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Premier League: Deshalb droht den Saudi-Besitzern von Newcastle das Aus

Premier League Newcastle United v Wolverhampton Wanderers Newcastle United fans waves flags ahead of the Premier League match Newcastle United vs Wolverhampton Wanderers at St. James s Park, Newcastle ...
Die Newcastle-Fans haben aktuell viel zu feiern – doch den Besitzern droht das Aus.Bild: www.imago-images.de

Newcastle-Besitzern droht das Aus – Saudis haben sich wohl selbst verraten

Die Übernahme des Klubs durch saudische Besitzer liess viele Fans von Newcastle United in Euphorie verfallen und tatsächlich stellte sich sportlich schnell Erfolg ein. Anderthalb Jahre später droht aber bereits wieder das Aus der Investoren in der Premier League – wegen eines Gerichtsprozesses um den saudischen Golfverband.
02.04.2023, 13:2703.04.2023, 09:41
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Es läuft gut bei Newcastle United, ja fast hervorragend. Der Klub steht auf dem fünften Platz der Premier League, nur zwei Punkte hinter den Champions-League-Plätzen, und das, obwohl Newcastle im Vergleich zu Tottenham noch zwei Spiele ausstehend hat. Auch dank Fabian Schär hat Newcastle die beste Defensive der Premier League. Nur 19 Gegentore kassierte das Team in 26 Partien, mit Schär waren es gar nur 15 in 24 Spielen.

An der Seitenlinie steht mit Eddie Howe ein viel gepriesener Trainer, der vielleicht nicht den attraktivsten, aber dafür erfolgreichen Fussball spielen lässt. Nur in der Offensive hapert es mit erst 39 Toren noch etwas. Da soll Alexander Isak, der im Sommer von Real Sociedad geholt wurde, Abhilfe schaffen. Der Schwede verpasste nach einer Oberschenkelverletzung mehrere Monate, zeigte mit sechs Toren in zehn Spielen aber bereits, was sich Howe und Newcastle vom 23-jährigen Stürmer versprechen.

Newcastle United v Fulham - Premier League - St. James Park Newcastle United s Fabian Schar in action during the Premier League match at St. James Park, Newcastle. Picture date: Sunday January 15, 202 ...
Fabian Schär ist in Newcastles Defensive gesetzt.Bild: www.imago-images.de

Die «Magpies» sind also auf gutem Weg, in der nächsten Saison in der «Königsklasse» oder mindestens der Europa League zu spielen und damit die beste Endplatzierung seit Platz 3 in der Saison 2002/03 einzufahren. Dabei hat der Klub, der sich in der Winterpause der letzten Saison noch auf einem Abstiegsplatz befunden hatte, noch gar nicht so viel Geld ausgegeben, wie viele nach der Übernahme durch die saudischen Investoren befürchtet hatten. Dennoch könnte der NUFC am heutigen Sonntag mit einem Sieg gegen Manchester United (17.30 Uhr) zum Drittplatzierten aufschliessen.

Das kleine Detail mit grosser Bedeutung

Doch trotz aller erfreulichen Ergebnisse läuft in Nordengland nicht alles rund. Und dafür ist der Klub selbst verantwortlich – oder besser gesagt, dessen Mehrheitseigner. Newcastle United ging im Oktober 2021 in den Besitz des saudischen Public Investment Funds über. Dem PIF gehört neben Newcastle unter anderem auch die LIV-Golf-Serie, die in Konkurrenz zur etablierten PGA Tour steht. Weil die PGA-Tour jene Spieler, die bei Events des saudischen Konkurrenten antraten, ausgeschlossen hat, verklagt die LIV-Golf-Serie diese in den USA, weil diese ihre Monopolstellung ausnutzen würden, um potenzielle Konkurrenz zu zerstören.

Nun wurde auch der Vorsitzende von Newcastle Yasir Al-Rumayyan, der gleichzeitig auch den PIF verwaltet, vom Gericht vorgeladen. Der Fall selbst hat mit Newcastle eigentlich nichts zu tun, wäre da nicht ein kleines Detail. Anwälte, welche die LIV-Golf-Serie vertreten, haben vor dem US-Gericht erklärt, dass Al-Rumayyan international Immunität geniesse, weil er «amtierender Minister in der Regierung» sei, wie der «Guardian» berichtete. Diese Äusserung sorgte in England für Aufregung.

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Klubvorsitzender Yasir Al-Rumayyan.Bild: www.imago-images.de

Denn gemäss Statuten der Premier League darf kein Klub von einem Staat kontrolliert werden. Und wer in der saudischen Regierung sitzt, vertritt Saudi-Arabien. Bereits bei der Übernahme sorgten die offensichtlichen Verbindungen zwischen dem PIF und der saudischen Regierung für Fragezeichen, doch nach eingängiger Prüfung entschied die Liga, den Verkauf an die neuen Besitzer zuzulassen. Obwohl Al-Rumayyan von Kronprinz Mohamed bin Salman als Chef des Public Investment Fund engagiert wurde und der 53-Jährige als enger Vertrauter von MBS gilt.

Macht die Liga ihre Drohung wahr?

Die ambitionierten Ziele von bin Salman für Saudi-Arabien sind zudem eng mit dem PIF, der Vermögen in Höhe von 600 Milliarden Dollar kontrolliert, verflochten. Auch mithilfe von diesem sollen nämlich einige Projekte der Regierung finanziert werden. Deshalb mussten sowohl der künftige Mehrheitseigner des Klubs als auch die saudische Regierung der englischen Liga vertraglich zusichern, dass der PIF komplett unabhängig ist und nicht vom Staat kontrolliert wird. Aber wenn der Vorsitzende von Newcastle gleichzeitig in der Regierung sitzt, scheint eine vollständige Unabhängigkeit kaum möglich. Fällt die Aussage aus dem Gerichtsfall in den USA Al-Rumayyan und dem PIF nun auf die Füsse?

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Am Sonntag bekommt es Schärs Newcastle erneut mit Marcus Rashford und Manchester United zu tun.Bild: www.imago-images.de

Angesprochen auf die Vorkommnisse, sagte der Liga-Vorsitzende Richard Masters nur: «Ich kann das nicht kommentieren. Wir können nicht einmal etwas dazu sagen, ob wir den Fall untersuchen.» Im November 2021, kurz nach der Übernahme des Klubs durch den Investmentfonds, erklärte Masters gegenüber «BBC» noch, dass die Liga dem PIF den Klub wieder entziehen könne, falls es Beweise geben würde, dass die saudische Regierung involviert sei. Dies geschah beim früheren Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, den die Liga nach den Sanktionen gegen Russland als ungeeignet, einen Klub zu führen, erklärte. Ob die Liga auch bei Newcastle eingreifen wird, ist zurzeit nicht zu sagen.

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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samy4me
02.04.2023 13:47registriert Februar 2014
Der Westen und seine „Werte“, mal wieder beide Augen feste zugedrückt.
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Raembe
02.04.2023 15:32registriert April 2014
Wenn Sie was unternehmen, wäre es ein wenig heuchlerisch. Man wusste immer das Man City und Newcastle von Staaten geführt werden.
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Stadt Luzerner
02.04.2023 15:23registriert Oktober 2021
Was wird passieren? Nichts, gar nichts.
Das stinkende Geld regiert.
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