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Montreal Impact's Blerim Dzemaili, left, celebrates with teammates after scoring against D.C. United during first half MLS soccer action in Montreal, Saturday, July 1, 2017. THE CANADIAN PRESS/Graham Hughes/The Canadian Press via AP)

Lenker und Denker, Torschütze und Vorbereiter: Blerim Dzemaili hat nach 15 MLS-Spielen schon 16 Skorerpunkte. Bild: AP/The Canadian Press

Happy in Montreal: Blerim Dzemaili ist so gut wie vielleicht noch nie

Natispieler Blerim Dzemaili entdeckt in der Stadt des Stanley-Cup-Rekordsiegers Montreal Canadiens den Reiz der Major League Soccer. Der Star der Impact-Organisation über seine neue Fussball-Heimat.



In der kanadischen Metropole sind die Mitspieler und die Entscheidungsträger ausserhalb des Feldes fasziniert von Dzemaili. «Weltklasse» sei er, schwärmen Teamkollegen und der Trainer Mauro Biello unisono, er habe das Team mit seiner Dynamik verändert. Das Fussball-Magazin «FourFourTwo» verglich die Transfers der letzten Wochen – neben Dzemaili engagierte die Organisation aus Québec weitere Verstärkungen – mit einem «Facelifting».

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Rrrrumms! Eines von bislang sechs Dzemaili-Toren in der MLS. Video: YouTube/MustSeeIt

Der langjährige Serie-A-Profi mit FCZ-Vergangenheit hat den nordamerikanischen Way of Life in jeglicher Beziehung sofort adaptiert. Über eine Mixed-Zone in der Garderobe wundert er sich längst nicht mehr. «Einmal pro Woche besuchen uns die Journalisten in der Garderobe. ‹So what›, das gehört dazu.» Von der in Italien perfektionierten Abschottung hält sein neuer Arbeitgeber wenig. Dzemaili nimmt die mediale Transparenz gelassen. «Hinter allem steckt eine Portion Show. Das ist gut so.»

Happy auf und neben dem Platz

Dzemaili bereut bislang keine Minute seines Nordamerika-Abenteuers. «Ich bin überaus zufrieden und glücklich mit dem Start. Das Niveau der Liga ist gut. Und meine Familie fühlt sich extrem wohl. Die Stadt bietet alles, was man sich wünscht.» Spannend, interessant, aufregend – die Veränderung nach mehr als achtjährigem Engagement in Südeuropa löste bei Dzemaili einen regelrechten Schub aus.

Gemeinsam mit Frau Erjona Sulejmani und Sohn Luan bei den Niagara-Fällen.

Als eigentlicher Taktgeber steuert der erfahrene Zürcher das Spiel der kanadischen Franchise auf der gleichen taktischen Position wie im Nationalteam. «Mit der Quote eines Stürmers», schiebt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA augenzwinkernd nach. «Ich spiele momentan mit einem freien Kopf auf.»

Die Leichtigkeit ist greifbar, aus der puren Entspannung resultierten angenehme Fakten. Seit seiner Ankunft in der Major League Soccer hat Dzemaili mehr als einen Skorerpunkt pro Partie erzielt. Seine Bilanz ist positiv, und Montreal besitzt nach einem komplett missratenen Saisonauftakt inzwischen wieder seriöse Chancen, in den verbleibenden neun Runden bis zum 22. Oktober die Playoffs zu erreichen.

«Ich bin da, um Montreal zu stabilisieren»

Für den Klubbesitzer Joey Saputo ist der über dreieinhalb Jahre abgeschlossene Deal mit dem 57-fachen Internationalen ein Geschäft mit beschränkten Risiken. Er entlöhnt Dzemaili zwar in der obersten Kategorie, aber als Chef von Bologna hat er den 31-Jährigen kennen und schätzen gelernt. Er weiss: Auf Dzemaili, mit dem er meistens auf Italienisch parliert, ist Verlass.

«Unser Verhältnis ist aussergewöhnlich gut. Er ist ein wichtiger Grund, weshalb ich in Montreal unterschrieben habe», sagt Dzemaili über seinen Boss, der mit seinem Familien-Unternehmen im Milchprodukte-Sektor weltweit Milliarden umsetzt. Gut möglich, dass Dzemaili dereinst für die Zeit nach der Karriere vom Netzwerk Saputos profitieren kann.

Vorerst beschäftigen ihn indes andere Themen. Er will dem erst seit 2012 zur MLS gehörenden Verein den Saisonverlauf erleichtern. Als Entwicklungshelfer sehe er sich keinesfalls. «Es gibt in der Liga wichtigere Spieler mit grösseren Namen. Aber ich bin da, um Montreal zu stabilisieren.»

Der Modellathlet

Als Bonus einer langen, teilweise auch schwierigen, kräftezehrenden Laufbahn empfindet der Schweizer die bislang überzeugende MLS-Performance nicht. «In meinem Alter wird man ja oft abgeschrieben. Ich geniesse es deshalb umso mehr, weiterhin Topleistungen bringen zu können.»

Das persönliche Hoch wertet Dzemaili als Entschädigung für seine jahrelange Auseinandersetzung mit dem Sport, für funktionierende Details und Sonderschichten im Alltag. «Zum einen trage ich Sorge zu meinem Körper, andererseits gehe ich in jedem Training ans Limit. Diese Prinzipien zahlen sich aus.»

Blerim Dzemaili beim Training in Rapperswil-Jona am Montag, 28. August 2017. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Mit 31 Jahren ist der topfitte Dzemaili noch nicht im Herbst seiner Karriere. Bild: KEYSTONE

Dzemaili ernährt sich nicht erst seit der umfassenden GPS-Big-Data-Auswertung und präziseren Überwachung der Spieler gesund. Der Mittelfeldspieler wirkt immer schon nahezu perfekt austrainiert. Kein Gramm Fett, eine definierte Muskulatur, nicht zu schwer, beweglich, kurzum: ein Modellathlet. (ram/sda)

In Montreal fahren die Autos nicht, sie rutschen …

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Video: watson

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ehringer 30.08.2017 13:04
    Highlight Highlight Blerim Dzemaili ist für mich schon lange einer, der immer unterschätzt wird. Er war (und ist) nie der grosse Star, aber in sehr vielen Teams war er in meinen Augen immer ein sicherer Wert (einer, der auch der Schweizer Nati des öfteren gut getan hätte). Ihm wurde in meinen Augen oft zum Verhängnis, dass er (zu) wenig auffällt. Er ist einer, der seinen Job meistens gut erledigt, aber selten fällt er durch extreme Taten auf. Das hat ihn wohl bei einigen Trainern schlechter aussehen lassen als er tatsächlich wäre.
  • _domi_r 30.08.2017 11:46
    Highlight Highlight Gute Leistung von Blerim. Jedoch ist das Niveau der MLS auch nicht besonders hoch (siehen den freien Raum, welcher er beim seinem Tor im Video bekommt).
  • Nelson Muntz 30.08.2017 09:52
    Highlight Highlight Bei allem Respekt: Die Liga ist nicht mal auf dem Niveau der Super League, da kann Blerim locker brillieren....das würde er in der Schweiz auch.

    Wie man do schön sagt: unter den Blinden ist der Einäugige König.

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

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