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Serbia's Novak Djokovic reacts after missing a shot against Italy's Marco Cecchinato in the tie break of the fourth set of their quarterfinal match at the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium in Paris, France, Tuesday, June 5, 2018. (AP Photo/Christophe Ena )

Novak Djokovic ist ratlos, fassungslos und nun auch noch wortlos. Bild: AP/AP

Novak Djokovic restlos bedient: «Ich kann keine Antworten liefern, ich bin sprachlos»

Nach seiner Viertelfinal-Niederlage wollte Novak Djokovic nur noch weg aus Roland Garros. Weg aus Paris. Weg von den vielen Fragen. Sein Auftritt: wenig souverän.

06.06.18, 03:54 06.06.18, 13:15

Simon Häring / Nordwestschweiz



Es hätte ja durchaus die eine oder andere Frage gegeben. Ob es denn jetzt ein Fortschritt ist, dass Novak Djokovic die Viertelfinals der French Open erreicht hat. Ob es weitergeht mit Marian Vajda, dem Trainer, der bei allen zwölf Grand-Slam-Turnieren an seiner Seite war und der nun wieder da war, zumindest bis zum Ende der Sandsaison. Und wie es nun weitergeht mit ihm, der vor zwei Jahren als Titelhalter bei allen vier Major-Turnieren aus Paris abgereist war. Doch er hatte keine Lust.

Keine Lust, sich den Fragen zu stellen. Keine Lust, das im grössten Interviewraum zu tun. Ja, Novak Djokovic, einer der erfolgreichsten Spieler der Geschichte, er entzog sich dem üblichen Prozedere.

Stattdessen warf er mit seinem Auftritt nach der Viersatzniederlage gegen den Überaschungsmann Marco Cecchinato (25, ATP 72), den Italiener, der zuvor noch nie ein Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, nur noch weitere Fragen auf. Einmal mehr machte er ratlos.

Djokovic lässt Wimbledon-Teilnahme offen

Er wisse noch nicht, ob er auf Rasen antrete, sagte er. Auf der Unterlage, auf der er vor knapp einem Jahr in Eastbourne seinen 68. Titel im Einzel gewonnen hatte, den bisher letzten. Viel befremdlicher: Schon wenige Minuten nach der Niederlage tauchte Djokovic im Medienraum auf.

Er, der sonst so gerne redet, der sonst fast schon professoral wirkt, bediente sich platter Phrasen: Zu viele Fehler gemacht, der Gegner hat es verdient, harte Niederlage. Kurz: Jede Menge Blabla.

«Ich kann euch keine Antworten liefern. Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Ich bin sprachlos», sagte er dann doch noch. Und sonst? Bediente er sich der Rhetorik, die er seit zwei Jahren bemüht.

Das klingt dann so: «Es gibt viele schwierige Dinge im Leben.» Können Sie das ausformulieren? «Nein, das kann ich nicht.» Ist das ihre härteste Niederlage? «Nein.» Wie geht es nun weiter? «Weiss ich nicht. Ich denke jetzt nur an Tennis.» Er wollte nichts sagen, und das sagte einiges über ihn.

Einfach nur angepisst

Zehn Minuten dauerte der Spuk, auch gegenüber der serbischen Presse, der er sonst besonders zugetan ist, blieb er distanziert und wortkarg. Zu behaupten, Djokovic sei enttäuscht, oder einfach nur lustlos, wäre eine glatte Untertreibung.

Novak Djokovic war einfach nur eines: Angepisst. Und dass er das war, daraus machte er auch keinen Hehl. Er hatte im letzten Jahr viele harte Niederlagen einstecken müssen. Doch diese – diese schmerzt ihn offensichtlich trotzdem ganz besonders. (aargauerzeitung.ch)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • die 200 06.06.2018 11:53
    Highlight Die schleppenden Comebacks von Stan und Novak zeigen, wie hoch die Leistungsdichte im Tennis ist. Auch wenn du ein grosser Champion bist, wenn du auch nur ein bisschen von deiner körperlichen oder mentalen Form entfernt bist, wirst du sofort durchgereicht.
    Umso höher einzustufen, wie Roger zurückgekommen ist, oder was Stan und Novak in der Vergangenheit geleistet haben um ständig in den Top10 zu verweilen. Man darf gespannt sein, wie Andy wieder einsteigt...
    16 0 Melden
  • He nu.. 06.06.2018 11:19
    Highlight ...vieleicht funktioniert es so, dass er und seine Entourage inkl. Vater nicht mehr so grosse und grobe Sprüche gegenüber anderen Spielern machen, wie früher.
    6 7 Melden
  • Hiker 06.06.2018 10:24
    Highlight Jeder der engagiert Sport betreibt kann Novak nachfühlen. Ich glaube auf seinem Niveau braucht es wenig um den Anschluss zu verlieren. Djokovic ist ein sensibler Mensch und ein grossartiger Spieler. Ob man ihn mag oder nicht, beweisen muss er das bestimmt nicht. Ich wünschte mir noch viele grosse Matches mit ihm und Roger Federer. Natürlich mit Federer als Sieger 😁
    18 2 Melden
  • Lezzelentius 06.06.2018 10:09
    Highlight Trotzdem keine Sympathiepunkte so wie er das Publikum zur Verantwortung zieht für seine Fehler.
    15 9 Melden
  • Nelson Muntz 06.06.2018 09:02
    Highlight Das Tie-Break war sensationell, da hat nicht der Bessere, sondern der Glücklichere gewonnen. Und das war halt mal gestern nicht der Djoker. Hoffentlich holt Cecchinato den Kübel im Bois de Boulogne. So haben die Italiener wenigstes ein sportliches Highlight diesen Sommer.
    34 4 Melden
  • Joe Smith 06.06.2018 09:00
    Highlight Blöde Frage eines Laien: Wie erreichte Marco Cecchinato den Viertelfinal, ohne jemals ein Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben?
    8 17 Melden
    • maljian 06.06.2018 09:43
      Highlight Vor diesem Grand Slam Turnier hat er nie ein Grand Slam Spiel gewonnen. Heisst er ist immer in der ersten Runde rausgeflogen.

      Das hat sich mit diesem Turnier natürlich geändert.
      18 0 Melden
    • Potzblitz36 06.06.2018 09:44
      Highlight Er hat vor dem French Open 2018 kein Spiel an einem Grand-Slam gewonnen.

      Dieses Jahr in Paris hat er natürlich schon einige Spiele gewonnen.
      16 0 Melden
    • Joe Smith 06.06.2018 10:26
      Highlight Für die Begriffsstutzigen: Ist mir doch auch klar. Ich wollte nur wieder mal darauf hinweisen, wie Medien (nicht nur Watson) einfach jeden sprachlichen Blödsinn kommentar- und kritiklos weiterverbreiten.
      7 11 Melden
  • Nicosinho 06.06.2018 08:37
    Highlight ich wage jetzt mal zu behaupten, dass die Zeiten vom Djoker vorbei sind.....
    16 37 Melden
    • Real John Doe 06.06.2018 08:48
      Highlight Hat man von Federer auch immer gedacht als er keine Turniere mehr gewann und auch immer mal wieder gegen Leute vom Kaliber Cecchinato verlor. Was mit Fedi passiert ist wissen wir. Und Novak ist nochmals 6 Jahre jünger. Auch er wird nochmals Grand Slams gewinnen.
      33 9 Melden
    • Nicosinho 06.06.2018 09:02
      Highlight Novak ist aber nicht Federer, unser Roger ist nochmal ein anderes Kaliber ;)
      31 28 Melden
    • Bene86 06.06.2018 09:15
      Highlight Nicosinho: War so, ist so, bleibt so.
      7 9 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Freilos 06.06.2018 08:33
    Highlight Schreibt den Djokovic nicht zu früh ab. Irgendwann wird er seine Leistungsgrenze wieder erreichen. Der Typ ist mit einem unglaublichen Talent gesegnet.
    39 13 Melden
    • Pafeld 06.06.2018 08:46
      Highlight Solange er bedingungslos auf seinen Ernährungsschwurbler hört, dürfte er wohl noch weiter abgeben. Es stellt sich langsam wirklich die Frage, ob er überhaupt noch die Kurve kriegen kann. Schliesslich erreicht er auch bald schon ein Alter, wo er seinen "ausgezerrten" Körper kaum mehr in der notwendigen Zeit in den Griff kriegt.
      18 5 Melden
    • Baba 06.06.2018 08:49
      Highlight Also im Moment schaut's aus, als ob er seine Leistungsgrenze schon erreicht hat 😜
      15 7 Melden
  • Gubbe 06.06.2018 08:16
    Highlight Der Herr scheint seinen Zenith hinter sich gelassen zu haben. Da kommen jüngere, andere nach. Überall ist das so. Auch in der Industrie, wo Angestellten, patsch, ein neuer Vorgesetzter hingestellt wird. Niemand hat das gerne und möchte am liebsten den Bettel hinschmeissen, wenn 'Bessere' nachkommen. Das Leben geht weiter, Mädchen und Jungs, und das ist schön so.
    4 23 Melden
    • Luca Brasi 06.06.2018 09:24
      Highlight Und trotzdem sind die letzten GS allesamt an die alten Herren Federer und Nadal gegangen. Die weit weit entfernte Zukunft mag irgendwann die Zukunft gehören, aber die Gegenwart gehört den älteren Semestern, Greenhorns.
      17 1 Melden
    • Scrj1945 06.06.2018 10:03
      Highlight Darum sind im moment auch die „alten“ an der tennis herrschaft. Die jungen sehen kein land gegen federer und nadal
      12 1 Melden
    • lilie 06.06.2018 10:40
      Highlight Alles wahr, aber die Jungen drücken nach - Dimitrov, Zverev, Thiem etc. Sie werden die kleinste Schwäche der "Alten" ausnutzen und sie verdrängen.

      Ich hoffe aber schon, dass wir Federer und Nadal und auch andere "Altherren" wie del Potro und natürlich Stan noch lange zu sehen bekommen!
      6 2 Melden
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  • Bieler95 06.06.2018 08:06
    Highlight Kopf hoch Djokovic du kommst noch ganz stark zurück 💪🏻
    15 22 Melden
  • wasps 06.06.2018 05:43
    Highlight Wäre er nicht angepisst, müsste man sich Sorgen machen. Das heisst doch nur, dass das Feuer wieder brennt.
    154 9 Melden
  • Jol Bear 06.06.2018 05:39
    Highlight Also: eine verständliche und nachvollziehbare Reaktion unmittelbar nach dem verlorenen Match.
    194 7 Melden

Depressiv, oft verletzt und mit Rücktrittsgedanken – aber Del Potro ist wieder da

Auf dem Weg in seinen zweiten US-Open-Final in New York gegen Novak Djokovic profitierte Juan Martin Del Potro im Halbfinal von der Aufgabe von Rafael Nadal. Der Argentinier weiss, was es heisst, verletzt zu sein, und stand 2015 kurz vor dem Rücktritt.

Einer weiteren, vierten Operation am Handgelenk stimmte er zu. «Ich sagte mir, es ist die letzte. Eine weitere will ich nicht riskieren.» Sein rechtes Handgelenk hatte Juan Martin Del Potro 2010 operiert, zwei weitere Eingriffe folgten vier Jahre später an der linken Hand. Die Probleme aber blieben, Besserung war nicht in Sicht. «Es war der schlimmste Moment. Ich fand keinen Ausweg mehr und war mehrere Monate depressiv.» Del Potro stand kurz davor, seine Karriere zu beenden.

«Das ist nun aber …

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