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Federer zum gleichzeitigen WM- und Wimbledon-Final: «Sie werden von Moskau zu uns schauen»

Roger Federer wie üblich im Viertelfinal, Belinda Bencic gegen die ehemalige Nummer 1 Angelique Kerber ausgeschieden, aber dennoch einigermassen zufrieden. Der «Manic Monday» brachte kaum Überraschungen.



Das Traumszenario aus Schweizer Sicht hätte so ausgesehen: Im gleichen Moment wie Roger Federer auf dem Centre Court seinen Matchball verwertet, zieht Belinda Bencic gut 100 Meter entfernt auf dem Court 1 erstmals in die Viertelfinals ein. Während der achtfache Champion seinen Teil völlig diskussionslos erfüllte, wurde die 15 Jahre jüngere Ostschweizerin für eine starke Leistung sehr dürftig belohnt.

Bencic bezahlte am Ende ein wenig den Preis für die Verletzungen der letzten Monate, ja fast Jahre. Es fehlte ihr die Selbstverständlichkeit auf diesem Niveau, während Angelique Kerber den Grossteil der wichtigen Punkte gewann. Im ersten Satz führte Bencic 3:1, ehe sie fünf Games in Folge verlor. Allerdings hatte sie sowohl einen Spielball für eine 4:3-Führung als auch zwei Breakbälle zum 4:4-Ausgleich.

Im zweiten Durchgang kam die 21-jährige Schweizerin beim Stand von 5:4 und eigenem Aufschlag zu vier Satzbällen, konnte aber keinen nutzen. Besser machte es die Deutsche, die 2016 im Wimbledonfinal gestanden und das Jahr als Nummer 1 abgeschlossen hatte. Sie nutzte nach 1:48 Stunden ihren ersten Matchball zum 6:3, 7:6 (7:5) und ist nach dem Ausscheiden der Nummern 1 bis 10 der Setzliste als Nummer 11 die höchstklassierte Spielerin im Frauentableau.

Federer mal wieder auf Rekordjagd

Zwei Minuten zuvor hatte Roger Federer seinen 6:0, 7:5, 6:4-Sieg gegen den französischen Linkshänder Adrian Mannarino, die Nummer 26 der Welt, ins Trockene gebracht. Er gewann in Wimbledon seine Sätze Nummer 30 bis 32 in Folge und näherte sich damit bis auf zwei seiner Bestmarke aus den Jahren 2005 und 2006. Seinen Aufschlag hat er seit dem Halbfinal im letzten Jahr gegen Tomas Berdych nun in 81 Games hintereinander nicht mehr abgegeben. Immerhin musste Federer gegen den Linkshänder erstmals in diesem Jahr vier Breakchancen abwehren.

«Der Final wird auf jeden Fall stattfinden, ob mit oder ohne mich.»

Roger Federer

Roger Federer of Switzerland celebrates defeating France's Adrian Mannarino in their men's singles match, on day seven of the Wimbledon Tennis Championships, in London, Monday July 9, 2018. (AP Photo/Tim Ireland)

Roger Federer nimmt in Wimbledon seine gewohnte Pose ein. Bild: AP/AP

Das Spiel gab wenig zu diskutieren, sodass der 36-jährige Basler im Anschluss mehr über die unglückliche Situation Auskunft geben musste, dass sich am Sonntag, der Wimbledonfinal (Beginn 15.00 Uhr Schweizer Zeit) und der Final der Fussball-WM (Beginn 17.00 Uhr), möglicherweise mit England, überschneiden könnten. Federer meinte lachend: «Der Final wird auf jeden Fall stattfinden, ob mit oder ohne mich. Und auch der WM-Final. Ich mache mir eher Sorgen, dass die Leute in Moskau nur auf Wimbledon schauen, jeden Punkt verfolgen und die Fussballer auf dem Feld nicht wissen was los ist.» So wichtig sei für ihn und die Tenniswelt jedenfalls der Wimbledonfinal. Ernsthafter fügte er hinzu, er sehe da kein Problem.

epa06876428 Kevin Anderson of South Africa celebrates his win over Gael Monfils of France in their fourth round match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 09 July 2018. EPA/GERRY PENNY EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Kevin Anderson will Federer im Viertelfinal fordern. Bild: EPA/EPA

Anspruchsvoller könnten nun aber die Gegner werden. Im Viertelfinal am Mittwoch steht Federer mit dem als Nummer 8 gesetzten US-Open-Finalisten Kevin Anderson erstmals ein Top-Ten-Spieler im Weg. Der 2,03 m grosse Südafrikaner steht in Wimbledon im zehnten Anlauf erstmals in der Runde der letzten acht, Federer schaffte dies zum 16. Mal und baute damit seinen Rekord weiter aus. Auch hat er gegen Anderson in vier Spielen noch nie einen Satz verloren.

Bencic will Limit nach oben verschieben

Für Belinda Bencic ist zwar das Turnier zu Ende, nicht aber die Arbeit. Die Ostschweizerin zeigte sich enttäuscht, aber auch kämpferisch. «Ich bin heute an meinem Limit angelangt», erklärte sie nach der Niederlage gegen Kerber. «Aber ich will dieses Limit weiter verschieben und brauche mehr solcher Matches», sagte die ehemalige Nummer 7 der Welt. Sie war aber auch realistisch: «Hätte man mir vor dem Turnier die 4. Runde angeboten, hätte ich das gerne genommen.» Letztmals hatte sie am Australian Open vor zweieinhalb Jahren einen Grand-Slam-Achtelfinal erreicht.

epa06875547 Belinda Bencic of Switzerland plays Angelique Kerber of Germany in their fourth round match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 09 July 2018. EPA/GERRY PENNY EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Belinda Bencic kann es nicht fassen: Sie verpasste gegen Kerber zu viele Chancen. Bild: EPA/EPA

Bencic wird sich nun ein paar freie Tage gönnen und dann früh nach Nordamerika reisen, um sich auf die Hartplatzsaison einzustimmen. Sie wird in Washington starten und dann, Stand jetzt, in Montreal und Cincinnati die Qualifikation bestreiten. Der Umweg über die Qualifikation wird in Zukunft nicht mehr nötig sein. Nach Wimbledon verbessert sie sich in die ersten 45 der Weltrangliste. (zap/sda)

Ticker: 09.07.18: Federer – Mannarino

Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Max Dick 09.07.2018 22:05
    Highlight Highlight Ich gebe einem Wimbledon-Final mit Federer gegenüber dem WM Final Vorzug - sollte es sich in die Länge ziehen und überschneiden. Aber jetzt mal schauen ob es auch reicht - Viertelfinal problemlos erreicht, aber die Gegner werden besser.
  • Züzi31 09.07.2018 14:57
    Highlight Highlight @n.y.p.
    Jimmy Connors lag mal 1:6, 1:6 und 1:4 zurück.
    • N. Y. P. D. 09.07.2018 15:30
      Highlight Highlight Danke.
      Habe Jimmy Connors sogar noch erlebt. Mc Enroe habe ich jeweils geschaut, weil er so schön ausflippt.

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