Sport
Ski

Franjo von Allmen muss bei Feier von Olympia-Gold «etwas rausnehmen»

Behind from the left, gold medalist Switzerland's Franjo von Allmen, Switzerland's Tanguy Nef, silver medalist Switzerland's Marco Odermatt, Switzerland's Loic Meillard celebrate w ...
Das Medaillenquartett lässt sich vom Schweizer Team feiern.Bild: keystone

«I mues hüt ächli usenäh»: Von Allmen lässt Nef nach Olympiasieg alleine feiern

Dank dem hervorragenden Slalomlauf von Tanguy Nef gewinnt Franjo von Allmen nach der Abfahrt auch in der Team-Kombination Olympiagold. Beim Feiern will der 24-jährige Berner Oberländer aber einen Gang runterschalten.
09.02.2026, 16:4109.02.2026, 18:34

Franjo von Allmen ist als Feierbiest bekannt. Nach WM-Gold in der Abfahrt im letzten Jahr kündigte er an: «Heute gehen wir zu Boden!» Als er am Samstag in der Königsdisziplin auch bei den Olympischen Spielen triumphierte, sagte er: «Es könnte in eine ähnliche Richtung gehen wie letztes Jahr.»

Dies zog der 24-jährige Berner Oberländer aber nicht durch, wie er später erzählte. Schliesslich wollte er die Slalomfahrer «nicht in die Scheisse reiten». Denn mit einem von diesen trat der Speed-Spezialist am heutigen Montag zur Team-Kombination an – und sicherte sich in seinem zweiten Olympia-Rennen gleich die zweite Goldmedaille. Was vor allem am Traumlauf von Tanguy Nef im Slalom lag. Von Allmen war in der Abfahrt nur Viertschnellster.

«Er hat das Entscheidende geliefert», sagte von Allmen nach dem Rennen beim SRF, «es war unglaublich und sah so einfach aus, wie er gefahren ist.» Bei ihm seien im unteren Teil der Abfahrt hingegen die müden Beine hinzugekommen.

Vielleicht will er seine zweite Goldmedaille auch deshalb nicht zu stark begiessen. «Ich muss heute etwas rausnehmen», nahm sich von Allmen vor und fügte an: «Damit ich noch Saft für den Super-G habe.» Dieser findet am Mittwoch statt.

Sein Teamkollege Tanguy Nef krönte sich ebenfalls in seinem ersten Olympiarennen zum Olympiasieger. «Verrückt, das habe ich nicht erwartet», sagte der überwältigte Genfer danach. Er habe einen emotionalen Tag hinter sich mit seiner Premiere, beim Start habe er sich dann gesagt: «Jetzt gebe ich einfach mein Bestes – und das hat geklappt.» Der Plan, den er und von Allmen sich vorgenommen hatten, war einfach: «All or Nefing.» Ein Wortspiel aus dem Nachnamen des Slalomfahrers und «All or Nothing» (Deutsch: «Alles oder Nichts»). Dem seien beide gefolgt und er ist perfekt aufgegangen.

Im letzten Jahr bei der WM hatte Nef noch gemeinsam mit Alexis Monney Silber gewonnen, hinter von Allmen und Loïc Meillard. Die Team-Kombi sei ein «cooler Event», findet Nef. «Wir sind uns nicht gewohnt, auch für einen Teamkollegen zu fahren.» Der eigentlich stets gelassene von Allmen berichtete von grosser Nervosität, als sein Kollege auf der Piste war: «Ich hatte noch selten so weiche Knie wie vorhin.» Dass es speziell sei, für einmal ein Team zu sein, fand auch das zweite Schweizer Duo auf dem Podest.

«Der Druck ist schon etwas grösser und es macht es auch etwas schwieriger, weil man auch für den Teamkollegen liefern will», beschrieb Meillard den Unterschied zu Einzelrennen. Es sei aber auch «sehr schön, das zusammen erleben zu können», ergänzte Teamkollege Marco Odermatt, «gerade, weil wir im Riesenslalom sonst Rivalen im Kampf um Siege und Podestplätze sind». Auch der 28-jährige Nidwaldner war sehr nervös, als er für einmal zum Zuschauen verdammt war. «Ich habe schon gelitten», so Odermatt.

Der Weltcup-Dominator freute sich nach dem vierten Platz in der Abfahrt sehr über die Medaille – auch wenn sie für einmal die silberne ist. Am Mittwoch im Super-G und am Samstag im Riesenslalom hat Odermatt aber noch zwei weitere Chancen, sich nach 2022 zum zweiten Mal zum Olympiasieger zu krönen. Etwas, was von den Schweizer Männern bisher nur das gezähmte Feierbiest Franjo von Allmen geschafft hat:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ewiger Ruhm: Die Abfahrts-Olympiasieger seit 1968
1 / 18
Ewiger Ruhm: Die Abfahrts-Olympiasieger seit 1968
1968 in Grenoble: Jean-Claude Killy (FRA) vor Guy Périllat (FRA) und Jean-Daniel Dätwyler (SUI).
quelle: keystone / anonymous
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Er machte seinem Freund im Fussballstadion einen Heiratsantrag – dann verprügeln ihn Fans
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
NotYouButMe
09.02.2026 17:35registriert November 2023
Franjo gibt mit die besten Interviews und seine Abfahrten sind schnell und spektakulär.

Was ich aber hier hervorheben möchte, ist der Traumlauf von Tanguy Nef. Er hat mit Laufbestzeit im Slalom mehr als nur seinen Teil zum Erfolg beigetragen!
771
Melden
Zum Kommentar
avatar
Qui-Gon
09.02.2026 17:10registriert April 2015
cooles Duo. Und v.a. der Franjo "isch scho e Nummere".
381
Melden
Zum Kommentar
avatar
ImmerMitderRuhe
09.02.2026 17:21registriert Februar 2023
Moto Crössler auf Speed Ski; kaum zu bremsen. Bravo!
272
Melden
Zum Kommentar
7
Das wird heute bei Olympia wichtig: Gute Chancen für Schweizer Medaillen
Am Montag stehen bei den Olympischen Spielen fünf Medaillenentscheidungen auf dem Programm. Die Schweizer Delegation in Mailand-Cortina darf voller Zuversicht in die Woche starten.
An der Ski-WM 2025 gewannen die Schweizer Männer in der Team-Kombination Gold, Silber und Bronze. Nun steht die Disziplin erstmals bei den Olympischen Spielen auf dem Programm – und natürlich zählen die Schweizer zu den Favoriten, allen voran das Duo Marco Odermatt und Loïc Meillard. Um 10.30 Uhr steht die Abfahrt auf dem Programm, ab 14.00 Uhr fällt im Slalom-Durchgang die Entscheidung.
Zur Story