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Raus! Pep Guardiola und Manchester City sind schon in den Achtelfinals der Champions League hängen geblieben.
Raus! Pep Guardiola und Manchester City sind schon in den Achtelfinals der Champions League hängen geblieben.Bild: Andrew Couldridge/REUTERS
Kommentar

England hat ganz sicher nicht mehr die beste Liga der Welt

Die Premier League ist ausgeglichen, so viele Teams wie in keiner anderen grossen Liga haben das Potenzial zum Titel. Aber in der Champions League versagen die englischen Klubs fast nur noch.
16.03.2017, 13:4116.03.2017, 13:53

Vor fünf Jahren gewann der FC Chelsea die Champions League. Es war der bislang letzte Triumph eines englischen Teams in der Königsklasse – ein bescheidener Leistungsausweis für die Liga, die sich selbstbewusst als die beste der Welt verkauft.

Natürlich kann es nur einen Sieger geben, aussagekräftiger für die Bewertung der Stärke einer Liga ist deshalb ein früheres Stadium des Wettbewerbs. Zum Beispiel die Viertelfinals, welche für die aktuelle Saison seit gestern komplett sind. Das ernüchternde Bild aus englischer Sicht: Nur ein Klub ist noch mit dabei. Das ist zwar immerhin der Meister, aber weil es sich dabei um das Sensationsteam von Leicester City handelt, ist es eine Blamage für die Grossklubs, die ihr Geld mit beiden Händen ausgeben.

Im Achtelfinal ist meist schon fertig

Vor dem Start befürchtete man in England noch, dass Leicester den UEFA-Koeffizienten in die Tiefe reissen würde. Aber während die «Foxes» in der Meisterschaft gegen den Abstieg kämpfen, trumpfen sie im Europacup gross auf. Dafür scheiterten Manchester City und Arsenal in den Achtelfinals, Tottenham blieb in der Gruppenphase hängen und die Giganten Manchester United, Liverpool und Chelsea schafften es noch nicht einmal, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Und besonders bitter: Diese Saison ist nicht die Ausnahme, nein, sie ist zur Regel geworden. Inklusive der aktuellen Spielzeit stellte England bei den letzten sechs Austragungen insgesamt nur fünf Viertelfinalisten. Zum Vergleich: In den sechs Saisons zuvor waren es satte 17.

Die englischen Klubs in der Champions League 2016/17

Real und Barça sind immer da, wenn es zählt

Roy Keane, Champions-League-Sieger mit Manchester United, hält die Baisse nicht für einen Zufall. «Die Premier League hat in den letzten Jahren bestimmt an Stärke eingebüsst», sagte er auf ITV. «Die allerbesten Spieler der Welt spielen nicht in England, sondern in Spanien.» Keane nannte namentlich Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Gareth Bale.

Einst in der Premier League, jetzt bei Real Madrid: Bale (links) und Ronaldo.
Einst in der Premier League, jetzt bei Real Madrid: Bale (links) und Ronaldo.Bild: ANDREA COMAS/REUTERS

Nun kann man einwenden, dass es sich bei den spanischen Vertretern in der Endphase der Champions League fast immer um Real Madrid und Barcelona handelt; dass keine grosse Vielfalt da ist. Aber, und das ist der springende Punkte: Diese Klubs sind da, wenn es zählt. Die englischen Grossklubs sind es nicht. Die Champions League ist die Währung, wenn es darum geht, die Stärke einer Liga mit anderen zu vergleichen.

Die Viertelfinals
Die Auslosung ist morgen Freitag um 12 Uhr in Nyon. Mit dabei sind: Real Madrid, Barcelona, Atlético Madrid, Bayern München, Borussia Dortmund, Juventus Turin, Leicester City und die AS Monaco. Es gibt keine gesetzten Klubs – jede Paarung ist möglich.

Schreibt Leicester nochmals ein Märchen?

Die englische Liga mag das meiste Geld haben. Sie mag oft ausgeglichener sein als andere (wobei aktuell Chelsea mit zehn Punkten Vorsprung schon fast als Meister feststeht). Der englische Fussball mag uns mit offensivem, körperbetontem und schnellem Spiel in seinen Bann ziehen. Aber wenn es hart auf hart kommt, wenn es in der Champions League ums Ganze geht: dann können die Vertreter der Premier League offenbar nicht mehr mit den drei Grossen der Branche mithalten. Der Sieg in der Königsklasse geht auch in diesem Jahr über Real Madrid, den FC Barcelona und Bayern München. Oder glaubt jemand daran, dass Leicester City seinem Märchen ein weiteres, unfassbares Kapitel hinzufügen kann?

PS: Manchester United ist als einziges englisches Team immerhin noch in den Achtelfinals der Europa League vertreten. Also in jenem Wettbewerb, dessen Vorgänger UEFA-Cup von Franz Beckenbauer einst als «Cup der Verlierer» verhöhnt wurde.

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bulwark
16.03.2017 13:47registriert April 2015
Schade.. Immer wenn jemand von Spanischen Topteams und Topspielern spricht, kommt niemand auf die Idee Atletico Madrid zu erwähnen. Dabei spielen diese unter Diego Simeone wirklich stark und sind in den letzten Jahren definitiv auf einer Stufe mit Real & Barca angekommen. Auch Sevilla (Okay, das gegen Leicester war nix) gehört da mMn mittlerweile dazu!
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Raembe
16.03.2017 13:53registriert April 2014
Nicht mehr die stärkste Liga, aber eine in der jedes Team das andere Team schlagen kann.
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Luca Brasi
16.03.2017 14:18registriert November 2015
Hm, Herr Meile glaubt schon wieder nicht an Leicester City…Ein gutes Omen für einen eventuellen Champions League-Sieg der Foxes? ;)

Ich hätte gerne wieder einmal einen überraschenden CL-Sieger. Fussballromantiker eben. ;)
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«Lieber Revanchen als Premieren» – so will Schwingchef Strebel den ersten Gang einteilen
Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest am übernächsten Wochenende in Pratteln BL amtet Stefan Strebel erstmals als Technischer Leiter des ESV. Auf den 45-jährigen Aargauer wartet viel Arbeit. Aber auch die Freude und der Stolz, die die verantwortungsvolle Aufgabe mit sich bringt.

Stefan Strebel, Sie traten 2004 als dreifacher Eidgenosse vom aktiven Schwingsport zurück. Sie waren damals 27-jährig, also in einem Alter, das für einen Schwinger das beste Alter sein kann.
Stefan Strebel: Schon als Bub und Jugendlicher hatte ich das Ziel, drei eidgenössische Kränze zu gewinnen. Mit 27 hatte ich dieses Ziel erreicht. Schwingerkönig zu werden war mit meinem Teilverband und mit meinem Können nicht realistisch. Ich hatte auch noch andere Ziele im Leben. Ich wollte eine Familie gründen und eine eigene Firma leiten, und im Schwingen wollte ich einst Technischer Leiter werden. Ich war allerdings nie ein Mensch, der viele wichtige Dinge gleichzeitig richtig tun konnte. Ich hätte also weniger trainieren können. Damals trainierte ich fünf- oder sechsmal pro Woche. Dadurch hätte ich weniger Erfolg gehabt, hätte auch mehr Gänge verloren. Als Schwinger muss man auch verlieren können, aber ich hatte immer meine Mühe damit. Ich hätte mich damit auseinandersetzen müssen, mehr zu verlieren. Als ich nach dem Eidgenössischen in Luzern an einem Sonntag wie üblich auf den Vita-Parcours ging, war ich nur noch am Gehen. An diesem Sonntag schrieb ich den Rücktritt. Meine Ziele im Schwingen hatte ich erreicht. Und meine neuen Ziele erreichte ich auch.

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