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epa07420951 Novak Djokovic of Serbia speaks during a press conference at the Indian Well Tennis Garden in Indian Wells, California, USA, 07 March 2019. The men's and women's final will be played on 17 March 2019.  EPA/LARRY W. SMITH

Djokovic wird in Indian Wells ins Kreuzverhör genommen. Bild: EPA/EPA

Djokovic übergeht Federer und Nadal: «Sie können sich ja auch selber melden»

Der Ende Jahr auslaufende Vertrag mit ATP-Präsident Chris Kermode wird nicht verlängert. Das wurde am Rande des Masters-Turniers in Indian Wells bekannt. Sein Hauptgegner Novak Djokovic machte über Monate Stimmung gegen den Briten. Mit Roger Federer und Rafael Nadal sprach er nie.

simon häring / ch media



Bitterbös, beissend, bedauernd sind sie, die Kommentare zum nahenden Aus von Chris Kermode als Präsident der Profi-Spielervereinigung ATP. Es ende ein Regime von «Armut und Terror», schreibt einer zu einer Tabelle, die illustriert, wie stark die Preisgelder in den letzten Jahren in der Ära Kermode gestiegen sind. Gleichwohl beschloss das Direktorenboard, den auslaufenden Vertrag nach sechs Jahren nicht mehr zu verlängern. Trotz Opposition aus Spielerkreisen.

FILE - In this Monday, Nov. 6, 2017 filer, ATP President Chris Kermode smiles during a press conference to present the ATP Next Gen Finals tennis tournament, in Milan, Italy. 
(AP Photo/Luca Bruno)

Chris Kermode muss als ATP-Präsident weichen. Bild: AP/AP

Als Drahtzieher hinter der Absetzung Kermodes gilt Novak Djokovic, der den ATP-Spielerrat präsidiert. Schon Anfang Jahr während der Australian Open hatte das Thema für Dissonanzen gesorgt. Während Djokovic die Absetzung Kermodes orchestrierte, beschwerte sich Rafael Nadal, dass er in der Sache gar nicht erst angehört worden sei. Kermode genoss in Spielerkreisen offenbar grossen Rückhalt. Doch gegen die Machtgier Djokovics konnte ihn das nicht schützen.

Denn die Abstimmung im Spielerrat ist konsultativer Natur. Sie hat für die drei Spielervertreter, die sich einstimmig gegen Kermode ausgesprochen haben sollen, keine Bedeutung. Hier stellte Djokovic die Weichen im November, als er für die Absetzung von Roger Rasheed sorgte. Ersetzt wurde er durch David Edges, der als Vertrauter von Justin Gimelstob gilt, der im Board sitzt und der Ambitionen auf die Nachfolge Kermodes haben soll. Er ist ein Verbündeter Djokovics.

Dass er mit seinen Machenschaften einen Keil zwischen die Spieler treibt, scheint Djokovic nicht zu kümmern. Roger Federer, der ein Jahrzehnt dem Spielerrat angehörte, hatte auf die Frage von «CH Media» in Melbourne gesagt, ihm liege die Zukunft des Sports am Herzen und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Doch Djokovic, dessen Aufgabe als Ratspräsident es wäre, die Interessen seiner Kollegen zu vertreten, hat auch mit ihm nie das Gespräch gesucht.

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Das sagt Djokovic zum Kermode-Aus – oder eben nicht. Video: YouTube/Tennis Life Media

Angriff auf Federer und Nadal

In Indian Wells sagte der 31-jährige Djokovic: «Wir sprachen mit vielen Spielern und versuchen, sie zu repräsentieren. Aber es gibt individuelle Meinungen, und ich respektiere auch die von Rafa.» Heisst übersetzt: Djokovic mag Gespräche geführt haben, aber eben nur mit jenen, die seine Meinung teilen. Stattdessen setzte der Serbe zum Gegenschlag an, als er sagte: «Wenn sie (Nadal und Federer; die Red.) etwas wollen, können sie sich auch selber melden.»

epa07139626 Novak Djokovic of Serbia celebrates winning his semifinal match against Roger Federer of Switzerland at the Rolex Paris Masters tennis tournament in Paris, France, 03 November 2018.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Novak Djokovic ist machthungrig und hört nur auf Spieler, die gleicher Meinung sind. Bild: EPA/EPA

Kolportierte 260 Millionen Franken erwirtschaften die Australian Open, 44 Millionen davon fliessen den Spielern in Form von Preisgeldern zu. Seit Kermodes Amtsantritt 2013 hat sich das Preisgeld verdoppelt. Gleichwohl erneuerte Djokovic seine Kritik, die Spieler würden nicht genug am Reibach partizipieren. Es gehe ihm nicht darum, mehr zu verdienen, sondern darum, dass mehr Menschen vom Tennis leben könnten, sagte er in Australien.

Djokovic ziemlich wortkarg

Zur Absetzung Kermodes wollte sich der sonst so redselige Djokovic nicht äussern und berief sich auf die «Vertraulichkeit» der Besprechungen und Abstimmungen. «Ich werde mich hier nicht für oder gegen ihn positionieren, denn das käme einem Bruch der Vertraulichkeit gleich.» Er bestätigte nur, dass der ATP-Spielerrat beschlossen habe, dass es Zeit sei, eine neue Führung zu suchen. Wer Kermodes Nachfolger wird, ist offen. Der Bewerbungsprozess beginnt demnächst.

Djokovic hat sein erstes Etappenziel erreicht, damit aber viele Kollegen gegen sich aufgebracht. Stan Wawrinkas Coach, Magnus Norman, schrieb: «Das ist ein trauriger Tag für das Tennis. Dieser Mann hat hervorragende Arbeit geleistet für die Spieler und die Turniere. Ich empfinde grossen Respekt vor ihm.» Kermode bewahrte Haltung. Es sei ein Privileg gewesen, für die ATP gearbeitet zu haben. Er werde seiner Arbeit bis zum Schluss mit Hingabe nachgehen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • DocJay 09.03.2019 11:33
    Highlight Highlight Bin ich der Einzige, der diesen Artikel übelst tendenziös findet?

    Ich werde den Eindruck nicht los, Simon Häring hat ein persönliches Problem mit Djokovic...
    Bin ja auch kein Djoker-Fan aber der Schreibstil ist unterste Schublade:

    "Drahtzieher"
    "orchestrierte"
    "Machtgier"
    "Machenschaften"
    "Angriff auf Federer"

    Dazu Bildunterschriften wie "Novak Djokovic ist machthungrig und hört nur auf Spieler, die gleicher Meinung sind." obwohl das nirgends so mit Fakten belegt wird...?

    • Dark Circle 09.03.2019 16:42
      Highlight Highlight Als grosser Federer-Fan teile ich deine Meinung.
  • Adumdum 08.03.2019 20:57
    Highlight Highlight Verstehe jetzt nicht wie Djokovic Kermode"absetzen" kann wenn die Entscheidung des Spielerrats nur "Konsultation" ist - und würde mich auch interessieren wie man in diesen Spielerrat kommt?

    Nur so um die Zusammenhänge mal etwas zu verdeutlichen?
  • äti 08.03.2019 20:13
    Highlight Highlight Tennis und Fussball sind Oligarchen-Sport.
  • Nonvemberbal 08.03.2019 20:11
    Highlight Highlight Endlich macht Djoković sein Ding und ht aufgehört zu versuchen allen zu gefallen.
  • El Vals del Obrero 08.03.2019 19:13
    Highlight Highlight Da passt doch dieser Witz von seinem Landsmann Ivan Ergic:

    https://www.srf.ch/sport/tennis/tennis-allgemein/wer-ist-der-tennis-gott-ivan-ergic-weiss-es

    "Nadal, Federer und Djokovic streiten sich, wer der Grösste sei.
    Nadal: 'Gott hat gesagt, ich sei der Grösste'
    Federer: 'Nein, Gott hat gesagt, der Grösste sei ich'
    Djokovic: 'Stimmt nicht, ich habe gar nichts gesagt!'"
  • FrancoL 08.03.2019 16:53
    Highlight Highlight "Es gehe ihm nicht darum, mehr zu verdienen, sondern darum, dass mehr Menschen vom Tennis leben könnten, sagte er in Australien"

    Wenn dies wahr ist dann ginge es in die richtige Richtung, denn die hinteren Ränge verdienen wirklich nicht viel und deren Auslagen sind aber gleichwohl sehr hoch. Es wird eben vergessen, dass bei einem Preisgeld von 300'000 $ fest gleich viele Auslagen anfallen, also unter dem Strich kaum etwas bleibt.
    • Klaus07 08.03.2019 18:44
      Highlight Highlight Darum haben alle Profiespieler Sponsoren.
    • Max Dick 08.03.2019 19:56
      Highlight Highlight Wenn der Bestverdienende von allen predigt, er setze sich für die Löhne der Schlechtverdienenden ein, dann ist der Einwand "ob das Wahr ist" sicher nicht unberechtigt.
  • Couleur 08.03.2019 15:29
    Highlight Highlight Zuerst einige Fakten: Kermode kassierte als ATP Boss jährlich 1.34 Mio. Ein ziemlich stattliches Gehalt wie ich finde. Zweitens ist es leider immer noch so, dass die Spitze der Spieler extrem viel verdient, die Masse ab Rang 100 und aufwärts aber schauen muss, wie sie sich über Wasser hält. Djokovic bringt dieses Argument richtigerweise zur Diskussion. Die Frage, die sich aber stellt und erst weisen muss: Will er den Wechsel an der Spitze der ATP wirklich deswegen, was zu begrüssen wäre, oder nur, um die Einnahmen der Spitzenspieler, also seine eigenen, nochmals zu erhöhen. Time will tell...
  • Gianini92 08.03.2019 15:07
    Highlight Highlight Was genau spricht denn für Kermode bzw. gegen ihn? Und was hat er für einen Einfluss auf die Machtstellung von Djokovic? Hat Djokovic jetzt mehr zu melden und falls ja was genau?
    Und wieso wird darüber eigentlich nie etwas geschrieben?
    • bokl 08.03.2019 16:52
      Highlight Highlight @AG
      Bitte hören sie auf Fake-News zu verbreiten. Roger hat schon lange eine flachere Verteilung der Preisgelder gefordert. Inklusive Reduktion bei den Topspielern.

      Topverdiener Djokovic will zwar auch mehr für die weniger erfolgreichen Spieler, allerdings ohne die Toppreisgelder zu reduzieren.
    • Hashtag 08.03.2019 17:05
      Highlight Highlight Adam Gretener, denkst du für Rafa und Federer spielt es noch eine grosse Rolle was sie auf der Tour verdienen?
  • lilie 08.03.2019 15:02
    Highlight Highlight Djokovic behauptet, ihm läge daran, dass mehr Spieler vom Sport leben könnten. Das Gleiche haben Rafa und Roger angestrebt, und offenbar zeigen ja die Zahlen, dass sie diesem Ziel einen bedeutenden Schritt hatten näher kommen können - gerade mit diesem Präsidenten.

    Warum muss der nun gemäss Djokovic plötzlich weg?

    Und was sind das für demokratische Prozesse, wenn es Spielervertreter gibt, deren Stimme aber sowieso nicht wirklich zählt (und drei Leute - wtf!)?

    Insgesamt klingt das für mich, als würde Djokovic die lausigen Strukturen ausnutzen um sein eigenes Süppchen zu kochen.
  • c_meier 08.03.2019 14:28
    Highlight Highlight da gejts wohl jedem der Berühmten 3 darum das Leben nach dem Tennis zu sichern: Rafa mit seiner Tennisschule, Federer mit dem Laver Cup und Djokovic.... als ATP-Präsi?
  • Käpt'n Hinkebein 08.03.2019 14:24
    Highlight Highlight Der Djoker ist ein Wahnsinnsspieler, aber menschlich halt doch eher Kreisklasse.
  • wasps 08.03.2019 14:18
    Highlight Highlight Multimillionärsproblemchen.

Roger Federers 18 Jahre dauernde Reise vom ersten zum 100. Turniersieg

Roger Federer knackt in Dubai eine historische Marke: Er gewinnt seinen 100. Titel auf der Profitour. Im Final besiegt Federer den Griechen Stefanos Tsitsipas 6:4, 6:4.

6601 Tage oder 18 Jahre und einen Monat nach seinem ersten ist Roger Federer zu seinem 100. Turniersieg gekommen. Die Premiere feiert er am 4. Februar 2001 in Mailand dank einem Sieg gegen den Franzosen Julien Boutter.

Den 10. Titel holte er zweieinhalb Jahre später. Ab dann ging die Titeljagd rasant vonstatten. Die nächsten 20 sicherte er sich in weniger als zwei Jahren – den 20. im September 2004 mit einem 6:0, 7:6, 6:0 gegen Lleyton Hewitt beim US Open, den 30. im Juli 2005 in Wimbledon …

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