Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Serbia's Novak Djokovic falls, during their quarterfinal match of the Monte Carlo Tennis Masters tournament against Belgium's David Goffin, in Monaco, Friday, April, 21, 2017. (AP Photo/Claude Paris)

Steht Djokovic wieder auf oder ist die Luft wirklich draussen? Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Boris Becker gnadenlos: «Bei Djokovic ist die Luft draussen»

Ex-Trainer Boris Becker analysiert die Krise der ehemaligen Nummer 1 der Welt, Novak Djokovic. Und nimmt für einmal kein Blatt vor den Mund.

Simon Häring / aargauer Zeitung



Seit seinem Triumph bei den French Open vor einem knappen Jahr hat Novak Djokovic nur noch zwei Turniere gewonnen. Der Serbe hat nicht nur die Spitzenposition der Weltrangliste an Andy Murray eingebüsst, er belegt in der Jahreswertung derzeit auch nur den 20. Rang. «Tennis ist nicht mehr meine oberste Priorität. Ich bin nicht mehr derselbe», sagt Djokovic, der im Mai 30 wird. Er sei nicht nur Sportler, sondern auch Vater und Ehemann.

Seit dem letzten Dezember zählt Boris Becker nicht mehr zum Trainerteam Djokovics. Vor zu kritischen Äusserungen hatte er sich bisher aber stets gescheut.

epa05663144 (FILE) A file picture dated 22 November 2015 shows Novak Djokovic of Serbia (R) hugs his coach Boris Becker (L) after winning against Roger Federer of Switzerland during the final at the ATP World Tour Finals in London, Britain. Djokovic on 06 December 2016 confirmed he is parting ways with his coach, German tennis legend Boris Becker.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA *** Local Caption *** 52401735

So nah wie hier sind sich Djokovic und Becker längst nicht mehr. Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Nun lässt sich der Deutsche in einem Interview mit dem TV-Sender «Sky Sports» dennoch zu einer brisanten Aussage hinreissen: «Seine Denkweise hat sich geändert. Mit dem Sieg in Roland Garros ist Novaks Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Seither ist bei ihm die Luft draussen.»

Djokovic vernachlässigt Training

Niemand vergesse, wie man eine Vor- oder Rückhand spielt, oder wie man aufschlägt. «Wer zweifelt, der hat schon verloren. Die Gegner in der Kabine bekommen das mit. Sie erkennen auch die Körpersprache und sie lernen, wie sie Novak schlagen können.» Beobachter sagen, Djokovic habe das Training vernachlässigt und zeige Anzeichen einer Sinnkrise. Dazu passt, dass mit Pepe Imaz ein Ex-Spieler, der Liebe und Frieden predigt, Einfluss nimmt.

Umfrage

Wie weiter mit Novak Djokovic?

  • Abstimmen

3,604 Votes zu: Wie weiter mit Novak Djokovic?

  • 4%Er kehrt besser denn je zurück.
  • 9%Er wird wieder die Weltnummer 1, aber nicht mehr unwiderstehlich.
  • 27%Er hält sich noch ein Weilchen in den Top 4 und gewinnt grosse Turniere.
  • 21%Grosse Titel wird er nicht mehr gewinnen, oder sicher nicht viele davon.
  • 20%Die Luft ist draussen – bald tritt er zurück.
  • 19%Ich will nur das Resultat sehen.

Er spiele immer noch mit grosser Leidenschaft Tennis. Noch immer sei es das Spiel, das er liebe wie beim ersten Mal. Damals, als er im vom Krieg versehrten Belgrad erstmals ein Racket in die Hand nahm. Später mit 13 Jahren, beseelt vom Traum, der beste Spieler der Welt zu werden, nach München auswanderte. Später angetrieben davon, aus dem Schatten der erfolgreicheren und beliebteren Roger Federer und Rafael Nadal zu treten.

Novak Djokovic of Serbia and Montenegro clowns with teammate  Ana Ivanovic on their way to defeating  Sweden's Thomas Johansson and Sofia Arvidsson , 6-2, 6-4 in their doubles decider match at the mixed teams Hopman Cup tennis tournament in Perth, Australia, Monday, January 2, 2006 . (AP Photo)

Da war er noch feurig: Novak Djokovic am Hopman Cup 2006 mit Ana Ivanovic. Bild: AP

Hilft Djokovic die Wut zur Rückkehr?

Nach Jahren der Dominanz, der Askese, dem Streben nach Perfektion hat Djokovic jedes Ziel erreicht. Er ist zwölffacher Grand-Slam-Sieger. Mit 108 Millionen Dollar hat er mehr Preisgeld verdient als jeder andere. Er war 122 Wochen die Nummer 1. Doch trotz Jahren der Dominanz steht er nun wieder im Schatten von Federer und Nadal. Vielleicht hilft ihm die Wut darüber, das innere Feuer wieder zu entfachen. Aber vielleicht erstickt es auch das letzte Glühen.

Am Ziel seiner Träume im letzten Sommer: So feierte Novak Djokovic seinen Karriere-Slam

Unvergessene Tennis-Geschichten

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link to Article

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link to Article

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link to Article

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link to Article

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link to Article

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link to Article

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link to Article

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link to Article

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link to Article

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link to Article

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link to Article

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link to Article

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link to Article

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link to Article

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link to Article

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link to Article

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link to Article

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link to Article

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link to Article

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link to Article

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link to Article

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link to Article

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link to Article

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link to Article

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerRaucher 25.04.2017 21:17
    Highlight Highlight Ist halt nicht jeder ein Federer der den Hals immer noch nicht voll hat. Der würde wohl mit 60 noch Profitennis spielen wenn es der Körper hergebe.
    11 26 Melden
  • Typu 25.04.2017 16:27
    Highlight Highlight Private probleme haben ihn aus der bahn geworfen. Nur mit einem perfekten umfeld kann ein spitzensportler spitzenkeistungen vollbringen. Die sind sehr sehr sensibel.
    27 2 Melden
  • 123und456 25.04.2017 15:43
    Highlight Highlight finde ich sympathisch. er hat erreicht was er wollte.
    er ist ehemann und vater und hat mehr als genug Geld. da ist es verständlich, dass der Sport in den Hintergrund rückt.
    er ist halt ein etwas “kantiger Typ“. aber er soll sich nicht verbiegen und hat allen gezeigt was er kann. es kann nicht jeder everybodys darling sein wie federer..
    51 9 Melden
  • Der müde Joe 25.04.2017 15:07
    Highlight Highlight Solange dieser "gspürsch-mi-fühlsch-mi" Guru an Djokovic's Seite ist, wird er keinen Blumentopf mehr gewinnen. Kein Biss, kein Elan, keine Titel!
    64 3 Melden
  • Cyberraga 25.04.2017 13:26
    Highlight Highlight Er war nicht 'nur' 122 Wochen die Nummer 1 sondern 223 Wochen. Kleiner aber feiner Unterschied.
    63 0 Melden
    • super_silv 25.04.2017 18:19
      Highlight Highlight Stimmt. Ist wohl mit dem "most consecutive weeks at #1" verwechselt worden.
      7 0 Melden
  • Calvin Watsn 25.04.2017 12:15
    Highlight Highlight Ist die Moneyquelle erschöpft oder war Herr Becker schon lange nicht mehr in den Medien? 😂😂😂
    65 19 Melden
    • Asmodeus 25.04.2017 14:39
      Highlight Highlight Ja
      16 3 Melden
  • N. Y. P. D. 25.04.2017 12:12
    Highlight Highlight Vielleicht dachte er immer, indem er alle Rekorde von Rafa und Roger schlägt, schaffe er es auch in die Herzen der Zuschauer.
    Aber mit jedem Jahr, wo er Siege an Siege reihte, hat er sich eher noch weiter vom diesem Ziel entfernt.
    Das wurde ihm nach Paris so richtig bewusst. Er hatte alles gewonnen. Aber in der Zuschauergunst war er trotz allem immer noch Lichtjahre hinter Rafa/Roger.
    Das muss den Stärksten irgendwann aus der mentalen Bahn werfen.
    Irgendwie ist er doch ein guter Kerl.

    Meine Meinung.
    135 12 Melden
    • AJACIED 25.04.2017 13:02
      Highlight Highlight Konter: muss Mann immer der Liebling der Massen sein!
      28 15 Melden
    • N. Y. P. D. 25.04.2017 14:40
      Highlight Highlight @AJACIED
      Sag Du es mir !
      Wärst Du gerne der Liebling der Massen ?
      25 1 Melden
    • Gretzky 25.04.2017 15:06
      Highlight Highlight Es kann ja nicht jeder der Liebling der Massen sein. Und der beste aller Zeiten auch nicht. Ist aber auch nicht nötig, denn er war extrem erfolgreich, muss niemanden etwas beweisen und hat sich meines Erachtens die letzten Jahre durchaus gebessert. Er wird auch älter und muss nicht sein Leben lang der Ehrgeizling bleiben, der er mal war. Meines Erachtens ein Zeichen von Reife, das andere Dinge mit der Zeit wichtiger werden.
      21 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sean Amini 25.04.2017 12:08
    Highlight Highlight Man hatte auch Federer und Nadal bereits abgeschrieben. Jeder hat diese Sinnkrise durchgemacht oder wurde durch Verletzungen gestoppt.

    Er wird zurück kommen aber trotzdem GO FEDI ;-) http://E
    81 7 Melden
  • Ignorans 25.04.2017 12:08
    Highlight Highlight Ist das mit der Ehe nicht durch?
    Er hat keine Motivation und das ist sympathisch.
    51 2 Melden
  • c_meier 25.04.2017 11:59
    Highlight Highlight naja man hat ja bei Federer gesehen, dass man nach einigen Monaten Pause wieder sehr erfolgreich auf die Tour zurückkehren kann...
    Daher gut möglich, dass er mal ein "Sabbatical"-Jahr einlegt um dann wieder voll motiviert zurückzukommen.
    Schaun mer mol
    49 1 Melden
  • Hans Dampf 25.04.2017 11:58
    Highlight Highlight Als die Meldung kam das er jetzt mit so einem "Guru/Heiler"-Trainer zusammenarbeitet, hatte ich gleich die Orangensaft phase von Patty vor Augen.

    Da kam dann auch nicht mehr viel....
    82 1 Melden
    • Alan Smithee 25.04.2017 15:50
      Highlight Highlight Patty's sauberer Urinwinkler.😆
      ..........Rainer Harnecker!.
      15 1 Melden
  • LukasderErste 25.04.2017 11:52
    Highlight Highlight Haha "für einmal kein blatt vor den mund". Becker ist doch die grösste tratschtante des tennissports.
    123 3 Melden
  • Yippie 25.04.2017 11:44
    Highlight Highlight Ich würde es begrüssen, wenn er sich nochmals zu Höchstleistungen pushen kann. Dem Tennis würde eine breites Spitzenfeld mit Federer, Nadal, Djoker, Murray und Stan gut tun.

    Sollte er es nicht mehr schaffen, dann ist es halt so und schmälter auch nicht die Leistungen aus der Vergangenheit. Es gibt Wichtigeres im Leben als sportlich erfolgreich zu sein.
    141 7 Melden

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

Die Siegerehrung zog sich in die Länge. Roger Federer dankte allen - in englisch, französisch und schweizerdeutsch. Er verdrückte am Ende Freudentränen und meinte, er sei der glücklichste Mensch der Welt. Federer war bewegt und bewegte die Massen. «Es ist immer sehr emotional hier», so Federer.

In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

Artikel lesen
Link to Article