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FCZ-Fans schaufeln Schnee – die Antwort der Südkurve an ihre Kritiker

Zuercher Fans helfen bei der Schneeraeumung im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC St. Gallen im Letzigrund, am Sonntag, 21. April 2024 in Zuerich. (KEYSTO ...
Das Räumkommando Südkurve im Letzigrund.Bild: keystone
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Ohne Fans kein Spiel – die richtige Antwort der Südkurve an ihre Kritiker

Schneeschaufeln statt Singen. Als im Letzigrund die Spielabsage schon beschlossen ist, retten die Fans des FC Zürich den Nachmittag mit ihrem Einsatz.
22.04.2024, 08:5122.04.2024, 12:30
Ralf Meile
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Die Spieler werden in den Katakomben über den Abbruch informiert. Nur wenige Minuten standen sie am Sonntagnachmittag auf dem Rasen, den man wegen des vielen Schnees nicht mehr sah, da brach der Schiedsrichter die Partie wieder ab.

Während die Fussballer miteinander diskutieren, wann das Spiel wohl nachgeholt wird, ereignen sich draussen auf dem Feld bemerkenswerte Szenen. Dutzende Anhänger schaufeln den Schnee vom Rasen. Stadionmanager Peter Landolt hatte die Südkurve um Unterstützung gebeten – und die Fans des FC Zürich halfen mit.

Victor Ruiz (FCSG) im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC St. Gallen im Letzigrund, am Sonntag, 21. April 2024 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
So wurde nur wenige Minuten gespielt, ehe die Beteiligten merkten: So geht es nicht.Bild: keystone

So zeigten sie, dass Fussballfans eben viel mehr sein können als jene Chaoten, als die sie Teile der Politik und der Gesellschaft gerne darstellen. Sie kümmern sich um ihren Klub, sie engagieren sich für ihn.

Zuercher Fans helfen bei der Schneeraeumung im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC St. Gallen im Letzigrund, am Sonntag, 21. April 2024 in Zuerich. (KEYSTO ...
Eine halbe Stunde lang wird der Schnee weggeräumt, dann kann es weitergehen.Bild: keystone

Schneefall hin oder her – derzeit wird schliesslich gerade wieder einmal hitzig über die Rolle der Anhänger im Schweizer Fussball diskutiert. Auch vor diesem Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC St.Gallen standen Fans im Fokus. Weil die Behörden die Südkurve der FCZ-Anhänger sperren liess, besammelten sich rund 2000 Fans am Mittag zum Protest in der Innenstadt. Dieser blieb ebenso friedlich wie der anschliessende Fan-Marsch zum Stadion. Weil dieses nicht ausverkauft war, hatten sich zahlreiche Fans Tickets für einen anderen Sektor gekauft.

Zum perfekten Nachmittag aus Zürcher Sicht reichte es letztlich dann doch nicht. Denn vom Schneeschaufeln profitierten die Gäste: St.Gallen gewann die Partie mit 1:0, überholte Zürich in der Tabelle und belegt nun Rang 4 der Super League. Dennoch feierte der FCZ einen nicht zu unterschätzenden Erfolg: Der Einsatz seiner Anhänger kann in der weiteren Fan-Diskussion für viel Goodwill sorgen.

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quelle: keystone / christoph ruckstuhl
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152 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Menü 1 mit Suppe
22.04.2024 09:16registriert April 2018
Schade wurde das von ihnen verursachte Saupuff (Littering wie nach der Streetparade) auf dem Bahnhofplatz nicht mit dem gleichen Elan aufgeräumt.
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Hans12
22.04.2024 09:06registriert September 2019
Diese fleissigen Damen und Herren hätten innert weniger Tagen die ganze Stadt von den FCZ Schmierereien und Stickers befreit.
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Inspektor für die Lagerung von Reissäcken
22.04.2024 09:35registriert Februar 2024
Das Problem ist eben, dass es nicht DIE Fans gibt. DIE Fans sine eine heterogene Gruppe, die brutale Schläger und Chaoten genau so beinhaltet wie loyale Unterstützer, die Schnee schaufeln. Das Problem ist eher dass es eben an homogenität fehlt - Der Block erzieht sich eben NICHT selbst, die Chaoten werden zumindest passiv geduldet. Erst neulich sah ich Bilder von einem Fall, wo ein Spieler beim Strafstoss aus der Kurve mit Lasern geblendet wurde. So etwas ist ohne zumindest passive Duldung durch die friedlichen Fans nicht möglich.
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