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Schaun mer mal

U20-WM: Die Schweiz erhält gegen Russland in einer Szene zwei Penaltys

Bei U20-Spiel der Schweiz – so etwas haben sogar die kanadischen Reporter noch nie gesehen

31.12.2018, 09:5431.12.2018, 10:26

Es war ein Spektakel ohne Happy End. Die Schweizer U20-Nationalmannschaft unterliegt Russland im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft mit 4:7. Damit verpasst das Team von Christian Wohlwend den Sprung auf den zweiten Platz und trifft im WM-Viertelfinal höchstwahrscheinlich auf Schweden.

Doch zu reden geben nach dem Spiel nicht nur die vielen Tore, sondern auch die folgende Situation:

Marco Lehmann wird doppelt gefoult.Video: streamable

Der Klotener Marco Lehmann hat die Chance, alleine auf den russischen Keeper loszuziehen. Doch Verteidiger Dmitri Samorukow fällt den Schweizer Stürmer gleich zwei Mal. Gord Miller, Kommentator beim kanadischen Sender TSN, fragt scherzhaft: «Kriegt er jetzt zwei Penaltys?». Und er reibt sich wenig später verwundert die Augen, als das tatsächlich der Fall ist.

Miller und auch sein Experte Ray Ferraro haben trotz all ihrer Erfahrung noch nie eine solche Situation erlebt. Auch der foulende Russe dürfte sich gedacht haben: «Was sollen die Refs tun? Den Schweizern zwei Penaltys geben?»

Die Schiedsrichter haben aber richtig entschieden. Relevant sind diese zwei Abschnitte aus dem Regelbuch des internationalen Eishockeyverbands:

Regel 171, Absatz V

Wenn der Schiedsrichter einen Penalty anzeigt und, bevor das Spiel unterbrochen ist, ein weiteres Foul folgt, gibt es für das foulende Team eine weitere Bestrafung, egal ob der gefoulte Spieler danach oder beim ersten Penalty noch trifft oder nicht.

Regel 176, Absatz III

Sollte ein Team gleichzeitig zwei Penaltys zugesprochen erhalten, kann nur ein Tor erzielt werden. Sollte der erste Penalty in einem Tor resultieren, wird der zweite Penalty in eine entsprechende Strafe für den zweiten Regelverstoss umgewandelt. 
Die zwei Penaltyversuche der Schweizer.Video: streamable

Marco Lehmann tritt also zum ersten Versuch an und verschiesst. Hätte er getroffen, wäre es nicht mehr zum zweiten Penalty durch Philipp Kurashev gekommen, stattdessen hätte die Schweiz ein Powerplay erhalten. 

So scheitern aber sowohl Lehmann als auch Topskorer Kurashev. Und die Schweiz gibt die Partie trotz zwischenzeitlicher Führung noch aus der Hand.

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quelle: ap/ap / ross d. franklin
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