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Jérôme Boatengs Wechsel zu LASK wird stark kritisiert

SS Lazio v US Salernitana - Serie A TIM Jerome Boateng of US Salernitana looks on during the Serie A TIM match between SS Lazio and US Salernitana at Stadio Olimpico on April 12, 2024 in Rome, Italy.  ...
Gegen Jerôme Boateng läuft ein Prozess.Bild: www.imago-images.de

«Keine Bühne für Täter!» Jérôme Boatengs Wechsel zu LASK wird kritisiert

Jérôme Boateng wechselt zu LASK in Österreich. Angesichts des Prozesses, der gegen den Deutschen läuft, stösst der Transfer bei Fans und bei der Frauenmannschaft von LASK aber auf Widerstand.
03.06.2024, 18:3703.06.2024, 19:59
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Im vergangenen Herbst trainierte Jérôme Boateng beim FC Bayern mit, ob der damaligen Not in der Abwehr dachten die Klubbosse über eine Rückholaktion nach. Am Ende blieb das grosse Comeback aus, offiziell aufgrund der sich wieder entspannenden Kadersituation.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge gab es aber auch noch einen anderen Grund: Der Prozess gegen den 35-Jährigen vor dem Landgericht München wird dieses Jahr neu aufgerollt. Die Bayern sollen darin eine mögliche Ablenkung vom sportlichen Geschehen ausgemacht haben.

Vielen Fans wäre eine Rückkehr weniger wegen der Ablenkung vom Sportlichen, als vielmehr wegen des Hintergrunds des Prozesses ein Dorn im Auge gewesen. Jérôme Boateng, für den die Unschuldsvermutung gilt, steht nämlich unter dem Verdacht, auch seine damalige Lebensgefährtin Kasia Lenhardt körperlich verletzt zu haben.

Jérôme Boateng hat beim LASK unterschrieben

Im Februar 2021 machte der Fussballer seiner Ex-Partnerin in einem Interview schwere Vorwürfe. Kasia Lenhardt sah sich in der Folge einem Shitstorm ausgesetzt, nahm sich kurz darauf das Leben.

Trotz alledem fand Jérôme Boateng mit der US Salernitana im Februar dieses Jahres einen neuen Verein. Seine Anstellung zog in Social Media zahlreiche kritische Kommentare nach sich, der italienische Erstligist aber ignorierte diese.

Salernitana stieg in der Folge ab, der Vertrag des deutschen Abwehrspielers endete daher am Saisonende. Nach einem neuen Arbeitgeber musste er aber nicht lange suchen, in der Vorwoche gab der österreichische Bundesligist Linzer ASK seine Verpflichtung bekannt.

Kritik gab es abermals vor allem, aber nicht ausschliesslich, auf Social Media. Für eine breite Öffentlichkeit sichtbar wurde die Kritik am Wochenende auch im Hofmann Personal Stadion in Linz. Dort trafen die Frauen vom FC Blau-Weiß Linz im Derby auf die Frauen des LASK.

Trainerin solidarisiert sich mit Kasia Lenhardt

Dass sich die LASK-Frauen dabei mit 3:0 durchgesetzt haben, geriet eher zur Nebensache. Stattdessen stachen mehrere Protestaktionen heraus. So trug etwa die Torfrautrainerin von Blau-Weiss eine grosse Aufschrift auf ihrem Rücken. «Kasia Lenhardt» stand dort in Versalien geschrieben.

Auf das Thema wurde nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf den Rängen aufmerksam gemacht. «Gratuliere Dr. Gruber zu den neuesten Transfer-Schlagzeilen», schickte eine Gruppe von Fans per Banner einen doppeldeutigen Gruss an Dr. Siegmund Gruber, Geschäftsführer beim LASK.

Eine andere Gruppe von Fans wurde mit ihrem Banner ebenfalls deutlich: «Keine Bühne für Täter! Ruhe in Frieden Kasia!.»

Ob Jérôme Boateng bei einem Spiel der LASK-Herren ebenso empfangen wird, bleibt abzuwarten. Die Saison für den Bundesligisten endete bereits am 19. Mai. Ein Thema dürfte er vorerst trotzdem bleiben, denn die Hauptverhandlung des Prozesses in München beginnt am 14. Juni 2024. Bis Mitte Juli folgen fünf weitere Termine im Wochenrhythmus.

(watson.de)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jonas (1) (2)
03.06.2024 19:47registriert April 2024
Traurige Verpflichtung. Lest euch mal die Mitteilung vom Lask durch. Das ist Realsatire und ein Hohn: "Er ist uns finanziell massiv entgegengekommen, andernfalls wäre seine Verpflichtung nicht möglich gewesen. Das zeigt seinen außergewöhnlichen Charakter"
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FACTS
03.06.2024 19:57registriert April 2020
Unschuldsvermutung scheint es nicht mehr zu geben. Nützt dann ja auch nicht mehr viel, wenn man später freigesprochen wird, wenn bis dahin Karriere und Ansehen zerstört sind.

Richtigerweise sollte vor Gericht beurteilt und nicht medial vorverurteilt werden.
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DerLauch
04.06.2024 00:07registriert Januar 2019
Was wenn sich Boateng auch das Leben nehmen würde aufgrund dieser vielen negativen Schlagzeilen?
Sind seine Hater dann besser als er selbst?
Diese medialen Schlachtplätze sollten verboten werden bis das Gericht ein Urteil gefällt hat.
Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Möge die Gerechtigkeit siegen.
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