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epa05222970 Swiss Moto2 rider Thomas Luethi of the Garage Plus Interwetten team celebrates on the podium after winning the Moto2 race of the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Losail International Circuit in Doha, Qatar, 20 March 2016.  EPA/STR

Tom Lüthi feiert seinen Sieg beim Saisonstart in Katar.
Bild: EPA

Tom Lüthis grösster und wichtigster Sieg – so hilft dieser Erfolg auch Dominique Aegerter

Also doch: Tom Lüthi ist noch nicht zu alt, um Weltmeister zu werden. Er kann die «jungen Wilden» immer noch in Schach halten.



Zwei Fragen haben uns vor dem Saisonstart beschäftigt: Kann Tom Lüthi (29) noch einmal Weltmeister werden? Welchen Dominique Aegerter (25) werden wir beim Saisonauftakt sehen?

Die Frage nach der Verfassung von Dominique Aegerter war auch eine bange Frage. Er hatte ja Wochen gebraucht, um sich von den Folgen des Horror-Sturzes beim GP von Aragon im letzten September zu erholen.

31.05.2015; Mugello; Motorrad - GP Italien 2015;  Thomas Luethi vor Dominique Aegerter   (SUI) (beide Kalex) (Waldemar Da Rin/freshfocus)

Tom Lüthi (vorne) und Dominique Aegerter sind erfolgreich in die neue Saison gestartet.
Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

«Domi» ist zurück – und auch der letzte Sponsor ist gefunden

Nun wissen wir: Es gibt keine Nachwirkungen. Dominique Aegerter hat in Katar den 5. Platz herausgefahren. Nach dem Rennen wirkt er erstmals seit Monaten richtig entspannt, ja glücklich. Er hatte schon bei den Vorsaisontests und bei den Trainings zum GP von Katar einen guten Eindruck gemacht. Aber unter der Oberfläche des Selbstvertrauens war die Verunsicherung doch spürbar.

Erst der Ernsteinsatz, das Rennen, konnte die definitive Antwort geben. Dominique Aegerter sagt, dass er in Katar anfänglich noch nicht ganz der wilde, bissige «Domi» war, wie wir ihn kennen. «Ich bin beim Start und in den ersten Runden noch nicht so aggressiv gefahren wie früher. Es ist ja auch verrückt, wie da zur Sache gegangen wird, es ist geradezu Krieg auf der Rennstrecke. Aber in der zweiten Hälfte des Rennens bin ich wieder so gefahren wie immer.» Und nach dem Rennen kam noch eine erfreuliche Nachricht: sein Manager Dr. Robert Siegrist hat am letzten Samstag die letzte freie Werbefläche doch noch verkaufen können – die finanziellen Einbussen gegenüber der letzten Saison sind nun nur noch minim.

epa05218972 Swiss Moto2 rider Dominique Aegerter of the CarXpert Interwettenteam in action during a free practice session second day for the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Al Losail International Circuit in Doha, Qatar, 18 March 2016. The 2016 MotoGP World Championship season's first race will be held in Doha on 20 March.  EPA/-

Dominique «Domi» Aegerter hat sich von seinem Sturz letzten September erholt.
Bild: -/EPA/KEYSTONE

Klare Verhältnisse schaffen Ruhe

Es ist also wieder alles so, wie es schon immer war. Oder doch nicht? Nicht ganz. Die Ausgangslage im Team ist nach diesem GP von Katar eine andere geworden. Letzte Saison ging es noch darum, wer im Team die Nummer 1 ist. Tom Lüthi oder Dominique Aegerter? Diese Frage ist nun beantwortet: Tom Lüthi hat mit dem Sieg beim Saisonauftakt seinen Status als Nummer 1 zementiert.

Diese klaren Verhältnisse bringen Ruhe ins Team und ermöglichen eine Konzentration auf den Rennsport. Die Rivalität der beiden Piloten hatte letzte Saison viel Unruhe und Hektik provoziert. Das ist nicht mehr der Fall. Aegerter steht nicht mehr unter dem Druck, seine Saison 2014 (mit dem bisher einzigen Sieg) beweisen zu müssen. Er hat jetzt im Windschatten von Tom Lüthi erst einmal Ruhe und kann seine ganze Energie in den Rennsport investieren. So gesehen hilft Tom Lüthis Sieg auch ihm.

epa05219041 Swiss Moto2 rider Thomas Luethi of the Garage Plus Interwetten team in action during a free practice session second day for the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Al Losail International Circuit in Doha, Qatar, 18 March 2016. The 2016 MotoGP World Championship season's first race will be held in Doha on 20 March.  EPA/-

Tom Lüthi ist die Nummer 1 im Team.
Bild: -/EPA/KEYSTONE

Der Sieg beim Saisonauftakt in Katar hat auch die Frage beantwortet, ob Tom Lüthi noch einmal Weltmeister werden kann. Dieser Sieg bringt ihm zwar auch nur 25 Punkte ein. Gleich viel wie die vorherigen zehn GP-Siege. Und doch ist es sein wichtigster und grösster seit dem 25. September 2005. Damals distanzierte er beim GP von Malaysia Mika Kallio um zwei Tausendstel. Am Ende der Saison war er 125er-Weltmeister.

Umfrage

Wird Tom Lüthi dieses Jahr Moto2-Weltmeister?

  • Abstimmen

384

  • Ja, dieses Jahr schafft er es und steht am Ende ganz oben.37%
  • Schwierig zu sagen, ich denke man muss mal die ersten Rennen abwarten.46%
  • Nein, er schrammt am Ende hauchdünn am Titel vorbei.16%

Einen jungen Wilden in die Schranken gewiesen

Seither war Tom Lüthi oft Titelanwärter. Die Hoffnungen haben sich nie erfüllt. Die neue Generation, die jungen Wilden, haben ihn in der Moto2-WM immer wieder besiegt, sind an ihm vorbeigezogen und in die Königsklasse aufgestiegen. Der Emmentaler wird im September 30. Er ist von allen Spitzenfahrern der Älteste. Zu alt um Weltmeister zu werden?

epa05222977 Swiss Moto2 rider Thomas Luethi (C) of the Garage Plus Interwetten team celebrates after winning the Moto2 race of the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Losail International Circuit in Doha, Qatar, 20 March 2016.  EPA/STR

Bereits nach dem ersten Rennen der Saison kann Tom Lüthi mit seinem Team jubeln.
Bild: EPA

Nun hat er zum Saisonauftakt einen der ganz wilden Jungen besiegt. Franco Morbidelli (21) hat den Kampf um den Sieg gegen den Schweizer um 14 Tausendstel verloren. Als er die Enttäuschung über die Strafe für den Frühstart (20 Strafsekunden) überwunden hatte (er erfuhr davon erst nach der Zieldurchfahrt) kam er auf das Rennen zu sprechen und sagte: «Es ist mir ein Rätsel, wie Tom im Sattel bleiben konnte, als er mich überholte. Es war ein unglaubliches Manöver.»

Tom Lüthi wird gelegentlich vorgeworfen, es fehle ihm eine entscheidende Prise Biss und Aggressivität beim Start und im Zweikampf. Er schaffte es nur selten, aus der hinteren Reihen durchs dichte Gedränge durchzubrechen und den Anschluss an die Spitze zu finden. In Katar hat er von der dritten Reihe aus sofort den Anschluss an die Spitze gefunden. Und dann jene Zweikampfstärke gezeigt, die er braucht um Weltmeister zu werden. Wir haben in Katar den besten Tom Lüthi seit dem Einstieg in die Moto2-WM (2010) gesehen. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Grundi72 21.03.2016 22:54
    Highlight Highlight Hört bitte auf über Töfflirennen zu berichten. Das interessiert den einen oder anderen Bauern im Emmetal, dann hats sichs aber...
  • mrgoku 21.03.2016 14:52
    Highlight Highlight die Saison hat gerade erst begonnen und Lüthi das erste Rennen gewonnen... wieso wird da gleich vom Weltmeistertitel gesprochen?

Tom Lüthi nach seinem Sturz: «Ich muss meinen Ärger irgendwo raus lassen. Ich weiss noch gar nicht wie»

Tom Lüthi hat beim GP von Italien in Mugello den Sieg durch einen Sturz in der 3. Runde vergeben. Er sagt, warum er stürzte, wie er mit diesem Missgeschick umgeht und warum sein Selbstvertrauen keinen Schaden genommen hat.

Was ist passiert?Tom Lüthi: Ich bin gestürzt.

Ja klar, das habe ich gesehen. Die Frage ist, was passiert ist.Ich wollte sofort einen Abstand zwischen mich und meine Verfolger legen und dieses Rennen gewinnen. Dabei habe ich es übertrieben. Erst ist das Hinterrad weggerutscht und als das überstanden schien, klappte das Vorderrad ein.

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