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epa05819655 Serbian tennis player Novak Djokovic speaks during a press conference about his participation in the Mexican Tennis Open, in Acapulco, Mexico, 27 February 2017.  EPA/José Méndez .

Novak Djokovic zieht die nächste Notbremse. Bild: EPA/EFE

«Schock-Therapie»: Novak Djokovic entlässt sein ganzes Team

Trainer, Physiotherapeut, Fitnessguru. Novak Djokovic reagiert auf die sportliche Talfahrt und entlässt sein gesamtes Team.

05.05.17, 12:42 05.05.17, 16:36

Simon Häring / Nordwestschweiz



Grosses Reinemachen bei Novak Djokovic. Er trennt sich per sofort von seinem langjährigen Trainer, dem Slowaken Marian Vajda. Ebenfalls nicht mehr zu seiner Entourage zählen Fitnesstrainer Gebhard Phil Gritsch und Physiotherapeut Miljan Amanovic. Auch sie waren langjährige Stützen im Umfeld der ehemaligen Nummer 1 der Weltrangliste. Nicht nur sportliche, sondern auch private Überlegungen hätten zu diesem radikalen Schritt geführt.

Djokovic hat seit seinem Erfolg bei den French Open vor einem Jahr, wo er seinen Karriere-Grand-Slam vervollständigte, mit ungewohnten Formschwankungen zu kämpfen und hat seither nur noch zwei Turniere gewinnen können. In der Jahreswertung belegt er derzeit nur den 20. Rang. Weit hinter Roger Federer, Rafael Nadal und dem ebenfalls formschwachen Andy Murray, der ihn im letzten Herbst von der Spitze der Weltrangliste verdrängt hat.

Gebhard Gritsch, Milan Amanovic und Marian Vajda müssen gehen. bild: getty images europe

«Ich bin Marian, Gebhard und Miljan für immer dankbar für ein Jahrzehnt der Freundschaft, der Professionalität, der Opfer und Leidenschaft für unsere gemeinsamen Ziele. Ohne ihre Unterstützung hätten wir das alles niemals erreichen können. Ich weiss, dass sie sich, ihre Ziele und ihr Leben dem komplett untergeordnet haben», schreibt Novak Djokovic in seiner Mitteilung. Sie hätten ihm geholfen, seine Träume zu verwirklichen und gehörten zur Familie.

Selber spricht der zwölffache Grand-Slam-Sieger von einer «Schock-Therapie», die ihm zu besseren Resultaten verhelfen solle. Es fühle sich wie ein Neustart an. Eine Herausforderung, der er sich stellen wolle. «Ich bin ein Jäger und mein grösstes Ziel ist es, in die Erfolgsspur zurückzufinden.» Der Jagd und der Ratlosigkeit über die Ursache der fehlenden Erfolge war im letzten Winter bereits der ehemalige Trainer Boris Becker zum Opfer gefallen.

Was ist mit Guru Pepe Imaz?

Ob Djokovic einen neuen Trainer einstellt, ist noch offen. «Ich werde jetzt eine Weile alleine oder mit meiner Familie unterwegs sein», sagt der bald 30-jährige Serbe. Vergangene Woche kündigten er und seine Frau Jelena an, dass sie zum zweiten Mal Eltern werden. «Ich möchte nichts überstürzen und mir Zeit nehmen mit der Wahl eines neuen Trainers.» Er sei lange genug Profi, um sich auch alleine im Tennis-Zirkus bewegen zu können. 

Hat Pepe Imaz etwas mit Djokovics Harakiri-Aktion zu tun? bild: youtube

Zuletzt hatte Djokovic zugegeben, dass er im Herbst private Probleme hatte und die Motivation nachgelassen habe. «Tennis ist nicht mehr meine oberste Priorität. Ich bin nicht mehr derselbe», sagt Djokovic, der im Mai 30 wird. Er sei nicht nur Sportler, sondern auch Vater und Ehemann. In seiner Mitteilung unerwähnt bleibt die künftige Rolle seines Gurus Pepe Imaz, der in den letzten Monaten massiv an Einfluss gewonnen hat.  

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Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Typu 05.05.2017 19:47
    Highlight Der djoko braucht ne agressiven schleifer der ihn scharf macht und an die grenzen reizt. Ev lendl?
    3 1 Melden
  • Angelo C. 05.05.2017 18:34
    Highlight Boris Becker hat seinem einstigen Schützlingen via die Boulevardpresse geraten, wohl eher leicht ironisch gemeint, dass er doch mal mit Roger Federer sprechen und sich bei ihm Rat holen solle 🤓.

    Wobei man sich durchaus vorstellen könnte, dass das gar nicht so verkehrt wäre....es gibt gewisse Parallelen.

    18 7 Melden
  • Ignorans 05.05.2017 17:14
    Highlight Also Karriere ist fertig...
    Gut für Roschee!
    3 30 Melden
    • Baba 05.05.2017 21:55
      Highlight Was hat Schawi denn damit zu tun
      😉?
      7 0 Melden
  • Sloping 05.05.2017 14:38
    Highlight Solange er sich weiter in den Dunstkreisen dieses esoterischen Kaspers befindet, wird es garantiert nichts mit einem Comeback. Sollte er aber auch da reinen Tisch machen, sehe ich ihn wohl bald wieder als ernsthaften Anwärter auf grosse Titel und mittelfristig auch auf die Nummer 1. Seine spielerische Konstanz und auch die mentale Stärke waren über lange Zeit beeindruckend. Das erinnerte an die Souvernität von Federer und Nadal in ihren dominanten Phasen.
    73 0 Melden
    • chnobli1896 05.05.2017 15:08
      Highlight Absolut wahr. Der Typ scheint Charisma zu haben wenn er als einziger bleiben darf.
      32 0 Melden
    • manhunt 05.05.2017 16:27
      Highlight ich vermute, dass er seinen langjährigen vertrauten eben genau wegen diesem esofuzzie den laufpass gegeben hat. so ganz nach dem motto: du brauchst nur mich. es ist schlimm was für einen einfluss solche scharlatane zuweilen auf leute ausüben können.
      45 1 Melden
    • bokl 05.05.2017 17:32
      Highlight @Chnobli: Der Typ hat kein Charisma, der hat Orangensaft...
      20 6 Melden
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  • Der müde Joe 05.05.2017 13:55
    Highlight Ja super, aber das Hauptproblem Imaz kann bleiben!👍🏼👏🏼 Viel Glück Djoker...
    50 3 Melden
  • Züzi31 05.05.2017 13:38
    Highlight Viel Glück Nole
    60 5 Melden
    • offspring 05.05.2017 14:11
      Highlight Eben nicht, Pepe Imaz darf bleiben...
      30 3 Melden

Federer und Zverev sichern Team Europe den Laver-Cup-Sieg – danach geht's so richtig ab

Obwohl sie das gemeinsame Doppel verloren hatten, sicherten Roger Federer und der Deutsche Alexander Zverev dem Team Europe den Sieg am Laver Cup. Beide Spieler gewannen ihre Einzel, sodass Novak Djokovic gar nicht mehr zur letzten Partie gegen Nick Kyrgios antreten musste.

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