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epa06200660 Manchester United's Paul Pogba (L) leaves the pitch injured during the UEFA Champions League soccer match between Manchester United and FC Basel 1893 at the Old Trafford Stadium, in Manchester, Britain, 12 September 2017.  EPA/ANTHONY ANEX

Ein Moment mit grossen Konsequenzen: Pogba verlässt den Platz während des Duells gegen den FC Basel verletzt. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Pogba-Effekt – wieso sein Comeback für ManUnited viel wichtiger ist als das von Ibra

Nicht Zlatan Ibrahimovic, sondern Paul Pogba ist die Schlüsselfigur bei Manchester United. Dies belegen auch die Zahlen. Wie schmerzlich er vermisst wurde, ist bei seinem eindrücklichen Comeback gegen Newcastle United deutlich geworden. José Mourinho bezeichnet ihn derweil als unersetzlich.

Céline Feller, Manchester / Nordwestschweiz



Im ganzen Trubel ging er fast schon unter. Dass er aber an diesem Tag ebenfalls sein Comeback hatte feiern können, dieses mit einem Assist und einem Tor krönte? Alles nur Nebenschauplatz, Zlatan Ibrahimovic überstrahlte alles. Dabei ist es Paul Pogba, den Manchester United zuletzt so schmerzlich vermisst hatte auf dem Platz. Nicht Ibrahimovic.

Im Hinspiel der Champions-League-Gruppenphase gegen den FC Basel griff sich Pogba in der 17. Minute plötzlich an den hinteren Oberschenkel. Sofort kam das Zeichen: Ich muss raus. Das war’s. Pogba hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Eine vermeintlich kleine Verletzung, die ihn schlussendlich aber über zwei Monate zum Zuschauen verdammte.

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Der Moment, in dem sich Paul Pogba verletzte. Video: streamable

Zwölf Spiele verpasste er in dieser Zeit. Zwölf Spiele, in denen United seine anfangs Saison hervorragende Form verlor, oft ideenlos, überfordert, blutleer wirkte. So, wie man es in den letzten vier Jahren und seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson viel zu oft gewesen war. Es schien, als wäre man ohne Pogba wieder in alte Muster zurück gefallen.

Das Schweigen des José Mourinho

Dies alles auf Pogbas Ausfall zu schieben, scheint auf den ersten Blick vielleicht etwas einfach. Zu einfach. Nicht einmal José Mourinho, sonst selten um simple Ausreden verlegen, wollte diesen Fakt bemühen, um den offenkundigen Leistungsabfall zu erklären.

Am Samstag, nach dem 4:1-Sieg gegen Newcastle United und Pogbas Comeback aber gab Mourinho zu, wie schwer es war: «Während er verletzt war, habe ich mich dazu entschieden, den Mund zu halten. Wir durften nicht jammern, sondern mussten Lösungen finden.»

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Er kam, sah und traf: Pogba erzielt beim 4:1-Sieg gegen Newcastle das dritte Tor für die «Red Devils». Video: streamable

Aber Pogba beeinflusse Uniteds Spiel. «Wir – die Spieler und ich – wissen alle, dass manche Spieler unser Team auf ein anderes Level heben. Mit Pogba hatten wir heute viel mehr Kreativität. Es war, als wäre er nie weg gewesen. Seine Leistung war grossartig, er hatte grossen Einfluss auf unser Spiel. Er ist unersetzbar.»

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Das schon jetzt legendäre «Löwen»-Interview mit Ibrahimovic und Pogba. Video: streamable

Dies ist aber nicht nur das Gefühl Mourinhos, sondern ein Fakt. Vor Pogbas Ausfall war United Tabellenführer der Premier League. Dank Pogba kreierte das Team in dieser Saison durchschnittlich 14.8 Chancen pro Spiel. Nach seiner Verletzung waren es noch 7. Mit ihm konnten im Schnitt 3 Grosschancen kreiert werden. Ohne ihn nur 1.6. Gleiches gilt für die erzielten Tore. Auch dort sank der Schnitt von 3 auf 1.6. Ohne den 24-jährigen Franzosen ging dem Mittelfeld jegliche Kreativität ab.

Bild

Herz und Hirn in Personalunion

Pogba ist der Mann, der aus dem Zentrum die genialen Bälle in die Tiefe schlägt, der aber auch wie Flügel auf die Flügel ausweichen und von dort massgeschneiderte Seitenwechsel spielen kann. Seine Technik ist herausragend, seine Dribbling schnell, seine physische Präsenz enorm.

Mit einem Pass kann er eine komplette Abwehr aushebeln oder sie mit einem Distanzschuss aufs Tor düpieren. Pogba steht bei United für die überraschenden Momente wie kein anderer. Er hat sich in dieser Saison zum schlagenden Herzen und gleichzeitig zum Hirn dieser Mannschaft gemausert.

Newcastle United's Dwight Gayle, left, and Manchester United's Paul Pogba battle for the ball during their English Premier League soccer match at Old Trafford, Manchester, England, Saturday, Nov. 18, 2017. (Martin Rickett/PA via AP)

Als wäre er nie weg gewesen: Paul Pogba spielte gegen Newcastle gross auf. Bild: AP/PA

Genau deshalb wog seine Verletzung so schwer. United rutschte in der Tabelle ab. Zwar nur auf Platz zwei, aber acht Punkte hinter Rivale Manchester City. Acht Punkte, die allesamt nach dem Spiel gegen den FC Basel und somit ohne Pogba liegen gelassen wurden.

Dass das Spiel Uniteds einst so sehr von ihm abhängen würde, konnte noch Ende letzter Saison kaum einer erwarten. In seiner ersten Saison zurück bei seinem Jugendverein blieb er unter den Erwartungen der Fans, des Trainer und nicht zuletzt von sich selber zurück. Er wollte sich und allen beweisen, dass er würdig war, dieses Trikot erneut zu tragen. Und vor allem, wieso Manchester dafür 105 Millionen hatte hinblättern müssen und ihn damit zum teuersten Spieler der Welt gemacht hatte.

Die Last des teuersten Spielers

Aber genau dieses Preisschild war es, was ihn zu hemmen – gar zu erdrücken schien. Die Last war zu gross. Von der ganzen Fussballwelt wurde Pogba beäugt, jeder kleine Fehler wurde ausgeschlachtet. Jeder Leistungsabfall harsch kritisiert. Umso mehr wollte er in der zweiten Saison liefern. Und das ist ihm bis zu seiner Verletzung am 12. September eindrücklich gelungen.

Unübersehbar waren dabei nicht nur seine individuell herausragenden Darbietungen, sondern auch Pogbas Fähigkeit, ein ganzes Team auf ein anderes Niveau zu heben. Mit Pogba auf dem Platz spielten auch Henrikh Mkhitaryan und vor allem Romelu Lukaku ganz gross auf. Die neue Nummer 9 Manchester Uniteds war ein unaufhaltbares Biest.

Manchester United's team captain Paul Pogba jumps at the beginning of the Champions League group A soccer match between Manchester United and Basel, at the Old Trafford stadium in Manchester, Tuesday, Sept. 12, 2017. (AP Photo/Frank Augstein)

Paul Pogba will mit Manchester United hoch hinaus. Bild: AP/AP

Sieben Tore in sechs Spielen am Stück waren seine Bilanz. Doch ohne seinen best buddy Pogba rutschte Lukaku in eine Formkrise. Sieben spiele lang traf er das Tor nicht. Und genau am Samstagabend, als Pogba sein Comeback feierte, löste sich auch Lukakus Knoten.

Dies ist ebensowenig ein Zufall, wie dass es eine Tempoverschärfung und eine Einzelkation Pogbas benötigte, um den 1:1-Ausgleich herbeizuführen. Pogba war zurück. Von der ersten Sekunde an. Und bis auf den Gegentreffer galt dies auch für United.

Das Spiel war augenscheinlich facettenreicher, dynamischer, geordneter und von einem Ideenreichtum, für den Pogba steht. Sein persönliches Erfolgserlebnis zum 3:1 war die Krönung einer Leistung, die Eindruck hinterlassen hat.

Freiheiten wie kein anderer

Seine Auswechslung in der 70 Minute hatte er selber gewünscht, weil er müde war. Und Mourinho folgte, weil er seinem Schlüsselspieler fast alles zugesteht, was dieser will. Sogar, sich nach dem Muskelfaserriss einen Monat in Miami zu erholen, statt im Kreise der Mannschaft. «Er ist der Spieler, zu dem wir besonders Sorge tragen müssen.»

Denn Mourinho weiss: Ein erneuter Ausfall Pogbas, und United kann die Titelträume schon wieder und endgültig begraben. Mit Pogba aber ist der Glaube da. Man kann sich nur ausmalen, wo United heute in Tabelle stünde, wäre diese Szene in der 17. Minute im Spiel gegen den FC Basel nie passiert.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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Basel verliert gegen Linz und muss in die Europa League – YB trifft auf Roter Stern

Trotz einer Steigerung im Vergleich zum Hinspiel ist der FC Basel gegen LASK Linz aus der Champions-League-Qualifikation ausgeschieden. Nach dem 1:2 in Basel verloren die Basler das Rückspiel in Linz nach zwei späten Gegentoren 1:3.

Das Linzer 1:0 nach einer Stunde wurde Reinhold Ranftl gutgeschrieben, im Prinzip war es aber ein Eigentor. Verteidiger Raoul Petretta hatte Ranftls Hereingabe unhaltbar abgefälscht.

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