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epa05975797 Swiss Moto2 rider Dominique Aegerter of Kiefer Racing during the free practice session of the French motorcycling Grand Prix at Le Mans race track, Le Mans, France, 20 May 2017.  EPA/EDDY LEMAISTRE

Dominique Aegerter gefällt es in seinem Team, doch die Finanzierung für die nächste Saison ist ungewiss. Bild: EPA/EPA

Aegerters Moto2-Zukunft auf der Kippe – und jetzt auch noch ein Sturz zur Unzeit

Geldprobleme stellen Töff-Star Dominique Aegerters GP-Zukunft ernsthaft in Frage. Das unverschuldete Sturzdrama beim Abschlusstraining zum GP von Brünn kommt wahrlich zur Unzeit. Muss er für nächste Saison eigenes Geld investieren?

klaus zaugg, brünn



Ausgerechnet in diesen Tagen liegt der Zürcher Advokat Robert Siegrist mit Fieber und einer Darmgrippe darnieder. Er hat die Reise nach Brünn abgesagt. In Brünn hat an diesem Wochenende mit dem GP von Tschechien die zweite Phase der Töff-Saison begonnen – und die Zeit der harten Verhandlungen.

Robert Siegrist sollte eigentlich in Brünn an der «Verhandlungs-Front» sein. Er ist der Manager von Dominique Aegerter (26) und kümmert sich inzwischen nicht nur um seinen Klienten. Er sagt: «Wir müssen auch seinem Team zu einer soliden Finanzierung verhelfen.»

Swiss Moto2 driver Dominique Aegerter  competes during an open  practice at Sachsenring circuit in Hohenstein-Ernstthal, Germany, Friday, June 30, 2017 ahead of the German Grand Prix on Sunday, July 2. (Hendrik Schmidt/dpa via AP)

Dominique Aegerter fährt in eine ungewisse Zukunft. Bild: AP/dpa

Das Team ist mehr als Dominique Aegerters Arbeitgeber und Ausrüster. Das Team ist für jeden Fahrer die zweite Heimat. Nur wenn er sich rundum wohl fühlt, wenn er Streicheleinheiten für sein Ego bekommt und die technische Betreuung funktioniert, kann er ein Maximum herausholen. Diese psychischen Faktoren werden in einem Sport gerne unterschätzt, bei dem sich die Stars bei jedem Training und Wettkampf in Lebensgefahr begeben.

Im deutschen Team von Stefan und Jochen Kiefer («Kiefer Racing») fühlt sich Dominique Aegerter diese Saison endlich wieder wohl. Er ist die unumstrittene Nummer 1 – was für den sensiblen Rock’n’Roller enorm wichtig ist. Im letzten Herbst ist er ja aus dem Team von Tom Lüthi geflogen und hat bei den Gebrüdern Kiefer eine neue Heimat gefunden.

Inzwischen zeigt sich: Dominique Aegerter ist dank der Harmonie im Umfeld fahrerisch wieder auf seinem besten Niveau. Nach dem ersten Trainingstag stand er in Brünn sogar vor Tom Lüthi auf dem 9. Platz. Aber immer wieder bringen ihn technische Mängel und sonstiges Ungemach um den Lohn seiner Anstrengungen. Mal ein überhitzter Motor, mal ein durchgescheuertes Kabel statt Podestplätze. Und nun ist er im Abschlusstraining zum GP von Brünn von Simone Corsi «abgeschossen» worden und muss das Rennen aus der 7. Reihe (21.) in Angriff nehmen. Wahrlich, ein Rückschlag zur Unzeit.

Stefan und Jochen Kiefer können eben weniger testen als die Konkurrenz. Sie müssen jeden Euro umdrehen. Deshalb sagt Robert Siegrist, es sei wichtig, dass das Team eine bessere Finanzierung bekomme. Das wird auf nächste Saison nicht einfach sein. Der Hauptsponsor, ein schwedische Recycling-Firma («AirGrinder»), macht wahrscheinlich nicht weiter. «Es ist denkbar, dass wir einen neuen Sponsor brauchen», sagt Stefan Kiefer. Und auch der Töff-Lieferant Eskil Suter, der diesen Sponsoren-Deal vermittelt hat, ist skeptisch: «Die steigen wahrscheinlich aus.»

Ein Fahrer wird von einem Team engagiert. Das Material wird ihm zur Verfügung gestellt und er darf einen Teil der Werbefläche (in der Regel das Kombi, auf dem Helm und eine kleine Fläche auf der Verschalung) auf eigene Rechnung vermarkten. Diese persönliche Vermarktung ist die wichtigste Einnahmequelle und kann einem Piloten wie Dominique Aegerter pro Saison eine gute halbe Million bringen.

Aegerter will bleiben

Die Strategie ist klar: Dominique Aegerter sagt, er wolle auch nächste Saison bei Stefan und Jochen Kiefer bleiben und die beiden Deutschen möchten den im ganzen deutschen Sprachraum bei den Fans populären Schweizer unbedingt behalten. Sie sind auf einen guten Fahrer angewiesen. Aber eine gemeinsame nächste Saison gibt es nur, wenn die Finanzierung des Teams – es geht um mindestens zwei Millionen Euro – gelingt.

Was, wenn der aktuelle Hauptsponsor aussteigt und kein gleichwertiger Ersatz gefunden wird? Muss dann Dominique Aegerter einen Teil seiner persönlichen Werbeeinahmen ins Team investieren? «Das wollen wir ganz sicher nicht», sagt Robert Siegrist. Deshalb helfe er bei der Sponsorensuche fürs Team.

Oder ist ein Teamwechsel eine Option? «Eigentlich nicht», sagt Robert Siegrist und räumt ein, dass es zwar Gerüchte, aber noch keine konkreten Offerten gibt. Klar ist, dass Aegerter nicht Nachfolger von Sandro Cortese im Dynavolt-Intact-Team wird. Der deutsche Rennstall hat sich für den 20-jährigen Xavi Vierge entschieden.

Siegrist möchte seinem sensiblen Piloten lieber nicht schon wieder einen Teamwechsel zu muten. Aber: Wer im August keine konkrete Offerte aus einem konkurrenzfähigen Team für die kommende Saison hat, wird keine mehr bekommen. Es wartet viel Arbeit auf Robert Siegrist.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

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Doppelnuller für Lüthi und Aegerter – Basteleien und Sturzdrama am Tag der zwei Wahrheiten

Zum ersten Mal seit 2011 schreiben Tom Lüthi und Dominique Aegerter beim GP von Deutschland eine «Doppel-Null». Wenigstens fühlen sich beide wohl.

Es gibt im Fall von Dominique Aegerters Ausfall nach sieben Runden zwei Versionen. Eine für die arglosen Chronisten und die Wahrheit.

Die offizielle Erklärung geht so: Ein durchgescheuertes Kabel verursachte einen Zusammenbruch der Elektronik. Dominique Aegerter erzählt: «Auf einmal setzte bei Vollgas der Motor aus. Ich rollte neben die Piste, konnte den Motor wieder starten und fuhr an die Box zurück. Dort wechselten wir die Sicherungen und ich kehrte ins Rennen zurück. Aber der Motor …

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