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Schweizer Cup, Halbfinal

Young Boys – Basel 2:0 (1:0)

Zürich – Grasshoppers Mi, 20.15 Uhr

YBs Guillaume Hoarau, rechts, jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit, von links, Christian Fassnacht und auf seinen Schultern, Miralem Sulejmani, im Schweizer Fussball Cup Halbfinalspiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Basel, am Dienstag, 27. Februar 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Berner Jubel in der Eiseskälte! YB darf sich weiterhin Hoffnungen auf das Double machen.  Bild: KEYSTONE

Strittiger Penalty bringt YB in den Cupfinal, aber Hütter weiss: «Haben verdient gewonnen»

Die Young Boys stehen erstmals seit 2009 wieder im Cupfinal. Die Berner entscheiden zuhause das Duell der beiden besten Teams der Super League gegen Basel dank eines strittigen Penaltys und eines Eigentors mit 2:0 für sich.



» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

Die Young Boys sind dem ersten Titel seit 1987 einen weiteren Schritt näher gekommen. Innerhalb von zehn Minuten sorgen sie dank dem Penalty von Guillaume Hoarau (55.) und dem Eigentor von Marek Suchy (65.) für die Entscheidung im von der Intensität her hochklassigen ersten Cup-Halbfinal. Der Entscheid, der zum Penalty führt, sorgt für ziemliche Aufregung. Der Ball springt Dimitri Oberlin nach einem Freistoss von Miralem Sulejmani im Strafraum unglücklich an die Hand.

Die entscheidende Szene:

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Oberlin springt der Ball an den ausgefahrenen Oberarm. Video: streamable

Penalty oder nicht?

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Hoarau verwandelt den Penalty sicher zum 1:0. Video: streamable

Nichtsdestotrotz: Am 27. Mai spielen die Berner gegen die Grasshoppers oder den FC Zürich, die sich am Mittwoch gegenüberstehen, um den siebten Cupsieg der Vereinshistorie, dem ersten seit fast 31 Jahren.

Es könnte für YB die ganz grosse Saison werden. Nach den 90 Minuten im Cup-Halbfinal spricht noch mehr dafür, dass die lange Titel-Durststrecke im Frühsommer ein Ende finden wird. Der Leader der Super League trat überzeugend auf, er war bereit gegen einen sehr kämpferisch eingestellten FC Basel, der aber ziemlich ideenlos agierte und erst gut 20 Minuten vor Schluss YB-Keeper Marco Wölfli erstmals forderte.

Zu diesem Zeitpunkt führte YB verdient mit 2:0, weil es deutlich mehr zustande brachte als der Titelverteidiger. Die beiden Tore fielen nichtsdestotrotz auf glückhafte Art und Weise. Neun Minuten nach dem bereits angesprochenen und umstrittenen Penalty, den Hoarau souverän verwandelte, lenkte Suchy eine Hereingabe von Kevin Mbabu ins eigene Netz.

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Das Eigentor von Suchy zum 2:0 für YB. Video: streamable

Die Stimmen zum Spiel:

Adi Hütter (Young Boys):

«Für diese kalten Temperaturen habe ich ein heisses Match gesehen. Für mich haben wir absolut verdient gewonnen, über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Wir freuen uns deshalb, dass wir im Final stehen – auch wenn wir noch nichts erreicht haben. Aber es ist ein schöner Moment, den wir auch geniessen. In der Meisterschaft nehmen wir Schritt für Schritt.»

Raphael Wicky (FC Basel):

«Es war eine sehr intensive Partie. Bis zum Penalty haben wir offensiv nicht viel gezeigt, danach wurde das Spiel durch Kleinigkeiten entschieden. Natürlich war YB ein bisschen besser, aber sie hatten auch keine extrem guten Chancen. Wenn man ein paar Mal verliert, zehrt das immer am Selbstvertrauen. Das Momentum ist bei YB, trotzdem ist mir das zu einfach. Es sind viele Faktoren, die momentan bei uns nicht passen. Es gibt keinen anderen Weg, als nach vorne zu schauen und weiterzuarbeiten.»

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Die Pressekonferenz mit beiden Trainern im Video. Video: YouTube/BSC Young Boys

Marco Wölfli (Young Boys):

«Weltklasse! Es war ein sehr intensives Spiel, auch von den Emotionen her. Wir wussten, dass es ein hitziges Spiel wird, aber wir blieben ruhig. Kontrollierte Aggressivität sage ich da gerne. Wir lassen auch nicht viel Chancen zu, das war wichtig.»

Luca Zuffi (FC Basel):

«Diese Niederlage ist natürlich sehr enttäuschend, wir wollten unbedingt in den Final. Jetzt müssen wir weiterschauen und in der Meisterschaft wieder mehr Punkte holen. Momentan fehlt uns etwas das Selbstvertrauen. Das kann dann viele kleine Situationen entscheiden.»

FCB nur mit einer echten Torchance

Die Antwort des FC Basel blieb aus – erst nach dem 0:1, dann auch nach dem 0:2. Eine gefährliche Aktion des eingewechselten Mohamed Elyounoussi und ein Weitschuss von Michael Lang waren die bescheidene Ausbeute gegen die von A bis Z sehr konzentriert und abgeklärt auftretende YB-Abwehr um Captain Steve von Bergen.

Die Basler waren fraglos bemüht. Sie versuchten mit ihrem verstärkten Mittelfeld vor der Dreierabwehr, von Beginn weg die Kontrolle zu gewinnen und Chancen zu erspielen. Es gelang ihnen aber nie.

Enttaeuschte Basler Spieler, von rechts, Geoffroy Serey Die, Luca Zuffi, Michael Lang und Samuele Campo, nach dem Schweizer Fussball Cup Halbfinalspiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Basel, am Dienstag, 27. Februar 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Hängende Köpfe! Der FCB muss den nächsten Rückschlag hinnehmen.  Bild: KEYSTONE

Die Young Boys machten den stilistisch sichereren Eindruck. Die Tabellenlage in der Liga – YB Erster, FCB Zweiter – wurde in diesem Match bestätigt. Torchancen hatten bis zum 2:0 nur die Berner, die auch über längere Zeit Druckphasen aufbauen konnten, etwa in en ersten 20 Minuten nach der Pause. In diesem Zeitraum fielen nicht nur die beiden Treffer, sondern traf Sékou Sanogo auch noch die Latte. Bereits in der ersten Halbzeit hatten Loris Benito und Christian Fassnacht den FCB-Keeper Tomas Vaclik ernsthaft getestet.

Die Young Boys zeigten eine eindrückliche Vorstellung. Wer noch Zweifel hatte, ob sie in der Lage sind, Meister zu werden, Titel zu gewinnen, bekam ein deutliches Statement. Sie waren dem Serienmeister Basel in allen Belangen überlegen und scheinen auch individuell eher besser besetzt zu sein als der FC Basel, dessen schwacher Start ins Kalenderjahr sich in Bern fortgesetzt hat. FCB-Trainer Raphael Wicky muss schnell Lösungen finden, während sein Gegenüber Adi Hütter zuversichtlich in die nähere Zukunft blicken kann: YB steht im Cupfinal und hat in der Meisterschaft elf Punkte Vorsprung.

Das Telegramm:

Young Boys - Basel 2:0 (0:0)
23'519 Zuschauer. - SR Klossner.
Tore: 55. Hoarau (Handspenalty) 1:0. 65. Suchy (Eigentor/Flanke Mbabu) 2:0.
Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht (77. Lotomba), Sow, Sanogo, Sulejmani (87. Ngamaleu); Hoarau, Assalé (91. Bertone).
Basel: Vaclik; Xhaka (66. Elyounoussi), Lacroix, Suchy; Lang, Serey Die, Zuffi, Petretta; Oberlin, van Wolfswinkel (82. Bua), Stocker (74. Campo).
Bemerkungen: Young Boys ohne Schick (gesperrt) und von Ballmoos (verletzt). Basel ohne Balanta (verletzt). 21. Tor von Hoarau wegen Offside nicht anerkannt. Verwarnungen: 29. Xhaka (Foul). 31. Mbabu (Unsportlichkeit). 40. Lacroix (Foul). 62. Lang (Foul). 89. Suchy (Foul). 92. Serey Die (Foul). 92. Von Bergen (Reklamieren). (pre/sda)

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