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Ungewohnter Anblick: ein Feldspieler mit der Rückennummer 1. bild: youtube/EHCOTV

«Sami El Assaoui, warum haben Sie als Feldspieler die 1 auf dem Trikot?»

Ein Feldspieler, der die Rückennummer 1 trägt? Ja, den gibt's. Und zwar nicht an einem Grümpelturnier, sondern in der Swiss League, der zweithöchsten Schweizer Eishockey-Liga. Sami El Assaoui vom HC Thurgau ist für die Kuriosität verantwortlich.



Sami El Assaoui, Sie haben als Feldspieler die 1 auf dem Trikot. Wieso?
Sami El Assaoui:
 Am Anfang war es mehr ein Witz. Als ich zu Thurgau kam, wollte ich meine eigentliche Nummer, die 74. Aber die hatte der Ersatzgoalie. Dann wollte ich meine «Ausweichnummer». Aber das ist die 92 und die hat der Stammgoalie hier. Ich habe mit ihnen geredet und sie gefragt: «Was läuft denn hier? Warum tragt ihr keine normale Goalienummer?»

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El Assaouis Autogrammkarte. bild: hc thurgau

Und was haben die Torhüter geantwortet?
Sie haben gelacht, wir haben alle drei gelacht. Dann hat einer der beiden gesagt, ich solle doch die Nummer 1 nehmen. Dieses Gespräch hat der Thurgauer Materialwart gehört und einige Tage später kam er zu mir und sagte, mein Trikot sei bereit. Ich fragte ihn dann, welche Nummer man mir gegeben habe. Da sagte er mir: «Die 1, das habt ihr ja so abgemacht.»

Die Rückennummer 1 ist aussergewöhnlich für einen Feldspieler. Was erhalten Sie für Reaktionen?
Besonders zu Beginn war es lustig, da gab es schon den einen oder anderen ungläubigen Blick. Aber die Gegner wissen, dass es sich eher um einen Scherz handelt als um sonst etwas. Der einzige Unterschied ist, dass ich bei der Mannschaftsvorstellung als Erster aufs Eis laufen muss mit der 1.

So ein Trikot ist bestimmt begehrt.
Oh ja, das hat mich selber überrascht. Ende letzter Saison ​wurden Trikots jedes Thurgau-Spielers versteigert. Meines ging für rund 2500 Franken weg. Die anderen brachten zumeist zwischen 300 und 400 Franken ein.

Sami El Assaoui

Der 27-jährige Verteidiger mit marokkanischen Wurzeln wuchs im Kanton Wallis auf und wurde im Nachwuchs des HC Lausanne gross. Für die ZSC Lions (1 Spiel), die SCL Tigers (14), Ambri-Piotta (46) und Kloten (6) bestritt er bisher 67 Spiele in der höchsten Schweizer Liga. Dazu absolvierte der ehemalige Junioren-Nationalspieler knapp 300 Partien in der Swiss League.

Sie erhielten die Nummer in der vergangenen Saison, als Sie zu Thurgau stiessen. Die Goalies haben sie Ihnen offenbar vor dieser Saison nicht wegnehmen wollen.
Nein, aber ich hätte die 1 problemlos abgegeben. Ganz ehrlich: Ich lege keinen Wert auf meine Rückennummer. Selbst wenn ein 18-Jähriger gekommen wäre und gerne die Nummer gehabt hätte, dann hätte ich sie ihm gegeben. Dieses Auftreten, zu einem neuen Klub zu kommen und dann auf seiner alten Nummer zu beharren, finde ich ziemlich old school.

Der HC Thurgau ist auf dem sicheren Weg in die Playoffs. Wie zufrieden sind Sie mit der Saison?
Leider war der Start in die Meisterschaft schwach, sonst könnten wir jetzt in den Kampf um die Plätze 3, 4, 5 eingreifen. Aber leider haben wir die Meisterschaft drei Wochen später als die anderen in Angriff genommen … (Thurgau war nach zehn Spielen mit zwei Siegen und acht Niederlagen Letzter.)

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Das Trikot mit der Nummer 1 kommt bei den Fans an. bild: sami el assaoui

Sie sind mit 16 Punkten der produktivste Verteidiger des Teams. Wie fällt Ihre persönlichen Bilanz aus?
Nun ja, ich schaue vor allem auf die Tore, bei Assists ist manchmal auch Glück dabei. Ich will immer Tore erzielen! (El Assaoui traf bislang zwei Mal.) Was ich vor allem sagen kann, ist, dass es mir hier riesig gefällt. Ich komme ja aus dem Kanton Wallis und wenn du in der Westschweiz sagst, dass du in den Thurgau gehst, dann ist das schlimmer als das Ende der Welt. Mein Umfeld war deshalb sehr überrascht, dass ich dahin wechselte. Aber es ist wirklich schön und wir haben einen guten Teamspirit. Jetzt mache ich im Welschland Werbung für Weinfelden und für den Kanton Thurgau.

Und trotzdem haben Sie sich im Wallis ein zweites Standbein aufgebaut.
Genau, vor einigen Jahren konnte ich mir einen kleinen Traum erfüllen und ins Tourismusgeschäft einsteigen. Wir vermieten ein Chalet mit mehreren Wohnungen. So etwas wollte ich schon immer mal machen, ich bin ja da aufgewachsen. Ich konnte das Chalet auch schon anderen Eishockeyspielern vermitteln.

Mittlerweile sind Sie 27 Jahre alt. Wo sehen Sie sich in Zukunft?
Ich träume immer noch von der National League. Aber es ist auch möglich, dass ich beim HC Thurgau bleibe. Ich bin nicht sehr nervös wegen der noch offenen Zukunft. Vergangene Saison stand ich mit gerissener Achillessehne und ohne einen Vertrag da – schlimmer kann es nicht mehr kommen. Das hat mich gelehrt, geduldig zu bleiben. Ich werde deshalb nicht das erste Angebot aus der Swiss League annehmen.

Die Regeln der IIHF

Der internationale Eishockeyverband gestattet Feldspielern das Tragen der Rückennummer 1. In den Regeln heisst es einzig, dass ein Spieler mit einer ganzen Zahl zwischen 1 und 99 auflaufen muss. So etwas wie bei Dan Hodgson, der einst bei Davos mit der 97,2 auflief, ginge heute also nicht mehr.

So ist es beim Fussball

Bei der WM 1974 trugen die holländischen Torhüter die Rückennummern 8, 18 und 21. Die 1 erhielt Stürmer Ruud Geels, der allerdings nie eingesetzt wurde. Heute ist das nicht mehr erlaubt, die 1 muss zwingend ein Torhüter tragen. Auch in der Swiss Football League ist vorgeschrieben, dass die 1 einem Goalie gehören muss.

Schrille, kuriose und schlicht hässliche Trikots

Nur noch kurz die Scheibe vom Schnee befreien …

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tikkanen 16.01.2019 20:42
    Highlight Highlight ...alle Welt schreibt über Arno Züri Abenteuer, nur der Meile gräbt Storys über irgendwelche ex NLA-4th Line Pussy‘s aus😂🍻
    • Best of 7 17.01.2019 07:17
      Highlight Highlight Bei welchem NHL Team warst du schon wieder Topscorer? Und einen Mann als P.... zu bezeichnen, könnte in der heutigen Welt eine Anzeige nach sich ziehen.

      Im übrigen, über ADC wurde genug geschrieben, genau wie über die Berner Clubs.

      Und warum nimmst du dir überhaupt die Zeit, diesen Artikel zu lesen und dann auch noch zu kommentieren?

      Bohr doch einfach wieder in deiner Nase, so wie immer, dann nervst du mich am wenigsten.
    • Bruno Wüthrich 17.01.2019 08:33
      Highlight Highlight Über Arno wurde bereits gerfühle tausend mal das Gleiche geschrieben.
      Für mich ist er ein ganz normaler, wenn auch guter Trainer, der in Davos Erfolg hatte, weil er da mit viel Geld schalten und walten konnte, wie er wollte, und der zusätzlich wegen seiner Amtsdauer interessant war. Mit dem Spengler Cup stand er zudem Jahr für Jahr im TV-Schaufenster des Staatsfernsehens.
      Jetzt versucht er in Zürich, wo er bereits einmal entlassen wurde, zu beweisen, dass er tatsächlich ein Übertrainer ist. Viel Glück dabei!
      Aber ich liebe Storys über "Hinterbänkler" wie Sami El Assaoui.
  • Bruno Wüthrich 16.01.2019 20:07
    Highlight Highlight Es gibt noch mehr Interessantes über Sami El Assaoui zu berichten. Er lebte einst in einer WG mit dem Fussballer Alexandre Pasche (Ex Junioren-Nationalspieler, derzeit beim Challange-Ligisten Lausanne engagiert) und einem gewissen Bastian Kaltenbacher, einem ehemaligen Eishockeyspieler, der in den Nachwuchsteams von Gottéron und Lausanne, sowie eine Saison beim damaligen 1. Liga - Spitzenteam HC Red Ice Martigny-Verbier spielte, bevor er dann aus beruflichen Gründen zurücktrat.
    Bastian Kaltenbacher ist drauf und dran, unter dem Namen Bastian Baker eine Weltkarriere als Sänger hinzulegen.
    • Okguet 16.01.2019 21:32
      Highlight Highlight Coole Fakten, schön geschrieben :)
  • Bruno Wüthrich 16.01.2019 19:53
    Highlight Highlight Sami El Assaoui spielte in der Saison 2012/13 insgesamt 31 Spiele in Langnau (6 Tore/7 Assists). Der Aushilfsspieler kam von La Chaux-de-Fonds ins Emmental und überzeugte die Verantwortlichen, so dass sie ihn auch für die nächste Saison verpflichteten. Der Vertrag wurde dann aber wegen des Abstiegs der Langnauer hinfällig, und so wechselte El Assaoui nach Ambri. Weshalb seine Karriere ins Stocken geriet, weiss ich nicht. Aber in Langnau war er drauf und dran, ein beliebter Spieler zu werden. Wegen seiner marokanischen Wurzeln wurde er zuweilen - mit Respekt - als Teppichhändler bezeichnet.
  • Freilos 16.01.2019 19:11
    Highlight Highlight Zu den Trikotnummerregeln: Wieso um Himmels Willen kam Dan Hodgson auf die Idee die Rückennummer 97,2 zu wählen? Das habe ich ja noch nie gehört.
  • megge25 16.01.2019 19:10
    Highlight Highlight Ein Feldspieler mit der Nummer 1. Wie cool ist das denn :)
  • Pana 16.01.2019 18:43
    Highlight Highlight "Aber leider haben wir die Meisterschaft drei Wochen später als die anderen in Angriff genommen …"

    Das stimmt natürlich, aber man ist aktuell die formstärkste Mannschaft der Liga (über die letzten 15 Spiele), da stimmt die Formkurve Richtung Playoffs. Und schlussendlich ist dies das einzige das zählt.

    PS: Cooles Interview!
    • kupus@kombajn 17.01.2019 10:18
      Highlight Highlight Nicht ganz! In den letzten 15 Spielen stehen bei Thurgau 11 Siege und 4 Niederlagen zu Buche, bei Kloten ist sind es 12 Siege und 3 Niederlagen.
    • Pana 17.01.2019 13:29
      Highlight Highlight Ich hab den Kommentar auch vor dem gestrigen Klotener (Zitter) Sieg gegen Winti geschrieben ;)
    • kupus@kombajn 17.01.2019 13:44
      Highlight Highlight Auch dann war bei den Siegen mindestend Gleichstand bzw. nach Verluspunkten immer noch Kloten vorne.
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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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