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Ein aktueller Blick in das Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro.
Ein aktueller Blick in das Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro.Bild: NACHO DOCE/REUTERS

Da blutet das Fussball-Herz – das legendäre Maracanã-Stadion verlottert

Es ist die «Mutter aller Fussballstadien», doch jetzt verlottert das Maracanã-Stadion. Fünf Monate nach dem Olympia-Final werfen wir einen erschreckenden Blick auf und in die legendäre Arena in Rio de Janeiro.
13.01.2017, 10:5013.01.2017, 17:34
Janick Wetterwald
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Fussball-WM 1950, Fussball-WM 2014 und Olympia 2016 – nicht nur wegen diesen Grossveranstaltungen ist das Stadion Maracanã in Rio de Janeiro eine der bekanntesten Sportstätten der Welt. 

Das letzte grosse Fest im Maracanã: Die Schlussfeier der Paralympics 2016.
Das letzte grosse Fest im Maracanã: Die Schlussfeier der Paralympics 2016.Bild: EPA/MTI

Und heute? Heute ist der Blick auf und in das Stadion an Traurigkeit kaum zu überbieten. Aber schau selbst:

So verlottert ist das legendäre Maracanã in Rio de Janeiro

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So verlottert ist das legendäre Maracanã in Rio de Janeiro
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Vor kurzem haben Fussball-Funktionäre bei der Polizei Alarm geschlagen. Plünderer haben das Stadion Maracanã heimgesucht: Feuerlöscher, TV-Geräte und viele andere Dinge wurden aus dem verlassenen Stadion entwendet. 

Die Zerstörungen im Video:

Grausame Bilder vom Maracanã.Video: YouTube/Canal26Argentina

Seitdem im November 2016 der Vertrag mit dem Klub CR Flamengo ausgelaufen ist, kümmert sich niemand mehr um das Maracanã. Als Reaktion auf diese aktuelle Zerstörung hat der Fussball-Verband von Rio de Janeiro für den 17. Januar ein Krisen-Meeting einberufen. Dann könnte es aber laut den lokalen Funktionären bereits zu spät sein.

Von 1950 bis 2016

Das Estádio do Maracanã – kurz Maracanã – in Rio de Janeiro, Brasilien. Seit der Eröffnung 1950, damals mit sagenhaften 200'000 Plätzen das grösste Stadion der Welt, ist war es der Stolz einer Fussballnation. 

Im Eröffnungsjahr fand auch direkt die erste Fussball-WM nach dem Zweiten Weltkrieg statt und das Maracanã war Austragungsort für das entscheidende Spiel in der Finalrunde zwischen Brasilien und Uruguay. Das Spiel vor über 170'000 Zuschauern ging als «Maracanaço» in die Geschichte ein: Brasilien ging in Führung, doch Uruguay drehte das Spiel und fügte der «Seleção» bis zur 1:7-Pleite 64 Jahre später an der WM 2014 im eigenen Land die schlimmste Niederlage der Geschichte zu.

Alcides Ghiggia erzielt das Siegestor für Uruguay.
Alcides Ghiggia erzielt das Siegestor für Uruguay.Bild: AP/WCSCC AP

Es war danach über Jahre Heimstätte der brasilianischen Nationalmannschaft, sowie der beiden rivalisierenden Klubs Flamengo und Fluminense FC.

Auch ein Highlight aus der Geschichte des Stadions mit dem Hauptdarsteller Pelé.

Herausgeputzt, um zu verlottern

Nach der Copa America 1989, den panamerikanischen Spielen 2007 und dem Confederations Cup 2013 war die WM 2014 ein weiteres Highlight in der Geschichte des ehrwürdigen Stadions.

Das Maracanã beim Finalspiel der WM 2014.
Das Maracanã beim Finalspiel der WM 2014.Bild: Hassan Ammar/AP/KEYSTONE

Am 13. Juli fand der Final zwischen Deutschland und Argentinien im Maracanã statt. Mario Götze traf für Deutschland in der Verlängerung zum 1:0-Sieg und sicherte seiner Mannschaft den Titel.

Hier jubeln die Weltmeister 2014.
Hier jubeln die Weltmeister 2014.Bild: Natacha Pisarenko/AP/KEYSTONE

Zwei Jahre später, im letzten Sommer, war dann auch noch Olympia zu Gast. Die Eröffnungsfeier, Fussballspiele des Olympischen Turniers sowie die Schlussfeier fanden im Estádio do Maracanã statt. 

Da war noch Party: Das Maracanã bei der Olympia-Eröffnungszeremonie.
Da war noch Party: Das Maracanã bei der Olympia-Eröffnungszeremonie.Bild: PILAR OLIVARES/REUTERS

Die ganze Welt schaute nach Brasilien, nach Rio, ins Maracanã, als Neymar Brasilien zum Olympiasieg schoss. Und jetzt, nur wenige Monate später, geht gar nichts mehr in einem der legendärsten Fussball-Stadien der Welt. Ein weiteres trauriges Beispiel für die Verlotterung grosser Sportstätten nach einer Grossveranstaltung.

Einfach aufgegeben: Die Stadionruinen der Olympischen Spiele von Athen 2004

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Einfach aufgegeben: Die Stadionruinen der Olympischen Spiele von Athen 2004
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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Darkside
13.01.2017 12:55registriert April 2014
Wie kann eine solche Anlage innert fünf Monaten so verlottern? Sieht ja aus als wäre ein Jahrzehnt vergangen.
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Amboss
13.01.2017 11:39registriert April 2014
Ojee.
Schade, dass es einfach nicht gelingt, für die Stadien von Grossveranstaltungen sinnvolle Weiternutzungen zu finden. Ausgenommen natürlich die WM 2006.

Und dann in Katar: 12 40'000+ Stadien innerhalb von 100km. Etwas, was nicht mal das Ruhrgebiet hat...
Freue mich schon über die Ruinenbilder von da...


PS: Wo spielt denn Flamengo ab nächster Saison?
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