese liess YB bei den Treffern zum 0:2, zum 0:3 und zum 0:4 gleich mehrmals vermissen.

War das zweite Gegentor noch mit Pech verbunden, weil Cedric Ittens Kopfball unglücklich von Lewin Blum abprallte und vor Raphinhas Füsse fiel, gibt es danach keine Ausreden mehr. Erst sprang der 1,81 m grosse Iñigo Martinez nach einem Freistoss einfach über den drei Zentimeter grösseren Jaouen Hadjam, dann ging der vorherige Torschütze im Rücken der Abwehr bei einem Eckball vergessen und bediente den in der Mitte stehenden Robert Lewandowski. Die YB-Innenverteidiger Mohamed Ali Camara und Tanguy Zoukrou standen unbeteiligt daneben. Es sind solche Gegentore, die den Bernern eigentlich nicht passieren dürfen.

Es ist daher keine Überraschung, dass YB-Coach Patrick Rahmen nach dem Spiel im SRF-Interview sagt: «Es ist ärgerlich, dass wir drei Tore nach Standards kassieren. Das stört mich.» Schliesslich sei «Barcelona nicht als starke Standard-Mannschaft bekannt». Mit etwas mehr Konzentration in diesen Situationen hätte sich YB im Olympiastadion in Barcelona, das während der Bauarbeiten am Camp Nou als Ersatzspielstätte der «Blaugrana» dient, deutlich besser verkaufen können.

Problematisch ist für den noch amtierenden Meister jedoch vielmehr, dass sich diese Unzulänglichkeiten eben auch in den Liga-Alltag ziehen. Zwar ist in der Super League spielerisch kein Klub auch nur ansatzweise auf dem Niveau des FC Barcelona, dennoch können selbst qualitativ deutlich schwächere Teams von Ungereimtheiten bei Standards profitieren. Von fehlender Konzentration in der Defensivarbeit ganz zu schweigen.

Gelingt es YB also nicht, die Abstimmung bei ruhenden Bällen zu verbessern und in diesen Szenen schlicht und einfach den Fokus zu behalten, wird es für den Liga-Vorletzten ganz schwierig, nur schon den Anschluss an die Meistergruppe nicht zu verlieren. Diese Aufgabe liegt schlussendlich auch beim Trainer, der bis zum Ligaspiel beim FC Basel am Sonntag eine Menge zu tun hat.

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