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Ski: So verabschiedet sich Feuz von Kilde und Co. – und sie sich von ihm

epa10419991 Beat Feuz (R) of Switzerland and Niels Hintermann of Switzerland react in the finish area during the Men's Downhill race at the FIS Alpine Skiing World Cup at the Streif ski course in ...
Im Ziel wurde Beat Feuz von Teamkollege Niels Hintermann (l.) empfangen.Bild: keystone

So verabschiedet sich Beat Feuz vom Ski-Weltcup – und die Konkurrenten sich von ihm

21.01.2023, 13:5321.01.2023, 16:22
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Aus sportlicher Sicht war es ein Rennen zum Vergessen für Beat Feuz, den Abfahrer, der die letzten fünf Jahre geprägt hat, alles gewonnen hat, das es in seiner Disziplin zu gewinnen gibt. In seinem letzten Karriere-Rennen platzierte er sich ausserhalb der Top 15. Doch darum ging es an diesem Tag in Kitzbühel nicht. Nach seiner Fahrt auf der Streif habe der 35-jährige Emmentaler nicht einmal mehr geschaut, auf welcher Position er stehe, wie er später im SRF-Interview erzählt.

«Es war cool, noch einmal alles erleben zu dürfen, alles zu spüren, noch einmal eine abgesperrte Piste zu haben, wo ich so schnell wie möglich runterfahren konnte.»

So schnell wie möglich war bei Feuz in dieser Saison nur noch selten genug. Zu dominant trat meist Aleksander Kilde auf, der am Samstag seinen fünften Erfolg in der achten Abfahrt der Saison feierte. Auch deshalb freut sich Feuz auf die Zeit nach der Karriere:

«Es ist sicher auch Erleichterung dabei, dass es jetzt vorbei ist. Die letzten Wochen mit Wengen und Kitzbühel waren nochmal sehr anstrengend, aber es ist wunderbar, ich bin glücklich, zufrieden und gesund, und kann es jetzt mit der Familie geniessen. Es ist mir echt egal, wenn ich diese Anspannung, die es jetzt nochmal gebraucht hat, nicht mehr brauche.»

Die beiden letzten Renn-Wochenenden waren aber noch einmal etwas ganz Besonderes für den vierfachen Sieger der Abfahrts-Wertung, wie er bereits nach der Lauberhorn-Abfahrt erzählte.

In Kitzbühel sei es dann aber ein echter Abschied geworden, vom Leben als professioneller Skifahrer, vom Weltcup und natürlich von vielen Weggefährten und Konkurrenten:

«Es war jetzt sicher nicht mehr das Gleiche, schon bei der Besichtigung sind viele zu mir gekommen, haben mir gratuliert. Und da ist das Level der Anspannung sicher nicht mehr so hoch, wie wenn man wusste, dass man noch gewinnen kann. Aber darum ging es jetzt auch nicht mehr, ich wollte nochmal solid fahren, alles aufsaugen und geniessen.»

Welch hohes Standing Feuz nicht nur als Skifahrer, sondern auch als Mensch genoss, zeigten die Grussbotschaften von Fahrern wie Kilde, Carlo Janka, Marco Odermatt oder auch Vincent Kriechmayr.

Auch für Feuz ist dies ein emotionaler Moment:

«Es zeigt vor allem, wie ich den Skisport gelebt habe. Ich war immer offen, egal ob es ein Schweizer, ein Österreicher, ein Italiener oder ein Deutscher war, ich konnte eigentlich mit jedem gut. Es sind Freundschaften entstanden und so soll es auch sein. Wir Abfahrer kennen die Schwierigkeit von diesem Sport und da muss man ausserhalb dieser zwei Minuten nicht auch noch konkurrieren.»

Mit diesen Worten verabschiedet sich Beat Feuz, der Abfahrts-Weltmeister sowie -Olympiasieger wurde und sowohl in Wengen als auch auf der Streif mehrmals gewonnen hat, aber im Ski-Weltcup auch neben der Piste vermisst werden wird. (nih)

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Alle Weltcupsiege von Beat Feuz
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Alle Weltcupsiege von Beat Feuz
Die Premiere: Beat Feuz gewinnt am 11. März 2011 die Abfahrt in Kvitfjell.
quelle: ap / alessandro trovati
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Beat Feuz tritt zurück
Video: watson
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