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Eidgenössisches in Pratteln als Symbol des Zusammenhalts gefeiert

Festakt des Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfestes ESAF in Pratteln, am Sonntag, 28. August 2022. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Festakt des Eidgenössischen am Sonntagmorgen.Bild: keystone

Eidgenössisches in Pratteln als Symbol des Zusammenhalts gefeiert

Am Festakt des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Pratteln sind die «guten traditionellen Werte» der Schweiz hervorgehoben worden. Diese verkörperte das Fest, das sich am Sonntag mit sportlichen, nicht aber organisatorischen Überraschungen dem Ende zuneigte.
28.08.2022, 14:2928.08.2022, 21:08
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Bundespräsident Ignazio Cassis (FDP) bezeichnete das Schwingfest bei seiner Ansprache bei der festlichen Übergabe der eidgenössischen Schwingerfahne von Zug an Pratteln als symbolischen Anlass für die Schweiz. Als Leichtgewicht und als Tessiner, also gleich mehrfacher Minderheitenvertreter im Schwingsport, sehe er im Anlass gerade einen sportlichen Beweis, wie weit es Minderheiten in der Schweiz bringen könnten.

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Schwingen sei nicht olympisch, man werde nicht mit Millionen, sondern mit einem Muni belohnt, so Cassis. Und doch kämen 400'000 Menschen an das Fest und es gehöre zu den Quotenrennern im Schweizer Fernsehen. «Kurz: Eine Minderheit von Schwingern hat der Mehrheit der übrigen Sportfreunde bewiesen, dass ihr Sport eine Bereicherung ist.»

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Joel Wicki hat es geschafft! Drei Jahre nach seiner Schlussgang-Niederlage gegen Christian Stucki krönt er sich in Pratteln zum neuer Schwingerkönig. Gegen Matthias Aeschbacher sah er lange wie der sichere Verlierer aus, doch der Innerschweizer konnte drei Minuten vor Schluss entscheidend zurückschlagen.
quelle: keystone / urs flueeler
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Heinz Tännler, SVP-Regierungsrat des letzten Austragungsortes Zug, vollzog in seiner Ansprache den rhetorischen Spagat von der «Schollenverbundenheit» des Anlasses zur millionenschweren Wertschöpfung. Gerade in Zeiten der Krise, des Krieges in Europa sei ein solcher Anlass als Zeichen der Schweizer Verlässlichkeit wichtiger denn je, sagte er.

Übergabe der Schwingerfahne

Zug übergab sodann am Festakt die eidgenössische Schwingerfahne an Pratteln, wo sie für die nächsten drei Jahre sicher verwahrt werden wird. Thomas Weber, SVP-Regierungsrat von Baselland und OK-Präsident des Festes in Pratteln, betonte in seiner Ansprache, wie wichtig lebendige Traditionen als wichtige Stütze für den Zusammenhalt im Land seien – auf dem Land, aber auch in den Städten.

Am Festakt war neben den Rednern noch weitere Politprominenz anwesend – so unter anderem Bundesrat Ueli Maurer (SVP) und Nationalratspräsidentin Irène Kälin (Grüne).

Sie wurden an vorderster Front Zeugen des Festprogramms mit rund 200 Tambouren, ebenso vielen Turnerinnen, einem Kinderchor, Dutzenden von Jodlerinnen und Jodlern sowie Alphorn-Spielern und einer Alphorn-Pop-Kapelle. Diese begleitete als Höhepunkt Francine Jordi bei der Schwingfest-Hymne «Zäme ha, zäme stah».

Für ein kleines bisschen Betrübnis sorgte am Eidgenössischen, dass der Siegermuni Magnus I nicht in die Arena trotten konnte. Seine Entzündung, die er sich wegen einer Verletzung am Huf eingefangen hatte, verheilte nicht rechtzeitig, wie die Organisatoren am Sonntag mitteilten. Also musste der Ersatzmuni Magnus II zur Präsentation der Lebendpreise antraben, was dieser nur mit sichtbarem Widerwillen tat.

Das Schwingfest hatte am Freitagmittag mit der Fahnenannahme beim Pratteler Schloss und einem anschliessenden Festumzug mit rund 4000 Teilnehmenden begonnen. Für etwas Unruhe hatten nach dem Umzug Bilder einer russischen Trachtengruppe gesorgt. Bei einer der Teilnehmerinnen war ein aufgesticktes «Z» auf der Brust gesichtet worden, dem Symbol für den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine.

Bereits am Freitag, einen Tag vor Beginn der Schwinger-Wettkämpfe, war das Festgelände gut bevölkert. Die Organisatoren sprachen von 50'000 bis 60'000 Besucherinnen und Besuchern. An den Wettkampftagen am Samstag und Sonntag dürften es mehrere hunderttausend Menschen gewesen sein – Zahlen gaben die Organisatoren zunächst nicht bekannt.

Von einem friedlichen und stimmungsvollen Fest sprachen in ihrer Bilanz die Blaulichtorganisationen. Nur vereinzelt habe es Einsätze wegen Streitereien oder alkoholisierten Personen gegeben, schrieb die Polizei Basel-Landschaft in einem Communiqué. (sda)

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⭐⭐⭐⭐⭐ Samuel Giger (24), NOSV, 194 cm/115 kg: Der Überschwinger der letzten beiden Saisons ist der Mann, den es am ESAF zu bezwingen gilt. Spielen ihm die Nerven keinen Streich, geht der Königstitel nur über ihn.
quelle: keystone / urs flueeler
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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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LURCH
28.08.2022 21:53registriert November 2019
Zapad Zwilch und ƧVP!
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Zum Kommentar
19
Nein, die Tschechen waren nicht besser …
Durch die Beurteilung des Final-Dramas zieht sich wie ein roter Faden die Aussage, die Tschechen seien besser gewesen. Das ist ärgerlich. Eine Polemik.

Der Zweck des Spiels ist der Sieg. Punkt. Wer also ein Spiel gewinnt, ist besser. Auch Punkt. Also sind die Tschechen besser. Sie haben gegen die Schweiz 2:0 gewonnen und sind Weltmeister geworden. Noch einmal Punkt.

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