Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07345470 Corinne Suter of Switzerland celebrates in the finish area after taking the third place in the women's Super G race at the 2019 FIS Alpine Skiing World Championships in Are, Sweden, 05 February 2019.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Lachen und weinen zugleich – Corinne Suter erlebte heute ein Wechselbad der Gefühle. Bild: EPA/KEYSTONE

Interview

Suter nach Super-G-Bronze: «So richtig werde ich das wohl erst später fassen können»

Dank Corinne Suter gelang Swiss-Ski der WM-Auftakt in Are ideal. Die 24-jährige Schwyzerin, die im Weltcup noch nie in den Top 3 war, spricht im Interview über den Gewinn von Super-G-Bronze, ihr verändertes Start-Prozedere und die WM-Abfahrt vom Sonntag.



Corinne Suter, in den letzten Wochen belegten Sie in den Abfahrten in Cortina und Garmisch den vierten Rang. Ihren ersten Weltcup-Podestplatz verpassten Sie dabei nur knapp. Weshalb klappte es nun auf der grossen Bühne in Are?
Ich fühlte mich schon lange parat fürs Podest, aber irgendetwas kam immer dazwischen. Doch im Leben kommt alles einmal auch wieder zurück, nun sogar an einer WM. Das Hundertstel-Pech, das ich noch in Cortina und Garmisch hatte, wurde für mich in Are zum Glück. Doch ich hatte mich auch über die vierten Plätze gefreut. Diese waren sehr wichtig fürs Selbstvertrauen. Danach wusste ich, dass ich wirklich mit den Schnellsten mithalten kann.

Wann begannen Sie in Are daran zu glauben, dass Sie Super-G-Bronze auf sicher haben?
Das war erst nach der Startnummer 30. Aber auch da war ich immer noch vorsichtig. Ich bin eine, die wartet, bis es ganz klar ist.

abspielen

Die Bronze-Fahrt von Corinne Suter. Video: YouTube/FIS Alpine

Sie hatten die Startnummer vier. Wie viel haben Sie vom Rennen gesehen?
Ich getraute mich fast nicht zu schauen, wie die anderen fuhren. Ich war extrem nervös, sogar nervöser als oben am Start. Zum Glück gab es ein Zelt, wo mich nicht jeder sehen konnte. Unabhängig von der Medaille war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.

Was empfanden Sie während der Fahrt?
Ich hatte das Gefühl, dass ich sehr schnell unterwegs bin. Im Ziel war ich deshalb zuerst enttäuscht, dass ich nur Zweite war. Aber dann wurde mir bewusst, dass ich hinter Sofia Goggia bin, die zuletzt in Garmisch nach ihrer Verletzung ein ganz starkes Comeback gegeben hatte.

Sie haben in den letzten Wochen Ihr Prozedere beim Start angepasst. Wie genau?
Nach der Besichtigung gehe ich den Lauf im Kopf nur noch einmal und nicht drei- oder viermal durch. Das ist gar nicht nötig, denn nach dem Besichtigen weiss ich ja genau, was wo steht. Darauf vertraue ich jetzt stärker. Statt übers Skifahren nachzudenken, lese ich dafür in einem Buch oder höre ich Musik. Rund zehn Minuten vor dem Start schaue ich dann, dass ich wieder voll da bin. Das frühere Prozedere nahm mir teilweise so viel Energie, dass ich im Kopf schon beim Start ausgelaugt war.

Switzerland's Corinne Suter celebrates taking third place in the women's super G during the alpine ski World Championships, in Are, Sweden, Tuesday, Feb. 5, 2019. (AP Photo/Marco Trovati)

Suter mit der Schweizer Fahne und zwei Blumensträussen. Bild: AP/AP

Was läuft in den letzten Minuten vor dem Start ab?
Da bin ich mit meinem Servicemann und der Physiotherapeutin zusammen. Meistens reden wir noch ein bisschen über ein Thema, das gar nicht mit dem Sport zu tun hat. Ich finde es auch sehr gut, wenn mir jemand noch einen Witz erzählt. Ich bin keine, die sich zu diesem Zeitpunkt schon voll im Tunnel befindet und nichts mehr hören will. Mir kann man auch zehn Sekunden vor dem Start noch sagen, dass ich bei einem bestimmten Tor aufpassen soll.

Welcher Witz wurde Ihnen vor dem Super-G-Start erzählt?
Keiner. Vor dem Rennen war alles sehr hektisch, weil wegen des Windes im obersten Teil auf den tiefer gelegenen Reservestart gewechselt wurde. Danach ging alles so schnell. Es blieb mir kaum Zeit zum Aufwärmen, zum Schwatzen schon gar nicht. Und dann musste ich auch schon los.

Ihnen waren auch in den Stunden nach dem Rennen die Emotionen deutlich anzusehen. Was bedeutet Ihnen diese Medaille?
Die Freude ist riesig. Die Medaille ist eine Erleichterung für mich, denn ich habe mir wohl den grössten Druck selber gemacht. Nun ging es mir gerade an der Weltmeisterschaft auf. Auf dem WM-Podest neben Mikaela Shiffrin und Sofia Goggia zu stehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl. So richtig werde ich das wohl erst später fassen können. Toll war auch, dass meine Familie, also die Eltern und zwei Brüder, erstmals an einem Grossanlass auf der Tribüne dabei waren. Nun müssen sie wohl immer kommen.

Am besten schon am kommenden Sonntag wieder.
Ja. Sie bleiben bis nach der Abfahrt in Are.

Dann wird mit Ihnen erneut zu rechnen sein.
Das erste Abfahrts-Training lief ja schon mal gut. Die Medaille verleiht zusätzlich Auftrieb. Zudem passt mir auch der Schnee hier in Are wirklich gut. Ich hatte noch selten ein so gutes Ski-Gefühl. Ich weiss genau, was der Ski macht. Ich freue mich auf die kommenden Tage. (pre/sda)

Die Abfahrts-Weltmeister seit 1985

Unvergessene Ski-Geschichten

Wie der Ski-Salto zu Didier Cuches Markenzeichen wurde: «Fans glaubten, es war geplant»

Link zum Artikel

Eine TV-Drohne kracht um ein Haar auf Marcel Hirscher

Link zum Artikel

Verrückteste Abfahrt aller Zeiten: Markus Foser macht sich mit der Nummer 66 unsterblich

Link zum Artikel

Weil Hermann Maier falsch jubelt, erbt Mike von Grünigen den Sieg

Link zum Artikel

06.03.1994: Heidi Zeller-Bähler stürzt sich aus dem Starthaus, wie vor und nach ihr nie mehr eine Skifahrerin

Link zum Artikel

06.02.1989: Eine deutsche Eintagsfliege vereitelt in Vail einen Schweizer Vierfach-Triumph und wird Abfahrts-Weltmeister

Link zum Artikel

Heinzers Bindung bricht – was für eine Blamage für den Olympia-Favoriten

Link zum Artikel

31.01.1987: So wie in Crans-Montana haben wir die Österreicher nie mehr paniert

Link zum Artikel

23.01.1994: Vreni Schneider steht noch nicht für den Kafi am Pistenrand, sondern ist der Evergreen im Stangenwald

Link zum Artikel

19.01.2013: Nie rast einer schneller über eine Weltcup-Piste als Johan Clarey am Lauberhorn

Link zum Artikel

18.01.1987: Pirmin Zurbriggen kommt zum billigsten Weltcupsieg – er ist der einzige Starter

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Neureuther wird ausgerechnet am 1. April Schlagersänger – und wir lachen uns einen Ast

Der deutsche Skifahrer Felix Neureuther hat seine letzte Saison hinter sich, der 35-jährige Technik-Spezialist hat kürzlich sein Karriereende verkündet. Doch es scheint, als hätte Neureuther bereits ein neues Talent gefunden – das Schlagersingen.

Ausgerechnet heute, am 1. April, bringt er seine erste Single «Weiterziehen» raus. Nicht nur der Gesang, auch die Machart des Videos ist urkomisch. Was beim Schlager aber noch nicht heissen muss, dass es sich zwingend um einen Scherz handelt. Wir …

Artikel lesen
Link zum Artikel