Im vergangenen Herbst trainierte Jérôme Boateng beim FC Bayern mit, ob der damaligen Not in der Abwehr dachten die Klubbosse über eine Rückholaktion nach. Am Ende blieb das grosse Comeback aus, offiziell aufgrund der sich wieder entspannenden Kadersituation.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gab es aber auch noch einen anderen Grund: Der Prozess gegen den 35-Jährigen vor dem Landgericht München wird dieses Jahr neu aufgerollt. Die Bayern sollen darin eine mögliche Ablenkung vom sportlichen Geschehen ausgemacht haben.
Vielen Fans wäre eine Rückkehr weniger wegen der Ablenkung vom Sportlichen, als vielmehr wegen des Hintergrunds des Prozesses ein Dorn im Auge gewesen. Jérôme Boateng, für den die Unschuldsvermutung gilt, steht nämlich unter dem Verdacht, auch seine damalige Lebensgefährtin Kasia Lenhardt körperlich verletzt zu haben.
Im Februar 2021 machte der Fussballer seiner Ex-Partnerin in einem Interview schwere Vorwürfe. Kasia Lenhardt sah sich in der Folge einem Shitstorm ausgesetzt, nahm sich kurz darauf das Leben.
Trotz alledem fand Jérôme Boateng mit der US Salernitana im Februar dieses Jahres einen neuen Verein. Seine Anstellung zog in Social Media zahlreiche kritische Kommentare nach sich, der italienische Erstligist aber ignorierte diese.
Salernitana stieg in der Folge ab, der Vertrag des deutschen Abwehrspielers endete daher am Saisonende. Nach einem neuen Arbeitgeber musste er aber nicht lange suchen, in der Vorwoche gab der österreichische Bundesligist Linzer ASK seine Verpflichtung bekannt.
Ich freue mich unglaublich, ab sofort für den @LASK_Official zu spielen!⚫️⚪️
— Jérôme Boateng (@JeromeBoateng) May 31, 2024
Liebe LASK-Fans: Ich freue mich schon sehr, Euch bald kennenlernen zu dürfen. Genauso wie meine neuen Mitspieler, die Mitarbeiter und Trainer. 💪🏽
Lasst uns zusammen nächste Saison anpacken und viele… pic.twitter.com/BYuTiXtFrE
Kritik gab es abermals vor allem, aber nicht ausschliesslich, auf Social Media. Für eine breite Öffentlichkeit sichtbar wurde die Kritik am Wochenende auch im Hofmann Personal Stadion in Linz. Dort trafen die Frauen vom FC Blau-Weiß Linz im Derby auf die Frauen des LASK.
Dass sich die LASK-Frauen dabei mit 3:0 durchgesetzt haben, geriet eher zur Nebensache. Stattdessen stachen mehrere Protestaktionen heraus. So trug etwa die Torfrautrainerin von Blau-Weiss eine grosse Aufschrift auf ihrem Rücken. «Kasia Lenhardt» stand dort in Versalien geschrieben.
Auf das Thema wurde nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf den Rängen aufmerksam gemacht. «Gratuliere Dr. Gruber zu den neuesten Transfer-Schlagzeilen», schickte eine Gruppe von Fans per Banner einen doppeldeutigen Gruss an Dr. Siegmund Gruber, Geschäftsführer beim LASK.
Eine andere Gruppe von Fans wurde mit ihrem Banner ebenfalls deutlich: «Keine Bühne für Täter! Ruhe in Frieden Kasia!.»
Ob Jérôme Boateng bei einem Spiel der LASK-Herren ebenso empfangen wird, bleibt abzuwarten. Die Saison für den Bundesligisten endete bereits am 19. Mai. Ein Thema dürfte er vorerst trotzdem bleiben, denn die Hauptverhandlung des Prozesses in München beginnt am 14. Juni 2024. Bis Mitte Juli folgen fünf weitere Termine im Wochenrhythmus.
(watson.de)
Richtigerweise sollte vor Gericht beurteilt und nicht medial vorverurteilt werden.
Sind seine Hater dann besser als er selbst?
Diese medialen Schlachtplätze sollten verboten werden bis das Gericht ein Urteil gefällt hat.
Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Möge die Gerechtigkeit siegen.