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2016 Rio Olympics - Tennis - Final - Women's Singles Gold Medal Match - Olympic Tennis Centre - Rio de Janeiro, Brazil - 13/08/2016. Monica Puig (PUR) of Puerto Rico celebrates after winning match against Angelique Kerber (GER) of Germany.        REUTERS/Kevin Lamarque  TPX IMAGES OF THE DAY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Schöne Emotionen: Monica Puig holt olympisches Gold für Puerto Rico. Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Monica Puig und das Spiel ihres Lebens

Sie ist 22 Jahre alt und schaffte es bisher an einem Grand-Slam-Turnier noch nie ins Viertelfinal. Jetzt ist sie plötzlich Olympiasiegerin – wohin geht die Reise noch?



Ich bin ganz ehrlich: Bis gestern Abend war mir der Name Monica Puig nicht wirklich ein Begriff. Zu Beginn des Jahres war sie die Nummer 92 der Weltrangliste und niemand sprach überhaupt von einer Qualifikation für Olympia. Doch Puig steigerte sich im Verlauf des Jahres immer mehr und schaffte mit dem Einzug in die dritte Runde an den French Open die Teilnahme in Rio. Und dort geht ihr Stern richtig auf. Reihenweise haut sie ihren Gegnerinnen die Bälle um die Ohren – und bleibt immer cool. Vor dem Final sagte sie: 

«Der Druck ist weg, ich kann befreit aufspielen.»

Monica Puig nach dem gewonnen Halbfinal

Sie ist auch im Olympia-Final die klare Aussenseiterin gegen die deutsche Angelique Kerber. Doch auf dem Weg ins Endspiel hat sie nur einen Satz (im Halbfinal gegen Petra Kvitova) abgegeben. 

epa05481886 Monica Puig of Puerto Rico returns a ball to Angelique Kerber of Germany during the women's Singles Gold medal match of the Rio 2016 Olympic Games Tennis events at the Olympic Tennis Centre in the Olympic Park in Rio de Janeiro, Brazil, 13 August 2016.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Monica Puig spielte ein lupenreines Olympia-Turnier. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Ein Steigerungslauf

Und im Final begeistert die 22-Jährige aus Puerto Rico. Sie schlägt der deutschen Grand-Slam-Siegerin die Winner nur so um die Ohren und bleibt bis zum letzten Punkt erstaunlich cool. Die grosse Favoritin Kerber wusste nach der Niederlage:

«Sie hat das Spiel ihres Lebens gemacht.»

Angelique Kerber nach der Finalniederlage spiegel online

Als der Sieg vollbracht war, wurde das wohl auch Monica Puig selbst klar. Die ganze Anspannung löste sich und es gab viele viele Freudentränen. Kein Wunder: die junge Frau hat nicht nur ihren ersten grossen Titel erreicht, sondern ihrem Land auch gerade die allererste Medaille beschert:

«An Olympia geht es nicht um mich, da geht es um Puerto Rico.»

Monica Puig nach ihrem Olympia-Sieg rio2016.com

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Tränen der Freude nach dem grossen Erfolg. streamable

Lob auch von Boris Becker

Erster Turniersieg auf Sand

Schon bald geht es auf der WTA-Tour wieder um sie selbst. Bisher ging ihre Karriere langsam aber stetig aufwärts. Im Jahr 2013 stand sie mit 19 Jahren das erste Mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers – am French Open schaffte sie dann direkt den Vorstoss in die dritte Runde.

Im gleichen Jahr kam sie in Wimbledon sogar bis in den Achtelfinal. Im Mai 2014 folgte dann der erste Titel auf der Tour. Die damals 20-Jährige siegte in Strassburg auf Sand im Final gegen Silvia Soler Espinosa – erstaunlich, weil ihr bevorzugter Belag eigentlich der Hartplatz ist.

Ein Zückerchen aus dem Olympia-Final

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Fast im Spagat spielt Puig den Ball noch übers Netz. streamable

Etwas mehr als zwei Jahre später spielt sich Puig am olympischen Turnier in Rio in einen Rausch. Sie lässt ihren ersten Gegnerinnen nicht den Hauch einer Chance – gewinnt zu Beginn des Turniers zweimal mit 6:1 und 6:1. Und sie zieht das Level bis in den Final durch.

Die Fans trugen Puig zum Sieg und feierten das Gold

Wohin geht die Reise?

Die Spiele in Rio waren für die Puerto Ricanerin ein einziges Märchen. Im Final überzeugte sie besonders mit ihrer starken Rückhand – mit der sie 25 von ihren 54 (!) Winnern schlug. Der Triumph könnte eine Initialzündung sein. Geht das Märchen weiter?

Monica Puig, of Puerto Rico, returns to Angelique Kerber, of Germany during their final round match at the 2016 Summer Olympics in Rio de Janeiro, Brazil, Saturday, Aug. 13, 2016. (AP Photo/Charles Krupa)

Wie weit nach oben geht die junge Karriere von Monica Puig noch? Bild: Charles Krupa/AP/KEYSTONE

Kann sie dieses Niveau halten, werden wir die 1.70 Meter grosse Rechtshänderin bald in den Top 10 des Frauentennis antreffen. 

Umfrage

Wohin geht die Reise von Monica Puig?

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171

  • Der Olympia-Sieg war eine Eintagsfliege. Sie schafft es vielleicht knapp in die Top 20 der Welt.24%
  • Wir sehen Puig bald in den Top 10, aber für einen Grand-Slam-Sieg reicht es nicht.44%
  • Puig ist die zukünftige Nummer 1 und wird mehr als nur einen Grand-Slam-Titel holen.30%

Jetzt feiert Puig aber zunächst einmal ihre erste olympische Goldmedaille. Und mit ihr feiert ein ganzes Land. So schnell werde ich den Namen Monica Puig wohl nicht mehr vergessen. 

Monica Puig wird im olympischen Dorf gefeiert

So emotional ist das Olympia-Gold für Monica Puig

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1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 14.08.2016 14:04
    Highlight Highlight Ich habe das spannende Spiel live mitverfolgt, habe mich auf Grund der unerwartet guten Leistung Monica Puig' super gut unterhalten gefühlt.

    Und ich habe mich mit der sehr sympathisch auftretenden Spielerin fast ebenso wie sie über ihren indiskutablen Sieg und die höchst verdiente Goldmedaille gefreut 👏!

    Als alter Tennisfan, der im Lauf langer Jahre zahllose wichtige Spiele und Grandslam-Turniere gesehen hat, haben mich auch die schier nicht enden wollenden Freudentränen Puigs sehr gerührt - und sie hat den Sieg wahrhaftig nicht gestohlen, zumal Angelique Kerber ja nicht "irgendjemand" ist.

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